Moderummel in der Hauptstadt Die Berliner Fashion Week beginnt


Die Mode regiert die Hauptstadt: Die Berlin Fashion Week mit ihren exklusiven Laufstegschauen, Empfängen und Partys, Messen und Ausstellungen findet von Mittwoch bis Samstag an zahlreichen Orten der Stadt statt.

Die Mode regiert die Hauptstadt: Die Berlin Fashion Week mit ihren exklusiven Laufstegschauen, Empfängen und Partys, Messen und Ausstellungen findet von Mittwoch bis Samstag an zahlreichen Orten der Stadt statt. Herzstück der Modetage ist die Mercedes-Benz Fashion Week mit seinem Catwalk in einem strahlendweißen Zelt auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte.

International bekannte Häuser wie Strenesse Blue, Black Boss und Rena Lange präsentieren ebenso ihre Herbst/Winterkollektionen 2010 wie junge Labels und Designer. Für sie ist die Fashion Week Sprungbrett und eine Plattform, sich beim internationalen Fachpublikum, - Einkäufern und Modejournalisten - einen Namen zu machen.

Rund 20 Namen haben die Organisatoren der nach dem Hauptsponsor benannten Mercedes-Benz Fashion Week bislang bestätigt, unter anderem ALLUDE, Anja Göckel, DIMITRI, ic!berlin, Kilian Kerner, Marcel Ostertag und SCHUMACHER. Viele Designer sind in Berlin zu Hause und somit Nachweis für den von den Veranstaltern gern gebrauchten Superlativ, Berlin sei die einzige Modemetropole Deutschlands.

Immerhin arbeiten in der Stadt 800 etablierte und aufstrebende Designer. Acht Modeschulen vermitteln das notwendige handwerkliche Können. Zwei von ihnen, die Esmod Modeschule und die Best-Sabel Berufsfachschule, präsentieren sich auf der Fashion Week.

Gleichwohl muss die Berliner Modewoche auch in diesem Jahr mit der Tatsache leben, dass die ganz großen internationalen Modenamen fehlen und nicht mal alle deutschen Modefürsten mitmachen, so etwa der im benachbarten Potsdam lebende Altmeister Wolfgang Joop mit seiner Firma "Wunderkind". "Berlin ist mir zu nah", sagte er "Bild.de". Außerdem seien die Modeschauen zu Medienveranstaltungen mutiert. "Da werden häufig ganz normale Produkte als Design verkauft."

Der Berliner Designer Michael Michalsky probiert es mit einer eigenen Veranstaltung: Er hat für Freitag 1.700 Gäste zur "Michalsky Style Nite" in den Friedrichstadtpalast eingeladen, wie er in einem Interview von "Welt online" berichtet. Zwei weitere bekannte Labels, Kaviar Gauche und Lala Berlin, hat er der Mercedes-Benz Fashion Week abgeworben. "Der Friedrichstadtpalast mit seiner beeindruckenden Architektur ist nun mal eine andere Location als ein weißes Zelt", argumentiert Michalsky. "Ich würde niemals eine Modenschau im Friedrichstadtpalast machen, das ist doch Entertainment, dabei ist Mode eine Kunstdisziplin", rüffelt Joop den Kollegen im Interview.

Einkäufer, Modejournalisten und andere Fachbesuchern erwartet jedenfalls ein prall gefüllter Terminkalender in Berlin. Neben den Modeschauen wollen etwa Modemessen wie PREMIUM und JAM BERLIN sowie die die Dessousmesse 5 elements.berlin besucht werden. Premiere hat die Streetwear-Messe Bread & Butter im ehemaligen Flughafen Tempelhof.

An Mode interessierte Berliner und Touristen lädt die "Showroom-Meile" ein, die unter anderem vom Berliner Senat für Wirtschaft sowie Berliner Unternehmen organisiert wird. Das Programm bietet Modevorführungen, Ausstellungen und vielfältige andere Veranstaltungen quer durch die Stadt. Eine Altkleidersammlung der besonderen Art präsentiert die Ausstellung "Reanimation - Wiederbelebungsmassnahmen" des Designerduos "schmidttakahashi": Sie kreieren neue Modelle, indem sie gebrauchte Teile auftrennen und neu zusammensetzen. Jedes neue Stück enthält einen Mikrochip, das über dessen Geschichte informiert. Ein Container steht bereit für gebrauchte Textilien, die in künftigen Kollektionen verarbeitet werden sollen.

APN APN

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