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"Once Upon A Time In Hollywood": Will Quentin Tarantino die Manson-Morde aus der Geschichte löschen?

Regisseur Quentin Tarantino neigt dazu, in seinen Filmen die Zeitgeschichte ein bisschen umzuschreiben. Nun mehren sich die Spekulationen, dass dies auch für seinen nächsten Film – "Once Upon A Time in Hollywood" – gelten könnte.

ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD

Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, da drangen erste Details zu Quentin Tarantinos neuntem Kinofilm als Regisseur nach: "Once Upon A Time In Hollywood" spiele Ende der 60er Jahre in der Traumfabrik, hieß es, zur Zeit der Morde an Schauspielerin Sharon Tate und sechs weiteren Personen durch die Manson Family um Charles Manson.

Es war einmal, dass Sharon Tates Schwester Debra deshalb große Bedenken plagten. Sie konnte sich offenbar nicht vorstellen, dass Tarantino dem Thema gerecht werden könnte. Oder sie konnte sich einfach nicht vorstellen, das grausame Schicksal ihrer Schwester in einen abendfüllenden Kinofilm mit Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Margot Robbie (als Sharon Tate) eingeflochten zu sehen.

Quentin Tarantino und die alternative Geschichte

Es war einmal, also: "Once Upon A Time" – so fangen alle Märchen an. Und in seiner bisherigen Filmografie hat sich Regisseur Tarantino zumindest insofern als begnadeter Märchenerzähler hervorgetan, dass er der Zeitgeschichte gerne mal eine alternative Note verpasst hat, siehe seine Sicht auf die Sklaverei in "Django Unchained" und den Bürgerkrieg in "The Hateful Eight".

Das markanteste Beispiel für die Tarantino'sche Geschichtsschreibung findet sich natürlich in "Inglorious Basterds" mit dem Attentat auf die Nazi-Führung in einem Kino im Jahr 1944.

Und so mehren sich dieser Tage die Gerüchte, dass Tarantino auch eines der großen traumatischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts, die Manson-Morde, umschreiben wird – beziehungsweise es komplett löschen und Charles Manson damit zur Fußnote der Geschichte machen wird. Darüber spekuliert unter anderem der "Hollywood Reporter". Es würde zu Tarantinos Mission passen, mit seinen Filmen seit jeher tapfer gegen die bösen Begebenheiten anzufilmen, die im 19. und 20. Jahrhundert die US-amerikanische Identität geprägt haben.

Zeitgenössisches Paralleluniversum

Im zeitgenössischen Paralleluniversum von Tarantino haben die Protagonisten immer wieder Wendungen zum Guten herbeigeführt, wie sie die Realität nicht zu bieten hatte – sie sind die Helden seiner modernen Märchen. Werden womöglich Pitt und DiCaprio in ihren Rollen die Morde zu verhindern wissen? Vielleicht hat Debra Tate dem Kultregisseur ja genau deshalb dann doch ihren Segen gegeben. "Dieser Film ist nicht das, was man erwartet, wenn man die Namen Tarantino und Manson miteinander kombiniert", so Tate. Sie sei davon überzeugt, dass Tarantino ehrenwerte Absichten habe.

Daran haben wir anhand seiner filmischen Historie keinen Zweifel. Aber wie werden sich diese Absichten auf seine Version der Geschichte von Manson und Tate auswirken? Für die Antwort auf diese Frage werden wir uns noch ein paar Monate gedulden müssen. Wir könnten nicht gespannter sein.

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tim