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Momen im Omen: Frankfurt bekommt ein Techno-Museum – und Fans aus aller Welt wollen anreisen

Was kann es Schöneres geben als einen Ort, wo dem, das du liebst, ein Denkmal gesetzt wird? Nichts! In Frankfurt können sich die Freunde der elektronischen Tanzmusik nun auf einen solchen Tempel freuen. Und alle anderen reisen einfach an.

Ein DJ steht im Gegenlicht in einer Disco und reckt die Arme nach oben

Hyper Hyper! (Symbolbild)

Seit 35 Jahren versorgt das britische Magazin "Mixmag" Elektro-Fans mit den neuesten Dancefloor-Infos – natürlich nicht mehr nur auf Papier, sondern auch über die sozialen Netzwerke. So geschah es Anfang Februar, dass sich über die Landesgrenzen hinweg die Nachricht verbreitete, dass die deutsche Stadt Frankfurt am Main ein neues Museum bekommt: ein Techno-Museum!

Was hierzulande kaum jemanden vom Hocker reißt, versetzt die internationalen Fans der bassbasierten Tanzmusik sogleich in Ekstase. In den Kommentaren unter dem Facebook-Post von "Mixmag" kristallisieren sich zwei Tendenzen heraus: Die einen fordern ein ebensolches Museum für die eigene Stadt (New York City, Detroit etc.), die anderen sehen in der Eröffnung einen willkommenen Anlass für einen Trip nach Deutschland. 

Frankfurt hat sich bereits in den 1980er Jahren als DER Ort für Techno in Deutschland herauskristallisiert, der Legende nach entstand in einem Plattenladen unter dem Hauptbahnhof sogar der Begriff, weil Talla 2xlc, eine Frankfurter Musikgröße mit dem bürgerlichen Namen Andreas Tomalla, dort die Kategorie für elektronische Musik mit "Techno" betitelt hat.

Ein Ort mit Tradition

Während rund 650.000 "Mixmag"-Facebook-Fans größtenteils jubeln, wird in der Mainregion auch Kritik laut. Die Räumlichkeiten, die für das Museum ausgewählt wurden, dienen derzeit als "Wintercafé" für Obdachlose. Manch einer fragt sich, ob das nicht der sinnvollere Zweck für die Location ist.

Da nicht alle die Tradition des Hauses kennen, klärt Talla 2xlc unter dem Posting von Frankfurt.de auf: "Ein kurzes Statement liebe Kommentatoren. Techno ist nicht in ffm geboren. die elektronische musik auch nicht. Aber wir haben das elektronische clubbing mit dem Dorian Gray, Omen, XS und noch vieles mehr damals hier gestartet. Als ich 1982 das Wort „Techno“ erstmal nutzte, um der elektronischen musik einen Namen zu geben, dachte ich an die Techno-logie mit der diese Sounds entstanden. Das Momem wird kein Technomuseum, sondern eine Kulturstätte für elektronische Musik und der damit verbundenen Kreativität und dem Lebensgefühl. Lasst euch also überraschen." [sic]

Ansicht der geplanten Außenfassade

Ansicht der geplanten Außenfassade. "Das MOMEM wird kein Techno-Museum, sondern ein Museum für elektronische Musik (und Clubkultur) allgemein", stellt Alex Azary klar.

Die Betreiber des Momem (Museum Of Modern Electronic Music) hoffen, das "Museum" noch in diesem Jahr eröffnen zu können. Alex Azary, einer der "Friends of Momem e.V.", dazu: "Bislang steht der Eröffnungstermin noch nicht fest. Wir übernehmen die Räumlichkeiten Anfang April, danach beginnen die konkreten Planungen, Umbau usw. Wir hoffen aber, dass wir noch in diesem Jahr werden eröffnen können. Außerdem wird es bereits ab April vereinzelte Veranstaltungen, Interventionen im öffentlichen Raum, sowie eine Außenbespielung der Fassade geben."

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