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Muslimische Rettungsschwimmerinnen: Pamela im Schleiergewand

Pamela Anderson hat im knappen Bikini als Rettungsschwimmerin Karriere gemacht. Doch auch Musliminnen können in Zukunft Strände bewachen, ohne begehrliche Blicke auf sich zu ziehen: In Australien wurde der Burkini erfunden - eine Mischung aus Burka und Bikini.

Eine Mischung aus Bikini und Burka ermöglicht es muslimischen Frauen künftig, an Australiens Stränden als Rettungsschwimmerinnen zu arbeiten. Der so genannte "Burkini" ist wie der Bikini ein Bade-Zweiteiler. Wie die Burka verhüllt er jedoch den gesamten Körper. Das bodenlange Kleidungsstück ist mit einem Schleier ausgestattet und weit genug, um die körperlichen Reize der Musliminnen zu verschleiern. Gleichzeitig ist er jedoch figurbetont genug, um damit richtig schwimmen zu können. Demnächst soll das rund 120 Euro teure Stück in rot und gelb in die Läden kommen - den klassischen Farben der Rettungswacht - und das Bild des australischen Mythos vom weißen, braun gebrannten Lebensretter entscheidend verändern.

Der Schritt soll auch die Spannungen nach den Unruhen am berühmten Cronulla Beach südlich von Sydney schlichten. Ende 2005 hatten sich dort weiße Jugendliche Schlachten mit Altersgenossen libanesischer Abstammung geliefert. Bei den Krawallen wurden Autos, Geschäfte und Kirchen demoliert. Mit einem zehnwöchigen Training für Muslime soll die ethnische Mischung der Rettungsschwimmer nun vielfältiger werden.

"Ich bin Australierin und war immer eine Anhängerin des australischen Lebensstils", sagte Mecca Laalaa, eine der 24 Teilnehmerinnen. "Mit dem Burkini kann ich jetzt noch mehr daran teilnehmen. Wir sind immer zum Strand gegangen, aber mit dem Burkini kann ich auch richtig schwimmen", fügte die 22-Jährige hinzu.

Burkini schützt auch vor Sonnenbrand und Sand

Australien sei nun mal vom Wasser umgeben, deshalb sei Schwimmen für alle Kinder und Jugendliche ein großes Thema, sagte die Burkini-Herstellerin Aheda Zanetti. Bisher hätten die meisten Mädchen in dem Moment damit aufgehört, in dem sie sich entschieden, den Schleier zu tragen. "Wir wollten das nicht machen." Zanetti hofft, ihre Käuferschicht auch auf Nicht-Muslime auszuweiten. In Australien sei nicht nur die Sittsamkeit ein Grund, einen Burkini zu tragen, sondern auch die starke Sonneneinstrahlung. Das revolutionäre Kleidungsstück schütze auch vor Sonnenbrand und Sand, betonte sie.

Reuters / Reuters
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