"In einem Land, das es nicht mehr gibt" Posen vor der Platte: Ein neuer Film wirft einen Blick hinter die kreative Modeszene der DDR

Mode in Berlin
Nicht alles war bleiern: mit rotem Kragen gegen die Tristesse
© Erbengemeinschaft Arno Fischer/digitale Restaurierung Harf Zimmermann
Mode und Sozialismus – eine kleine kreative Szene brachte zusammen, was in der DDR eigentlich nicht zusammengehörte. Ihre Bühne war das Magazin "Sibylle". Nun feiert ein Kinofilm die Pioniere von damals.

Am Tag, an dem ihr Leben auf den Kopf gestellt wurde, war sie zu spät dran. Sommer 1981, Aelrun Goette hetzte durch den Ost-Berliner S-Bahnhof Grünau auf dem Weg zur Schule. Normalerweise mied sie öffentliche Orte, denn an ihrem Jackenärmel haftete ein Aufnäher von "Schwerter zu Pflugscharen", ein Symbol der Friedensbewegung. "Ich lief der Polizei direkt in die Arme", erzählt Goette heute. Man verhaftete sie, die Hoffnung aufs Abitur war futsch. "Die Schulleitung attestierte mir, ich sei keine reife sozialistische Persönlichkeit", sagt Goette. "Ein Studium konnte ich mir abschminken."

Mehr zum Thema

Newsticker