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Büro-Knigge: Was tun, wenn der Kollege nach Schweiß riecht?

Im heißen Sommer ist Schweißgeruch von Mitmenschen leider keine Seltenheit. Besonders unangenehm ist's im Büro. Doch was tun, wenn der Kollege nach Schweiß riecht? So können Sie das heikle Thema ansprechen.

Schweißgeruch ist unangenehm

Igitt! Schweißgeruch von Kollegen ist unangenehm.

Getty Images

Die Wiener U-Bahnen verteilten vor kurzem Deos. Mit dieser Aktion wollten die Verkehrsbetriebe auf mögliche Belästigungen durch den Schweißgeruch von Fahrgästen aufmerksam machen. Doch so nett die Aktion gemeint ist: Im Büro wäre sie keine gute Idee. 

Nehmen wir einmal an, ein Arbeitskollege riecht während der Sommermonate stark nach Schweiß. Zum Beispiel, weil er regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt. Die anderen Kollegen im Raum tuscheln bereits über ihn, fühlen sich durch den Geruch stark belästigt. Es traut sich jedoch niemand, die betreffende Person auf ihren unangenehmen Duft anzusprechen. Stattdessen wird ihr kommentarlos ein Deospray auf den Schreibtisch gestellt. 

Bitte nicht: das Deo auf den Tisch stellen

Problem gelöst? Mit nichten! Die betroffene Person bekommt keine Möglichkeit, gesichtswahrend ihr Verhalten zu ändern, wird stattdessen auf eine passiv-aggressive Weise auf ihren Geruch hingewiesen. Das ist nicht nur feige, sondern unfair und führt im Büro möglicherweise nicht nur zu schlechter Luft, sondern zu schlechtem Betriebsklima.

Doch was stattdessen tun? Viele Kolleginnen und Kollegen entscheiden sich leider oft aus falscher Scham, das Thema aus zu sitzen. Sie meiden die betreffende Person oder reißen ständig das Fenster auf, auch wenn ihnen dann statt klimatisierter ein Schwall heißer Luft entgegen weht, der das Problem eventuell verschärft. Auch wächst der Unmut über den Stinker mit jedem Tag. Das macht schlechte Laune.

So können Sie vorgehen, wenn ein Kollege nach Schweiß riecht

Sprechen Sie den Kollegen in einer Vier-Augen-Situation auf das Problem an. Sie können zum Beispiel sagen: "Ich habe da etwas, was mich wirklich sehr stört." Sie könnten auch ausführen, dass sie zunächst nicht wussten, wie sie das Thema ansprechen sollten, sich aber dann für den direkten Weg entschieden hätten. Das schafft Vertrauen. Senden Sie "Ich"- und keine "Wir"-Botschaften, auch wenn sie im Namen aller im Raum sprechen. Sie würden damit aber bereits signalisieren, dass über den Kollegen bereits getuschelt wird. Dann sagen Sie: "Ich finde, du hast einen sehr starken Körpergeruch und ich würde mir wünschen, dass du ein Deo benutzt." 

Wenn Ihnen das zu hart ist, könnten Sie wahlweise auch das Wort "anderes (Deo)" einfügen. Die angesprochene Person wird schon selber wissen, ob sie überhaupt ein Deodorant benutzt. Mit dem Vier-Augen-Gespräch geben Sie dem Kollegen die Möglichkeit, sein Verhalten zu ändern, ohne dass er vor anderen blamiert wird.

Problem nicht an den Chef abwälzen

Der Versuch, das unangenehme Gespräch an den Chef oder den Betriebsrat abzuwälzen, ist übrigens keine gute Idee. Zumindest nicht dann, wenn diese gar nicht im gleichen Raum sitzen. Der betroffene Kollege wird sich ertappt und verpetzt vorkommen. Keine gute Grundlage, um weiter zusammenzuarbeiten. 

Fazit: Seien Sie mutig, sprechen Sie den Kollegen höflich aber bestimmt auf seinen Geruch an. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiter, die eventuell ein zu starkes Deo oder Parfüm benutzen. Und ja, auch Kölnisch Wasser oder das Wendler-Parfüm können einen ganz schöne Belastung sein.

mai
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