HOME

"Game of Thrones": Diese Szene um Sansa Stark macht Schauspielkollegin Jessica Chastain wütend

Auch die achte und letzte Staffel von "Game of Thrones" sorgt für Zündstoff: Nun gibt es Kritik wegen einer Szene aus der aktuellen vierten Folge – und die kommt von keiner Geringeren als Jessica Chastain.

Sophie Turner als Sansa Stark in der achten Staffel von "Game of Thrones"

Sophie Turner als Sansa Stark in der achten Staffel von "Game of Thrones"

Es folgt die übliche Spoilerwarnung: Wer die neueste Folge "Game of Thrones" – also Folge 4, Staffel 8 – noch nicht gesehen hat, sollte hier lieber nicht weiterlesen.

Das Serien-Universum von "Game of Thrones" ist keines, in dem man gerne leben möchte. Die Charaktere haben innerhalb von acht Staffeln Dinge durchgemacht, die man teilweise nicht einmal seinem schlimmsten Feind wünschen würde. Eine, die es besonders schlimm getroffen hat: Sansa Stark, gespielt von Sophie Turner. Mit gerade einmal 19 Jahren wurde sie bereits mehrmals gegen ihren Willen verheiratet, geschlagen, gefoltert und vergewaltigt.

Nun gerät eine Szene aus der Anfang der Woche ausgestrahlten vierten Folge der achten Staffel in die Kritik: Sie hatte Sansa und den Bluthund bei einem Gespräch gezeigt. "Nichts von alledem wäre passiert, wenn du Königsmund mit mir verlassen hättest", sagt hier der Hund nach der Schlacht von Winterfell gegen den Nachtkönig, "Kein Kleinfinger, kein Ramsay, nichts davon" und spielt damit auf die Tatsache an, dass er sie am Ende der zweiten Staffel zurück nach Winterfell hatte bringen wollen und ihr all diese Dinge dadurch vermutlich erspart geblieben worden wären.

Daraufhin nimmt Sansa seine Hand und sagt: "Ohne Kleinfinger, Ramsay und den Rest wäre ich mein Leben lang ein kleiner Vogel geblieben."

Sophie Turner und Schauspielkollegin Jessica Chastain

Sophie Turner (rechts) und Schauspielkollegin Jessica Chastain

Picture Alliance

Auf Twitter wird die "Game of Thrones"-Szene heftig diskutiert

Viele Fans sind sich einig: Diese Szene legitimiert Sansas Vergewaltigungen und Folter, sagt also, dass sie nur zu der starken Frau werden konnte, die sie ist, weil ihr fürchterliche Dinge widerfahren sind. Allen voran: Schauspielerin Jessica Chastain, die in den X-Men-Filmen an Sophie Turners Seite spielt. Auf Twitter schrieb sie: "Vergewaltigung ist kein Werkzeug, um einen Charakter stärker zu machen. Eine Frau muss nicht zum Opfer gemacht werden, um sich in einen Schmetterling zu verwandeln. Der kleine Vogel war schon immer ein Phoenix. Ihre immerwährende Stärke kommt nur aus ihr selbst."

Auch Journalistin Chrissa Hardy äußerte sich auf Twitter, schrieb: "Hi. Als Vergewaltigungs-Überlebende, die gerade Game of Thrones geguckt hat, will ich mich nur kurz melden und die Stärke, die ich seit der Attacke dazugewonnen habe GANZ ALLEINE MIR ZUSCHREIBEN. Ich werde nicht hingehen und meinem Vergewaltiger dafür danken, dass er mich dahin gebracht hat, wo ich jetzt bin, so wie Sansa es gerade getan hat."

Und eine weitere Twitter-Userin, die sich passenderweise sansascstark nennt, bringt die Wut recht gut auf den Punkt: "So froh wie ich darüber bin, dass Sansa in dieser Serie eine solche Wandlung durchgemacht hat, habe ich doch ein Problem damit, dass Autoren immer wieder versuchen, die Storyline zu pushen, in der ein Charakter so etwas wie eine Vergewaltigung durchmachen muss, um zu wachsen und sich zu entwickeln."

Es ist nicht das erste Mal, dass die Serie für die Sansa-Stark-Storyline kritisiert wird. Bereits zuvor hatten Fans die Frage aufgeworfen, wieso eine Vergewaltigungs-Storyline überhaupt nötig war, da diese in den Büchern nicht vorkam. Damals hatte Autor/Produzent Bryan Cogman erklärt, dass die Vergewaltigung die einzig logische Geschichte für diese beiden Charaktere gewesen sei: "Wenn sie Ramsay heiratet, was wird dann in der Hochzeitsnacht passieren? Wir haben uns entschieden, uns nicht davor zu verstecken, was realistisch passieren würde, wenn diese beiden Charaktere heiraten. Es geht um die Realität dieser Situation, in dieser spezifischen Welt. Ja, es wäre sehr befriedigend gewesen, wenn Sansa eine Klinge dabei gehabt hätte und Ramsay ausgenommen hätte, aber das wäre nicht Sansa gewesen. Wir können nicht alle Arya sein. Die meisten Menschen müssen in dieser Situation vorsichtiger spielen."

"Game of Thrones": Kaffee-Panne

Quellen: "People" / "Vanity Fair" / "The Independent"

jgs