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Mailänder Herrenmode: Frisch gewagt ist halb gewonnen

Gewagt, wie die Mailänder Designer sich die Herrenmode für den Sommer 2005 vorstellen: Bauchfrei, in knappen Badeshorts und sehr feminin. Welcher Mann traut sich das?

David Beckham hat es vorgemacht: Der metrosexuelle Mann ist "in". Auch die Designer auf der Milano Moda Uomo schickten ihre Models mit denkbar femininen Outfits auf den Laufsteg: Rasierte Brust, Kettchen um den Hals, String-Tangas, Handtäschchen, Armreifen und knallbunt. Fünf Tage lang gaben die Edelschneider einen Ausblick auf die Herrenmode für die Saison Frühjahr/Sommer 2005.

Die Frauen wird es freuen: Müssen sie in diesem Sommer am Strand noch den Anblick von weiten und schlabbernden Badeshorts ertragen, werden diese im nächsten Jahr durch äußerst knappe Höschen ersetzt. Sowohl Versace als auch Dolce&Gabbana und Gucci verdecken nur noch das Nötigste.

Untenrum wird es also luftig, obenrum kann Mann schon mal ins Schwitzen kommen, denn das Sakko soll auch am Strand unerlässlich sein: "Ein wahrer Dandy trägt sein Sakko auch unter glühender Sonne", sagte Giorgio Armani zu seiner Show.

Bunter geht es nicht

Auch bei den Farben drehen die Designer auf: Wenn selbst eine auf Schwarz und Grau eingeschworene Marke wie Calvin Klein plötzlich kräftiges Hellblau, leuchtendes Rot und ein tiefes Grün im Programm hat, kommt das einer kleinen Revolution gleich.

Seit Männerschmuck immer mehr im Trend liegt, erweitern die Designer ihr Angebot auf diesem Gebiet. Der neueste Vorschlag: die Brosche am Revers auch für den Mann. Prada steckte den männlichen Models Flugzeuge und Segelschiffe an den Kragen, Gucci einen Schmetterling. Emporio Armani, Giorgio Armanis Zweitlinie, zog mit floralen Formen nach.

Die Frage bleibt, welcher Mann sich so am Strand blicken lässt. Doch wer auffallen will, hat im nächsten Jahr alle Chancen.

Jens Maier
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