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London Fashion Week Schwelgen in Retro-Trend und Nostalgie


Alles war schon mal da, aber nicht unbedingt in dieser Mischung. Den kommenden Sommer prägen Rückblicke auf fast alle Stile seit den 20er Jahren. Oft finden sich Einflüsse aus verschiedenen Epochen in einem einzigen Kleidungsstück.

Alles war schon mal da, aber nicht unbedingt in dieser Mischung. Das war der rote Faden bei der am Donnerstag abgeschlossenen London Fashion Week. Der Retro-Trend der diesjährigen Wintermode wurde nahtlos fortgesetzt. Den kommenden Sommer prägen Rückblicke auf fast alle Stile seit den 20er Jahren. Oft finden sich Einflüsse aus verschiedenen Epochen in einem einzigen Kleidungsstück.

So versah Tracey Boyd ihre Kleider mit Smileys, Blumen, Pilzen und grafischen Mustern wie in den 70er Jahren. Bei den Schnitten aber griff sie unter anderem auf die 50er Jahre mit schwingenden Tellerröcken zurück. Ähnlich ging das Designer-Duo Antoni & Alison vor, das mit exzentrisch bedruckten T-Shirts berühmt wurde. Die beiden variierten Slogans und Prints in Leuchtfarben mit Bleistiftröcken und Caprihosen der 50er. Das Traditionshaus Pringle griff mit Matrosenkleidern und tief angesetzten Taillen auf die 20er Jahre zurück.

Trend: Schleifen und lose hängende Bänder

Ungewöhnlich für Antoni & Alison war die Verwendung von Schleifen und Knoten, die die gewöhnlich klare Silhouette ihrer Kollektion aufbrachen. Überhaupt erschienen Schleifen und lose hängende Bänder in vielen Kollektionen der London Fashion Week, so etwa bei Jens Laugesen, Temperley und Katharine Hamnett.

Zu den beliebtesten Stoffen gehörten Georgette, Satin, Chiffon und Seide. Lurex und Glitzereffekte fehlten bei fast keinem Designer. Farbtrends ließen sich nicht ausmachen: alle Töne des Regenbogens (und der Pop-Art) waren zu sehen. Kleider und Röcke dominierten deutlich. Wenn Hosen vorkamen, dann in allen erdenklichen Längen und Formen: von extrem knappen Hotpants über Caprihosen bis zu engen Stretch- und weit geschnittenen Marlene-Hosen.

Fließende Linien folgen den Körperbewegungen

Allgegenwärtig waren weich fallende Kleider, die sich in fließenden Linien den Körperbewegungen anpassten. Jasper Conran etwa entdeckte den Halston-Look der 70er Jahre wieder, versehen mit großflächigen afrikanischen Mustern in Erd- und Naturfarben. Eine der schönsten Kollektionen zeigte Jenny Packham, die das schwarze Starmodel Alek Wek in einem weit wallenden, bunt bedruckten Seidenponcho auf den Laufsteg schickte.

Stardesignerin Sophia Kokosalaki, eine der talentiertesten Kräfte der Londoner Modeszene, zeigte eine in sich vollkommen stimmige Kollektion in Haut- und Pudertönen. Ihre kunstvoll drapierten, gefältelten Jersey- und Seidenkleider erinnerten mehr denn je an altgriechische Gewänder. Anklänge an diesen Stil sind Kokosalakis Markenzeichen.

Katharine Hamnett wie immer politisch engangiert

Farblich zurückhaltend präsentierte auch Katharine Hamnett ihre Kollektion: Die meisten ihrer klassisch und schlicht geschnittenen Modelle in Knitteroptik zeigte sie in Weiß. Wie immer musste Hamnett daran erinnern, dass sie eine politisch engagierte Designerin ist. Sie zeigten ihre Models, darunter Naomi Campbell, T-Shirts, die dazu aufforderten, Kondome zu tragen und Afrika zu retten.

Von Hana Goodhart, dpa


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