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Prêt-á-Porter Chanel, Dries Van Noten und Helmut Lang zur Halbzeit


Scarlett O'Hara hätte jubiliert. Sattes Grün, die Lieblingsfarbe der Roman- und Filmheldin aus "Vom Winde verweht", kommt im nächsten Sommer mit Macht in die Mode.

Scarlett O'Hara hätte jubiliert. Sattes Grün, die Lieblingsfarbe der Roman- und Filmheldin aus "Vom Winde verweht", kommt im nächsten Sommer mit Macht in die Mode. Ob als Gras- oder Limonengrün, Jade- oder Smaragdton: Die Pariser Designer favorisieren die Farben von Wald und Wiesen bei den Prêt-á-Porter-Schauen. Zur Halbzeit der Modewoche kristallisiert sich auch der dazu passende Frauentyp heraus: Waldfeen deuten auf eine neue Verspieltheit in der Mode hin, die die provokante Weiblichkeit oder lässige Sportlichkeit vergangener Saisons verdrängt.

Karl Lagerfeld scherte allerdings in seiner Chanel-Schau am Freitagmorgen aus der "grünen Welle" aus. Gerade mal zwei wassergrüne Entwürfe für moderne Nixen gingen in einem Meer von Rosé, Weiß, Creme, Grau und Nachtblau unter. Mädchenhaft wirkten die Entwürfe mit leichten Tweedkostümen in Pastellrosa, fließenden Mousseline- und transparenten Spitzenkleidern mit gesmokten Röcken. Eine Crêpe-de- Chine-Jacke war mit großen Rosen in Computerdruck übersät, einen zweireihigen Trenchcoat in Beige zierten roséfarbene Tweedkanten. Highlights waren Bikinis in Häkelspitze, Taschen in Form einer Videokassette und raffinierte weiße Baumwollmäntel mit den kassettenförmigen Ornamenten antiker Bettdecken.

Wie von einem Zauber gebannt fühlten sich die Besucher der Schau von Dries Van Noten am Donnerstagabend. Der Innenhof der Pariser Akademie der Schönen Künste war in sanftes Licht getaucht, ein Blätterwald schimmerte im Hintergrund, Nebel stieg auf. Und dann ließ der Antwerpener Modemacher Elfen in flachen Silberpantoffeln durch die Reihen defilieren. Leicht wie der Gang waren die Gewänder: Weiße Wäschekleider mit Rüschen und Volants, pudrige Blusen in Hauttönen und wunderschöne schwingende Röcke aus mit Blüten bestickter Seide. Und die Säume wirkten wie gerissenes Seidenpapier. Limonen- und Lindgrün, Silber, Schwarz und Tiefblau bestimmten das Farbbild. Van Noten kombinierte dank ausgeklügelter Wickeltechniken verschiedene Stofflagen und Farben.

Auch

Helmut Lang

beherrscht die hohe Kunst der Kombination und gilt zudem als Meister innovativer Stoffqualitäten. Superkurze Kleider und Röcke zeigte er diesmal, teils schlicht im Turnhemd-Stil, dann wieder ausgeklügelt aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt. Lange Schals hingen an den Seiten, wirkten wie um die Hüfte geschlungene Jäckchen. Grüne Nylonvolants zierten beigefarbene Trikotkleider, Glanzpapier in Blau oder Gold schaute aus Jacken und Röcken hervor. Anzüge mit schmalen Hosen und passenden Schnürsandalen waren ganz und gar in Weiß gehalten.

Eine Hommage an die 80er Jahre bot der Amerikaner

Michael Kors

in seiner Schau für Céline. Schmeichelnde Jerseykleider, wehende Tücher und Schals waren mit Palmblättern, pinkfarbenen Orchideen oder Goldketten bedruckt. Tops und schulterfreie Kleider, die im Nacken geknotet werden, beschworen tropische Nächte und Cocktail-Partys. Alles fließt in dieser eleganten eher damenhaften Kollektion.

Der spanische Ledermacher

Loewe

setzt auf Figur. Knallenge Lederleggins zu hochhackigen Sandalen, Schlauchkleider und tiefe Rückenausschnitte bei Blousons verlangen nach gestylten Körpern. Die reichen Kundinnen der Luxusmarke können solche jedoch meist vorweisen. Belohnt werden sie durch die handschuhweichen Traumqualitäten der Entwürfe, die in Nougat, Grautönen, Creme und Dunkelblau daherkommen.


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