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New York Fashion Week Promi-Alarm in der ersten Reihe

Bei der New York Fashion Week geht es nicht nur um Mode. Es ist auch eines der größten Promi-Treffen der USA: Demi Moore trifft Mischa Barton trifft Heather Graham trifft Sean Puff Daddy Combs trifft Kate Bosworth. Und sogar Boris Becker war da - mit seiner neuen Flamme.
Von Ulrike von Bülow, New York

In New York ist Fashion Week, das heißt, die Celebrity-Dichte ist so hoch wie sonst nur bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles. Und wenn sich in diesen Tagen die Erde auftäte und Manhattan verschwände, dann hätte die amerikanische Unterhaltungsindustrie ein Problem.

Im Bryant Park zwischen der fünften und sechsten Avenue, Höhe 42. Straße, wo man kürzlich noch auf grünen Rasen blickte und beobachten konnte, wie sich ein weißer und ein schwarzer Mann gepflegt um einen Stuhl prügelten (Sieger: die Polizei, die mit fünf Zweier-Teams anrückte), steht nun eine große, weiße Zeltlandschaft, in der die Designer um höchstmögliche Aufmerksamkeit kämpfen. Dafür braucht es Prominenz in Reihe eins. Es sei denn, man heißt Gwen Stefani, dann reicht es, wenn der Gatte und das Söhnchen ganz vorn sitzen.

Die Sängerin hat ein eigenes Modelabel namens L.A.M.B., und das zeigte am Mittwoch, Tag eins der Modewoche, was es im kommenden Frühjahr und Sommer an die Frau bringen möchte: Schmale Krawatte zu weißer Bluse zu kurzem Schottenröckchen - eine Mischung aus Schulmädchenschick und der Tour-Garderobe von AC/DC's Angus Young. Gwen Stefani selbst trug ein schwarz-weiß gemustertes Minikleid, als sie am Ende auf dem Laufsteg erschien, winkte und ihren Sohn Kingston auf den Arm nahm, der mit Schnuller im Mund und Kopfhöhern über den Ohren nicht so aussah, als ob ihn das ganze sonderlich interessierte. Aber so ein Mutter-und-Kind-Bild macht sich gut in den Zeitungen am nächsten Morgen. Sieht man selten - und es menschelt, wie schön!

Versteckt hinter einer riesigen Sonnenbrille

Das hat ja was von Fließbandarbeit hier, auch wenn man sich bewegt. Man geht hin, wartet, meist beginnt so eine Show eine Dreiviertelstunde zu spät. So ist es am Donnerstag bei Thom Browne, hotshot in New York in Sachen Männerfashion, bei dem die V.I.P.'s der Modejournalistinnen Platz nehmen: Suzie Menkes, die mit der drolligen Haartolle von der Herald Tribune, und Anna "Der Teufel trägt Prada" Wintour von der Vogue, die schmal ist wie ein Model und sich hinter einer derart großen Sonnenbrille versteckt, dass man sich fragt, wie sie mit der durch die Tür gekommen ist.

Am Ende Applaus, der Designer kommt raus, fertig. Man steht auf, eilt zur nächsten Show, die natürlich auch nicht pünktlich anfängt, also wartet man wieder. Sieht viele schöne, junge Menschen, die sehr ernst aus der hippen Wäsche gucken und Sätze sagen wie: "Hast du gehört, Hilary Swank war gestern bei der Calvin Klein-Party!" oder "Ich bin eigentlich selber Designerin, aber im Moment mache ich PR für soundso".

Latzhosen für die Dame, Hochwasserhosen für den Herren

Am Nachmittag hat G-Star geladen, ein paar Blocks weiter südlich vom Bryant Park, in die Gotham Hall. Unter einer güldenen Kuppel und einem riesigen Kronleuchter wird sehr viel Jeansstoff gezeigt, mal in Form von Latzhosen (für Damen), mal in Form von Hochwasserhosen in Dreiviertellänge (für Männer). Heather Graham schaut zu und Eva Amuri, die Tochter von Susan Sarandon. Simon le Bon und Nick Rhodes von Duran Duran sind da, die den Altersdurchschnitt der Anwesenden (gefühlt: 24) ein wenig nach oben korrigieren. Auch gesehen: der Schauspieler Wilmer Valderama, der als "former boyfriend" von Lindsay Lohan auf der Promi-Gästeliste geführt wird. Die - entgegen anders lautender Gerüchte - nicht zur Fashion Week kommen will: Sie befindet sich derzeit irgendwo in Utah auf Entzug von irgendwas.

Fashion Week ist gleich trashfiguren-freie Woche? Am Abend, auf der Aftershowparty im Dachgarten des Gramercy Park Hotels, steht der Bruder von Chloe Sevigny am DJ Pult; Paul, der seiner Schwester optisch sehr ähnelt - abgesehen von den Geheimratsecken -, The Verve's "Bittersweet Symphony" auflegt und sich fröhlich Weißwein reinkippt. Und gerade als man denkt, wie nett - da taucht Nicki Hilton auf, Schwester von Paris, die jetzt in Mode macht. "Nicholai" heißt ihr Label, am Sonntag wird sie damit im Zelt am Bryant Park auflaufen. Man ist - nicht wirklich gespannt.


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