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Rassistische Kunden nicht willkommen: Kundin fühlt sich von "dunklen Gestalten abgestoßen" – wie Kik darauf reagiert

Eine Kundin schreibt dem Textilunternehmen Kik, wie sehr sie sich von der Werbung mit einer schwarzen Frau abgestoßen fühle. In Deutschland möchte sie keine Dunkelhäutigen haben. Kik ließ diese rassistischen Äußerungen nicht auf sich sitzen.

Kik

Aurelie Ceauty, Model der aktuellen Herbstkollektion von Kik, ist dunkelhäutig. Nicht alle Kunden sind davon begeistert. Für die hat Kik nur eins übrig: nichts.

Unsere Bevölkerung ist "bunt, vielfältig und spannend". Und darauf sei das Textilunternehmen Kik auch stolz. Eine Kundin schrieb dem Unternehmen einen Schmähbrief und beschwerte sich bei Kik, wie sie in ihren Filialen mit einem schwarzen Model werben können. Im Brief, der der "Bild" vorliegt, heißt es: "Es ist mir völlig unverständlich, weshalb Sie in Ihren Filialen hier in Deutschland mit Schwarzen für Ihre Produkte werben." Die Kundin betont, dass sie früher gerne mal bei Kik eingekauft hätte, aber jetzt werde ihr übel.

Grund dafür ist Aurelie Ceauty. Die 17-Jährige war Kandidatin bei der RTL2-Castingshow "Curvy Models" und verließ die Sendung noch vor dem Finale. Modeln mache ihr keinen Spaß, wie sie selbst sagte. Für die Herbstkollektion des Textilherstellers Kik modelt sie dennoch. Kik druckte Prospekte mit der aus dem Kongo stammenden Ceauty sowie Zeitungsanzeigen.

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Die Bilder von dem kurvigen Model hängen außerdem in über 2600 Filialen. Das war der Kundin wohl ein Dorn im Auge und veranlasste sie dazu, jene rassistische Mail zu schreiben: "Können Sie sich vorstellen, dass wir uns von diesen dunklen Gestalten angewidert und abgestoßen fühlen?" Anscheinend spricht die Kundin nicht nur für sich selbst, wenn sie von ihrem Deutschland spricht, dass das Land der Deutschen sei.

So eloquent reagiert Kik auf eine rassistische Mail

Der Textildiscounter Kik reagiert auf die rassistischen Äußerungen ungewohnt schlagfertig und eloquent – und lädt die Kundin in einem Antwortbrief auf eine Reise durch Deutschland ein:

"Wir starten in der Münchner Allianz-Arena, Bayern gegen Dortmund. 75 000 Fans jubeln Jérôme Boateng zu, dem vielleicht besten Verteidiger der Welt und Deutschlands Fußballer des Jahres. Nach dem Spiel haben wir Hunger. Also gönnen wir uns was Gutes – im Ruhrgebiet. Dort kocht der TV-Liebling und Sternekoch Nelson Müller sein legendäres Wiener Schnitzel. Auf dem Nachhauseweg drehen wir das Radio auf, Andreas Bourani singt unseren WM-Helden-Song: „Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben.“"

Warum die Unternehmenskommunikation von Kik genau diese drei Beispiele wählt? Weil jene drei eines gemeinsam haben: Sie sind dunkelhäutig und deutsch. Außerdem betont das Unternehmen, dass die Mitarbeiter aus mehr als 60 verschiedenen Nationen stammen und sie alle von einer weltoffenen Haltung überzeugt seien. Wer diese Überzeugung nicht teile, auf jene Kunden könne Kik gut verzichten.

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dsw