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was-macht-eigentlich: Fily Houtteman

Im Sommer 1996 hatte die belgische Stripperin eine Affäre mit Daniel Ducruet, Ex-Fischhändler und Ehemann von Stephanie von Monaco. Nach den Berichten über den Fehltritt ließ sich die Prinzessin scheiden

Im Sommer 1996 hatte die belgische Stripperin eine Affäre mit Daniel Ducruet, Ex-Fischhändler und Ehemann von Stephanie von Monaco. Nach den Berichten über den Fehltritt ließ sich die Prinzessin scheiden STERN: Belgische Zeitungen berichten, Sie müssten sich am 16. März für Ihre 'Schandtat' vor einem Gericht in Nizza verantworten.

HOUTTEMAN: Weder ich noch mein Anwalt wissen von diesem Termin. Bislang war ich nur zum Verhör in Nizza.

STERN: Würden Sie denn zu einer Verhandlung erscheinen?

HOUTTEMAN: Mein Verteidiger sagt, dass das einen positiven Eindruck machen würde. Andererseits habe ich keine Lust auf das Medienspektakel. Damit bekäme der Prozess eine Wichtigkeit, die er nicht verdient. Im Prinzip stehe ich ja zu allem. Was habe ich verbrochen?

STERN: Die französische Staatsanwaltschaft wirft Ihnen nach einer Klage von Monsieur Ducruet Verletzung seines Privatlebens vor.

HOUTTEMAN: Zeig mir das Gesetz, das Beischlaf mit einem verheirateten Mann verbietet.

STERN: Laut Ducruet tappte er in eine - möglicherweise von Ihnen mit arrangierte - Falle. Denn normalerweise wird man doch beim Seitensprung nicht geblitzt ...

HOUTTEMAN: Ich hatte mit einem Komplott nichts zu tun, wurde selbst Opfer.

STERN: Wie naiv sind Sie eigentlich?

HOUTTEMAN: Als Nackttänzerin wusste ich, was Männer begehren. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich mitmache, um einem Prominenten die Ehe zu versauen.

STERN: Was war denn passiert?

HOUTTEMAN: Ein alter Freund hatte mich Daniel in Fran-corchamps, der belgischen Rennstrecke, vorgestellt. Ich mochte den Typ sofort. Wir flirteten und tauschten Telefonnummern aus. Ich dachte mir nichts dabei. Es ging ja nur um eine unschuldige Romanze. Damals hatte ich einen festen Partner, Yves. Wer Daniel war, erfuhr ich erst später.

STERN: Der besuchte Sie einen Monat später in Ihrem zufällig von Yves gemieteten Fe-rienhaus. Dort wurden die Skandalfotos von Ihnen beiden am Swimmingpool gemacht. Glauben Sie an einen Zufall?

HOUTTEMAN: Natürlich nicht. Jemand hatte die Hände mit im Spiel. Aber wer? Bei Polizeiverhören gestand Yves später, mich in Francorchamps mit Daniel beobachtet zu haben. Später rief ein befreundeter Fotograf an. Dieser hat dann, denke ich, alles geregelt.

STERN: Wie haben Sie reagiert?

HOUTTEMAN: Er hat mich missbraucht, betrogen und gekränkt. Ich habe mich sofort von ihm getrennt.

STERN: Die Justiz glaubt nicht, dass Sie nichts mit der Sache zu tun hatten.

HOUTTEMAN: Ich sage es jetzt zum tausendsten Mal: Ich war an der vermeintlichen Verschwörung nicht beteiligt. Da wurde sogar behauptet, die wäre von der Mafia bezahlt worden, um Daniel zu ruinieren. Alles erstunken und erlogen. Aber meine Vergangenheit ist eben das Problem. In den Augen der so genannten feinen Leute bin ich eine Schlampe. Also denken sie, dass ich für die Nummer mit Daniel Ducruet Kohle bekommen habe.

STERN: Hat sich die Äffäre für Sie denn überhaupt nicht finanziell bezahlt gemacht?

HOUTTEMAN: Kaum. Zwar habe ich bei Fernsehauftritten einiges verdient, doch das ging für falsche Berater drauf, Manager, gemeine Aasgeier, die von einem in ihren Augen dummen Flittchen profitierten. Das fand ich zum Kotzen. Ich war es satt, brauchte Ruhe. Vor lauter Frust ging ich zurück zu meinen Eltern. Die unterstützen mich heute noch.

STERN: Und wie geht's nun weiter?

HOUTTEMAN: Ich brauche zuerst ein aufpoliertes Image. Daran arbeite ich. Ich bewerbe mich überall. Doch die Chefs reagieren leider abweisend. Keiner will eine Frau mit meinem Ruf einstellen. Eine Doppelmoral. Denn für Empfänge und Produkt-Shows heuern sie mich schon an. Und so schlage ich mich eben durch.

STERN: Und Ducruet ...

HOUTTEMAN: ... ist ein elender Feigling und Lügner. Er hat sogar behauptet, ich hätte damals Drogen in seinen Rosewein gemischt! Von Männern habe ich vorläufig die Nase voll.

Mit Fily Houtteman sprach STERN-Korrespondent Albert Eikenaar.