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Auf einmal Sommer!: Läuft bei den Eisdielen - aber was macht ein gutes Eis eigentlich aus?

Der wärmste Mai seit Menschengedenken sorgt für guten Absatz bei den Eisdealern. Entsprechend herrscht beste Laune bei den Meistern der Branche, die sich gerade in der Nähe von Berlin zu einem Festival treffen. Ein Interview mit der Sprecherin des "Gelato Festival Europa" über die neue Eiszeit.

Eis

Laut Statistik essen nur die Skandinavier noch mehr Eis als die Deutschen

Ist das heiß! Der Monat Mai war in diesem Jahr in vielen Regionen Deutschlands der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Abgesehen davon, dass dieser Rekord klimawandeltechnisch durchaus besorgniserregend daherkommt - der nahtlose Übergang von den grauen Wintermonaten zu Sonnenschein und Hitzewelle fühlt sich für den Moment zumindest verdammt gut an. Und er macht Lust auf Eis! Nicht nur gefühlt, sondern auch statistisch.

Denn: Ob Waffel oder Becher - Deutschland ist ein Eisland. Bundesweit gibt es nach Branchenangaben rund 9000 Eisdielen. Darunter sind ein Drittel Betriebe, die Selbstgemachtes verkaufen. Die Eismeister zieht es am Freitag und am Samstag in die Nähe von Berlin. Dort wird unter 16 Eisdielen von Publikum und Fachjury der deutsche Champion gekürt, der 2021 mit der deutschen Auswahl zu den World Masters nach Florenz fährt.

Eis: "Gelato Festival Europa" in Berlin

Bei dem "Gelato Festival Europa" in Wustermark kann man ungewöhnliche Sorten testen: etwa Avocado-Physalis-Sorbet oder eine Kreation, die nach Butter, Brot und Marmelade schmeckt. Festivalsprecherin Annalisa Carnio erklärt im Interview, worauf es bei einem guten Eis ankommt.

Wie war die Eisdielen-Saison bisher?

Annalisa Carnio: Im Moment sehr gut, aber die Saison ist später gestartet. Der Winter war lang, auch regnerisch bis Ende April. Und dann war es auf einmal Sommer.

Sind die Deutschen noch verrückter auf Eis als andere Nationen in Europa?

Die Deutschen sind große Eisliebhaber - und das freut uns auch. Aber sie sind da nicht die Ersten. Die Skandinavier essen am meisten Eis, dann kommen die Deutschen und die Italiener, dann die Spanier und die Franzosen.

Warum gibt es eigentlich so einen Wettbewerb - ist beim Eis nicht schon alles probiert?

Beim Wettbewerb geht es nicht nur um neue Kreationen, es geht im Grunde auch um die Botschaft: Was ist handwerkliches Eis, was ist dieser Beruf? Wie erklärt man eine Eissorte?

Gibt es sehr viele Pfuscher, die denken, sie könnten Eis machen und es schmeckt furchtbar?

Das kann ich nicht sagen. Ich achte immer auch darauf, nur gutes Eis zu essen, manchmal nur eine Kugel, aber perfekt und mit frischen Zutaten.

Was macht für Sie ein gutes Eis aus?

Es muss nicht viel sein und an der Zunge kleben. Der Geschmack muss sich im Mund durch die Körpertemperatur schön entfalten. Und nach einer Kugel dann die Lust: Ah, das könnte ich weiter essen. Das ist für mich ein Zeichen für gutes Eis.

Annalisa Carnio ist Sprecherin der Union der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland (Uniteis). Die gebürtige Italienerin hat dieses Jahr auch schon die Eissorte des Jahres erklärt: "German Black Forest", in Anlehnung an die Schwarzwälder Kirschtorte. Die 59-Jährige selbst mag Joghurt und Haselnuss.

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Caroline Bock, DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?