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Kunst für Jedermann: Banksy eröffnet Online-Store – doch einkaufen kann man nur unter besonderen Bedingungen

Der britische Streetart-Künstler hat einen Onlineshop eröffnet, in dem man seine Kunstwerke kaufen kann. Doch ganz im Banksy-Style erwarten die potentiellen Käufer einige Hürden.

Es klingt ein bisschen wie aus einem Hollywood-Film: Ein talentierter Künstler sprayt und zeichnet, seine Werke werden immer bekannter und werden schließlich für horrende Summen verkauft. Aber niemand in der Öffentlichkeit kennt den Mann (oder die Frau?) hinter den Kunstwerken. So geht es seit Jahren mit den britischem Streetart-Künstler Banksy. Und trotzdem schafft er es immer wieder, mit seinen Aktionen in der Öffentlichkeit zum Gespräch zu werden. Nun gab er über Instagram bekannt, dass er einen Online-Store mit seinen Kunstwerken eröffnet.

Der Laden mit den klangvollen Namen "Gross Domestic Product" (was auf Deutsch so viel heißt wie Bruttosozialprodukt) bietet Banksy-Kunstwerke und Merchandise zu erschwinglichen Preisen an. So gibt es die Weste, die Rapper Stormzy auf dem Glastonbury Festival trug für 850 Pfund. Aber auch eine Banksy-Tasse für zehn Pfund kann man erwerben. Wer sich noch mehr wie Banksy fühlen möchte, kann auch für rund 30 Pfund ein T-Shirt erwerben, das aussieht wie ein Gemälde des Künstlers, das nach einer Versteigerung geschreddert worden war. Einige der Stücke waren noch bis vor Kurzem in einem Ausstellungsraum in Süd-London zu sehen.

Kunstkauf mit Hürden

Doch wer ein Banksy-Stück erwerben will, kann es nicht einfach kaufen. Potentielle Kunden müssen sich auf der Homepage registrieren und in einem kurzen Essay von 50 Wörtern erklären, warum Kunst wichtig ist. Ein professioneller Stand-Up-Comedian soll dann unter den Einsendungen die glücklichen Gewinner ermitteln, die einen echten Banksy erhalten. Zudem warnt die Seite ihre Käufer vor möglichen Negativ-Erlebnissen: "Alles wird von einer Handvoll Menschen aus recycelten Materialien hergestellt, an einem Arbeitsplatz, an dem Day-Drinking an der Tagesordnung ist", so die Website. Daher könne sich der Versand verzögern. Zudem weißt der Künstler in den AGBs daraufhin, dass er sich immer kurzfristig vorbehält, einem Käufer ein Stück zu verwehren – schließlich solle man die Stücke aus Interesse erwerben und nicht, um sie dann gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Genau dieser Aspekt scheint auch der Hintergrund der Online-Shop-Aktion zu sein. Schon bei der Installation in London wiesen Flyer darauf hin, dass die Ausstellung das Ergebnis eines Rechtsstreits war. Einige Unternehmen hatten anscheinend Banksy-Produkte (wie Postkarten) verkauft, ohne eine Lizenz des Künstlers zu erwerben. Wer nun ein ganz legales Banksy-Produkt haben will, kann sich bis zum 28. Oktober auf der Website registrieren. Man kann zudem in Euro bezahlen – das Porto übernimmt allerdings der Empfänger.

lau
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