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was-macht-eigentlich: Suzi Quatro

Die gerade mal 1,51 Meter große Amerikanerin wurde in den siebziger Jahren mit Liedern wie 'Can The Can' und '48 Crash' weltweit zum ersten weiblichen Rock-Idol

Die gerade mal 1,51 Meter große Amerikanerin wurde in den siebziger Jahren mit Liedern wie 'Can The Can' und '48 Crash' weltweit zum ersten weiblichen Rock-Idol STERN: Kollegin Debbie Harry ist mit ihrer Band Blondie gerade aus der Versenkung aufgetaucht und hat ein beachtliches Comeback hingelegt. Sie tingeln immer noch über Oldie-Partys und singen alte Hits wie 'Devil Gate Drive' oder '48 Crash'.

QUATRO: Auf diese Oldie-Partys stehen nur die Deutschen. In Großbritannien gebe ich ganz normale Konzerte. Da habe ich eines meiner er-folgreichsten Jahre hinter mir. 56 Shows, alle ausverkauft. Und dann noch 77 Auftritte in Australien. Außerdem sendet BBC 2 meine eigene Radio-Show.

STERN: Sie sind also nicht neidisch auf Debbie Harry?

QUATRO: Na ja, so ein großes Ding in den Charts hätte ich natürlich auch ganz gern. Ich habe gerade einen neuen Plattenvertrag abgeschlossen. Vielleicht klappt's ja.

STERN: Seit 1978, als Sie mit Chris Norman die Schnulze 'Stumblin' In' sangen, hat es nicht mehr geklappt. Warum?

QUATRO: Das kann niemand beantworten: Vielleicht lang es am Timing, an der Promotion oder am Album. Man muss zur richtigen Zeit mit dem richtigen Song am richtigen Ort sein und noch etwas Glück haben.

STERN: Sie sind jetzt 49 und hüpfen immer noch im hautengen Lederoutfit auf der Bühne rum. Fühlen Sie sich da nicht wie ein Barock-Teenager?

QUATRO: Auf keinen Fall. Sie tun ja gerade so, als ob ich schon zum alten Eisen gehöre. Ich bin sogar noch ein paar Jahre jünger als Debbie Harry. Ich werde es schon merken, wenn ich zu alt für meine Lederklamotten bin. Aber noch passen sie. Meine Kinder sind jedenfalls stolz auf mich und wollen nicht, daß ich etwas anderes mache.

STERN: Arbeiten Ihre Kinder auch schon an einer Musikkarriere?

QUATRO: Ich hätte nichts dagegen. Aber bisher zeigen sie noch kein ernsthaftes Interesse.

STERN: Sie wurden in den USA geboren, haben in England Karriere gemacht und 1993 den Hamburger Konzertveranstalter Rainer Haas geheiratet. Wo leben Sie?

QUATRO: Hauptsächlich in England. Hier gehen auch meine Kinder zur Schule. Die können genauso wenig Deutsch wie ich. Meinen Mann sehe ich nur am Wochenende.

STERN: Der hat mal über Sie gesagt, Sie seien für ihn die beste Sekretärin. Haben Sie noch einen Nebenjob?

QUATRO: Nein. Aber manchmal schreibe ich ihm englische Geschäftsbriefe. Ich tippe wirklich schnell.

STERN: Sie träumen davon, eine 'Schule des Lebens' zu gründen. Was darf man sich denn darunter vorstellen?

QUATRO: Eine richtige Schule mit verschiedenen Klassen und Fächern. Zum Beispiel: Beziehungskrisen, Teenagersorgen, Elternprobleme oder wie man mit dem Erfolg umgeht.

STERN: Arbeiten Sie an Ihrem Traum?

QUATRO: Klar. Ich mache Workshops mit Menschen, die psychische Probleme haben.

STERN: Glauben Sie an Horoskope?

QUATRO: Nicht an die aus der Zeitung. Aber sonst natürlich. Das ist eine sehr alte Wissenschaft.

STERN: Was sagt denn das Horoskop über Sie?

QUATRO: Alles, was ich wissen muss. Dass ich kommunikativ bin, Energie habe, launisch und kreativ bin.

STERN: Früher haben Sie mal gesagt: Zum Glücklichsein bräuchten Sie nur Nudeln, Käse und ein bisschen Sex. Sind ihre Ansprüche inzwischen gestiegen?

QUATRO: Absolut nicht. Sie haben nur den Rotwein vergessen.

Mit Suzi Quatro sprach STERN-Redakteur Andreas Albes.