Prêt-à-Porter Paris Schwarz gekleidet und gold gekränzt

Es mag uns Deutschen eher fremd erscheinen, doch es gibt Politikerinnen, die zu Modeikonen mutieren. Aktuellstes Beispiel: Julia Timoschenko. Deren goldenen Haarkranz konnte man bei der gesamten Givenchy-Schau bewundern.

Mit einer Hand voll Trümpfen warteten die Pariser Prêt-à-Porter-Schauen der Herbst/Winter-Kollektionen 2006/2007 am Mittwoch auf. Höhepunkt dieses starken Schauentages: Die Präsentation von Olivier Theyskens für das Modehaus Rochas am Abend. Auf rauchschwarze Entwürfe wie Shorts zu langen Stiefeln und hoch geschlossenen Blusen folgten Abendroben mit luftigen Volants in hellen Grautönen.

Die Leiter, die ein Model am Anfang trug, war Programm. Theyskens hatte an den Aufstieg eines Schornsteinfegers in die Wolken gedacht. Das Thema gab ihm Gelegenheit, seine viel gelobten Hosenanzüge zu variieren: Schmal geschnitten und dennoch locker, tailliert und sexy stellen sie Paradestücke der Schneiderkunst dar.

Inspiriert von orientalischen Eindrücken

Mit Blattgold bedeckt war der Laufsteg bei Dries van Noten, golden wie die hinreißenden Pumps, die die Models trugen oder die Brokatstoffe seiner Mäntel und Kleider. Van Noten hatte sich von einer Reise nach Istanbul inspirieren lassen. Dank seines Feingefühls glitt das glanzvolle Thema nie ins Kitschige ab. Fließende Kleider in leicht gerundeten Formen wechselten mit Elementen aus der Herrenmode wie Nadelstreifen oder Hosen mit Kummerbund.

Auch bei der griechischen Designerin Sophia Kokosalaki waren Schwarz und Gold Trumpf. Bei Givenchy zeigte der Italiener Riccardo Tisci seine zweite Prêt-à-Porter-Kollektion für das traditionsreiche Modehaus, und er hat dessen Archive gründlich studiert. Heraus kam eine moderne Umsetzung des Looks der frühen 60er Jahre mit schmalen, knielangen Wollkleidern zu blickdichten Strümpfen und Pumps. Neben diesen zarten Damen traten Amazonen in dunkelblauen Armeehosen auf sowie laszive Ladies in hellroten Abendkleidern.

Overalls, Jogginghosen aus Leder, capeartige Oberteile und ein Touch 80er Jahre gab es bei Loewe. Dies könnte vulgär wirken, tritt jedoch bei dem spanischen Luxushaus derart edel auf, dass man im Publikum hingebungsvolle Seufzer zu hören meinte.

DPA DPA

Mehr zum Thema



Newsticker