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Tom Ford: Ende einer Ära

Bei Gucci geht die glanzvolle Ära Tom Ford zu Ende. Der Star-Designer verlässt nach 14 Jahren die italienische Luxusmarke.

Bei Gucci geht die glanzvolle Ära Tom Ford nach 14 Jahren zu Ende. Das italienische Modehaus verliert neben seinem texanischen Chefdesigner im April 2004 auch seinen Vorstandsvorsitzenden Domenico De Sole. Beide verlängerten ihre Verträge nicht, wie der Gucci-Mutterkonzern Pinault Printemps-Redoute (PPR) heute in Paris mitteilte.

Ford und De Sole hatten dem schwer angeschlagenen Traditionsunternehmen in den 90er Jahren neuen Glanz verliehen und Gucci in die Spitzengruppe der Luxusgüterindustrie geführt. Der 42-jährige Ford ist auch Chefdesigner der Gucci-Tochter Yves Saint-Laurent.

Gucci zu neuem Glanz geführt

Gründe für das Scheitern der monatelangen Verhandlungen wurden offiziell nicht mitgeteilt. Die Gespräche sollen dem Vernehmen nach bei der Dotierung der Verträge ins Stocken gekommen sein. Eine Gucci-Sprecherin erklärte, es habe nicht einen einzelnen Knackpunkt gegeben. De Sole, der seit 19 Jahren bei Gucci arbeitet, kassierte im letzten Geschäftsjahr 2,3 Millionen Euro, Ford 5,5 Millionen Euro. Der Stardesigner erlöste in diesem Jahr weitere 38 Millionen Euro durch Aktienoptionen.

Das Ausscheiden der beiden Topleute fällt mit dem Ende des garantierten Übernahmepreises von PPR an die restlichen Anteilseigner zusammen. Nehmen alle die Verkaufsoption wahr, muss PPR sie mit noch einmal 2,5 Milliarden Euro auszahlen. PPR-Gründer Francois Pinault hatte Gucci vor zwei Jahren nach einem erbitterten Kampf mit seinem Erzrivalen Bernard Arnault (LVMH) übernommen.

Ford: Gucci war mein Leben

Ford kam 1990 als Chefdesigner für die Pret-a-Porter-Abteilung zu Gucci und "verschaffte dem angeschlagenen Label ein sensationelles Comeback", wie die "Vogue" in ihrer Internetausgabe notiert. "Die Revitalisierung des bröckelnden Gucci-Imperiums geht mit seinen samtigen Hüfthosen im Halston-Stil, den hauchdünnen Satin-Hemden und den metallic Lackstiefeln auf sein Konto." Die "Vogue" rühmte auch Fords kaufmännische Fähigkeiten.

Der 59 Jahre alte De Sole erklärte: "Gucci war eine der großen Leidenschaften meines Lebens." Ford versicherte: "Dieses Unternehmen war in den letzten 13 Jahren mein Leben." Er sei stolz auf seine Arbeit und empfinde "große Trauer". Sie wollten für einen fließenden Übergang bei Gucci sorgen. Ein Komitee unter der Leitung von PPR-Chef Serge Weinberg soll nun Nachfolger suchen.