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Kultbuch von Heinz Strunk verfilmt: Erster Trailer zu Fatih Akins "Der Goldene Handschuh" - den Hauptdarsteller erkennt Ihr nie

Hamburger Gemeinschaftswerk: Regisseur Fatih Akin hat den 2016 erschienen Roman "Der Goldene Handschuh" über den berüchtigten Frauenmörder Fritz Honka von Heinz Strunk verfilmt. Nun ist der erste Trailer draußen.

Der Goldene Handschuh

„Es gibt genau drei Gründe, warum der Mensch trinkt: 
Erstens um was Schlimmes zu vergessen,
zweitens um was Schönes zu feiern,
und drittens, wenn mal nix los ist, das was passiert!“

Diese mehr korn- als bierselige Weisheit stößt ein Trinkkumpan Fritz Honkas im ersten Trailer zu Fatih Akins neuem Film "Der goldene Handschuh" aus. Der Hamburger Regisseur verfilmte den gleichnamigen Roman von Heinz Strunk, der sich der wahren Geschichte des Frauenmörders Fritz Honka widmet.

Honka pendelt darin im Hamburg der 1970er Jahre zwischen der berüchtigt-legendären Spelunke "Zum Goldenen Handschuh" auf dem Hamburger Berg auf St. Pauli und seiner armseligen Wohnung in der Ottenser Zeißstraße. Und er trinkt eigentlich immer - aus welchem der drei oben angeführten Gründe auch immer (wenn er überhaupt einen braucht).

Der Goldene Handschuh

Kaum wiederzuerkennen: Jonas Dassler als Frauenmörder Fritz Honka in "Der Goldene Handschuh"

Jonas Dassler ist kaum wiederzuerkennen

Gelegenheitsarbeiter Honka, der im richtigen Leben nicht viel auf die Kette bekommt, gehört im "Handschuh" zur ersten Riege: Er sitzt nicht hinten bei den "Schimmligen", sondern trinkt seinen "Fako" vorn an der Theke. Und er hat einen Spitznamen: Fiete. Im "Handschuh" ist das eine besondere Auszeichnung, wenngleich ein Spitzname erster Klasse aus zwei Worten bestehen müsste, so wie die Titel der anderen Stammgäste "Soldaten-Norbert", "Tampon-Günther" oder "Nasen-Ernie". Aber immerhin. Doch auch diese Anerkennung bewahrt ihn nicht davor, zunehmend in eine Welt abzugleiten, die geprägt ist von Alkohol, Gewalt, Frust und Frauenhass.

Jonas Dassler

So sieht Jonas Dassler normalerweise aus

Picture Alliance

Der Mittdreißiger Honka wird im Film vom 1996 geborenen Jonas Dassler dargestellt, der zuletzt unter anderem in "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck zu sehen war. Wenn man nicht weiß, dass man Dassler vor sich hat, erkennt man ihn in Akins Film allerdings im Leben nicht. Die Maskenbildner haben wirklich ganze Arbeit geleistet, um aus dem ansehnlichen Mimen das windschiefe Männchen mit eingedrücktem Gesicht zu machen, das Strunk in seinem Roman beschreibt.

"Der Goldene Handschuh": Nichts für schwache Nerven

Akin, so legen es die ersten Szenen nahe, scheint sich nah an der Buchvorlage zu bewegen. Auch die Parallelhandlung des Buches rund um eine Hamburger Reederfamilie blitzt anfangs kurz auf, wenn deren jüngster Spross seiner Angebeteten ein Date in der Kiezkneipe mit den Worten "da gehen auch normale Menschen rein" schmackhaft machen möchte. 

Der Trailer vermittelt in großen Teilen zwar die bekannte Studio-Braun-typische Milieukomik, zwischendurch kippt die Stimmung jedoch stark ins Düstere.

Vermutung: Der als Horror-Thriller angekündigte Streifen dürfte lustige Momente haben, aber insgesamt nichts für schwache Gemüter werden. Der Kinostart von "Der goldene Handschuh" ist laut der Facebook-Seite von "Studio-Kino Hamburg" am 21. Februar. 

+++ Mehr über Heinz Strunks Roman "Der Goldene Handschuh" lest Ihr hier +++

Quellen: Studio Kino Hamburg (Facebook), "Der Goldene Handschuh" (Roman von Heinz Strunk)

 


 

Die nüchterne Wahrheit: Ist die SPD noch zu retten?
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?