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Konzertkritik

Konzert in Hamburg: Kettcar und ihr Glaubensbekenntnis: "Humanismus ist nicht verhandelbar"

Kettcar schauen mal wieder zu Hause vorbei: Beim Konzert im Mehr!-Theater gab es viel Altbekanntes und Liebgewonnenes. Aber auch eingefleischte Fans konnten noch Neues entdecken.

Kettcar

Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch (M.) mit Bassist Reimer Bustorff (r.) und Gitarrist Erik Langer (l.)

Picture Alliance

Kaum eine Band verkörpert Hamburg so wie Kettcar und kaum eine Band kennen die Hamburger so gut wie Kettcar. Die Geschichte der Rockgruppe ist so mit der Hansestadt verwoben, dass unter Musikkennern die Stilrichtung, der Kettcar zugerechnet werden, sogar nach der Stadt benannt ist: die "Hamburger Schule".

Musikalisch hat die Band Hamburg Denkmäler wie "Landungsbrücken raus" gesetzt – Songs, von denen man nicht genau weiß, ob sie das Hamburg-Gefühl aufnehmen oder es erst zu einem beträchtlichen Teil geprägt haben. Wahrscheinlich beides. Und natürlich haben Kettcar wohl auch in keiner anderen Stadt so viele Konzerte gespielt wie in ihrer Heimat. Allein auf der Tour im vergangenen Jahr nahmen sich die Indie-Legenden an drei Abenden hintereinander Zeit für ihr Hamburger Publikum. Natürlich waren alle Konzerte ausverkauft.

Kettcar – die Band für das ultimative Hamburg-Gefühl

Kettcar haben in so gut wie jedem Schuppen der Stadt gespielt, der halbwegs gitarrenrockaffin ist, und davon gibt es in Hamburg wahrlich nicht wenige. Doch auch für die Urgesteine gibt es noch Neuland: Am Samstag absolvierten sie ihren ersten Auftritt im Hamburger Mehr!-Theater. Natürlich auch wieder seit langer Zeit ausverkauft. Alle, die sich auch auf die Vorband Love A zur Einstimmung gefreut hatten, wurden enttäuscht – die Punkformation musste wegen Krankheit des Sängers absagen. Mit Fortuna Ehrenfeld war aber schnell hochkarätiger Ersatz aus dem Grand-Hotel-van-Cleef-Universum gefunden.

Zwischen Befindlichkeitspop und Polit-Punk

Kettcar selbst bauen wie eigentlich fast immer auf Altbewährtes. Wie üblich kommen alle fünf Bandmitglieder in schwarzen Hemden auf die Bühne, Frontmann Marcus Wiebusch singt, Bassist Reimer Bustorff schnackt zwischendurch, denn Wiebusch ist eher ein Mann großer Worte, wenn sie in Songs verpackt sind. Dann aber umso mehr. Ein Stück handfester Gitarrenrock folgt auf das nächste, die Setlist ist bestimmt vom aktuellen Album "Ich vs. Wir", das vor anderthalb Jahren erschienen ist und eine fünfjährige Pause beendet hatte. Seither präsentieren sich Kettcar politischer, die Band greift in ihren Texten große gesellschaftliche Debatten auf und löst sich vom Stil früherer Jahre, in dem Songs oft "befindlichkeitsfixierte Aufstände" waren, um es mal mit einem Zitat aus einem Kettcar-Song zu formulieren.

Neue EP: Kettcar präsentieren erste Songs live

Marcus Wiebusch hadert oft damit, dass Kettcar jetzt im "Polit-Punk" eingeordnet werden: "Solange es diese Band gibt, werden wir unsere Liebeslieder und unsere politischen Lieder gleichberechtigt behandeln." Aber gerade "Sommer 89" ist ein Stück, das Politik und Gefühl verbindet, Wiebuschs Sprechgesang hinterlässt bei jedem in der Halle Gänsehaut. Die Geschichte über eine Flucht aus der DDR, die der Song erzählt, ist zunächst einmal nur eine Geschichte aus der Zeit unmittelbar vor der Wende – aber in diesen Zeiten kann man darin nichts anderes hören als ein Statement zur Flüchtlingsthematik. "Es macht uns zu Menschen, anderen durch Zäune zu helfen", sagt Wiebusch dazu. "Humanismus ist nicht verhandelbar." Das bekommt großen Beifall.

Doch es gibt auch etwas Neues zu entdecken: Zwei Stücke von der neuen EP "Der süße Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich)", die erst in dieser Woche angekündigt wurde und am 15. März erscheint. Ansonsten sind es vor allem die Klassiker, die beim Publikum gut ankommen: "Balkon gegenüber", "Deiche" und eben "Landungsbrücken raus".

Da lassen Kettcar das Publikum dann schon mal eine ganze Strophe alleine singen. Und natürlich kennen die Fans jede Zeile. Denn Hamburg und Kettcar – das sind zwei, die sich aufeinander verlassen können.

Musik-Rätsel: Diese Songs kennt jeder - aber auch den Text?
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(