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Instagram: Influencer macht Werbung für Hämorrhoiden-Tücher – und alle machen sich über ihn lustig

Eigentlich ist Kyle Boen ein Lifestyle-Influencer, doch einer seiner Posts sorgte nun für großen Spott. Die Frage ist: Zu Recht? 

Das große Ziel aller Influencer: So erfolgreich werden, dass Firmen ihnen Geld geben, um ein Produkt zu promoten.  Der Nachteil: Oft ist genau die Community deswegen sauer auf sie, die sie groß gemacht hat. Das ist so ungefähr das gleiche Prinzip wie in der Musik. Wir finden eine unbekannte Band, kaufen deren Platten, gehen zu Konzerten und feiern sie als Geheimtipp. Wird diese Band aber groß und finanziell erfolgreich, wird ihr vorgeworfen, sie würden sich verkaufen. Kommerz-Kacke. Deshalb sollten sich Influencer ihre Werbepartner umso genauer aussuchen, die Community verzeiht nicht so leicht. Das musste auch Kyle Boen lernen.

 Der Amerikaner hat auf Instagram über 64.000 Abonnenten. Er postet dort hauptsächlich ermutigenden Content. "Weist negative Energie zurück", "Lebt im Moment" oder "Folgt nicht immer der Masse" sind nur einige seiner Captions. Doch einer seiner Posts sorgte kürzlich für Aufregung: Auf den ersten Blick sieht das Bild so aus wie alle seine Bilder: warme Farben, Kyle im Mittelpunkt, sein muskulöser Körper so ästhetisch wie nur möglich im Fokus. Wer nach rechts zum zweiten Bild swipt, bekommt aber eine Überraschung: Liebevoll auf einem Waldboden drapiert finden sich dort zwei Hämorrhoiden-Tücher.

Passt auf den ersten Blick so gar nicht in den Feed des Amerikaners. In der Bildunterschrift erfahren wir dann mehr: "Manchmal können Freunde nicht mit mir wandern gehen, weil sie Hämorrhoiden-Beschwerden haben und das ist echter Mist." Gut, dass es jetzt das von ihm promotete Produkt für eine schnelle Linderung gäbe. Die schamlose Werbung sorgte für Häme: In den Kommentaren unter dem Post machten sich viele über ihn lustig und Screenshots von seinem Bild schafften es sogar auf andere Plattformen wie Twitter.

"Influencer? Ja, aber zu welchem Preis?", schreibt ein User auf Twitter. Die Antwort hat ein anderer User:

Auch Kyles T-Shirt bietet für einige Angriffsfläche. Der Schriftzug, der wohl "Part Wolf" ("Zum Teil Wolf") heißen soll, wird von der Community zu "Fart Wolf" umgewandelt.

"Freunde", ja ja ...

Die meisten machen sich aber über die doch recht platte Bildunterschrift lustig. 

 

Viele werfen Kyle vor, er nutze die Formulierung, Freunde würden nicht mit ihm wandern können, weil er nicht zugeben wolle, dass er vielleicht selbst unter Hämorrhoiden leide. Doch Kyle mischte sich nun ein: "Du hast Recht, ich habe selbst keine Hämorrhoiden, aber ich habe die Auswirkungen bei Menschen, die mir am Herzen liegen gesehen", schreibt er als Antwort auf die Kritik. Auch eine dieser Freunde meldet sich zu Wort: "Hi, ich bin eine seiner Besten Freunde aus der Schulzeit und ich habe Morbus Crohn! Er würde mich niemals verlinken, aber es macht mit nichts aus! Keine Schande", schreibt Katie Milner, wohl tatsächlich eine Freundin, auf die sich der Influencer in seinem Post bezogen hat. Wie es scheint, war die Sache mit den betroffenen Freunden also nicht nur Vorwand, um einen Marketingdeal abzuschließen. Gegenüber "Buzzfeed News" äußerte sich Kylie zum Hämorrhoiden-Gate und sagte, er wolle auf ein Tabuthema aufmerksam machen. 

Kyle nimmt es mit Humor

Das alles ist wohl trotzdem nicht ganz so gelaufen, wie Kyle es sich vorgestellt hatte, aber in einem weiteren Post teilt er, was er daraus mitgenommen hat: 

"1) Als Influencer stelle ich mich immer der Kritik der Öffentlichkeit [...] 2) Ich bin ein positiver Mensch und stehe hinter den Dingen, die ich promote (Ja, ich mache manchmal gesponserte Posts. Das verberge ich nicht) und will diese Dinge teilen, egal wie tabu das Thema ist [...] 3) Ziehe NIEMALS ein T-Shirt mit einer Schrift an, die leicht zu verändern ist", schreibt Kyle Boen auf Instagram. Es scheint, als würde er die ganze Sache mit Humor nehmen. Und ganz nebenbei: Sein Hämorrhoiden-Post hatte viermal so viele Likes wie andere Fotos. 

Quelle: Instagram, Twitter, "Buzzfeed News"

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