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Projekt "Selfie Harm": Schockierende Fotoserie: So krass verfälschen junge Menschen ihr Aussehen für Social Media

Augen etwas größer, Nase kleiner, Lippen voller: Wie stark Jugendliche Fotos von sich selbst bearbeiten, ist teilweise mehr als erschreckend. Das Projekt "Selfie Harm" zeigt, wie problematisch die Entwicklung von Fotomanipulation ist.

Das Original

Das Original

Es geht ganz leicht: Mit wenigen Klicks werden die Augen etwas größer, die Nase kleiner, die Haut heller - all das für mehr Likes auf Social-Media-Kanälen. Der bekannte Mode- und Porträtfotograf Rankin, der bei "Germany's Next Topmodel" zu den Lieblingsfotografen zählt, hat das Projekt "Selfie Harm" ins Leben gerufen.

Von 15 Jugendlichen hat er dafür sehr natürliche Porträtfotos geschossen, die Teenager waren dabei kaum geschminkt. Dann sollten sie ihr Bild mit der App ihrer Wahl so bearbeiten, dass sie damit zufrieden sind. In nur  wenigen Sekunden war das Original nicht mehr mit der bearbeiteten Version vergleichbar. "Bei Selfies geht es weniger zu zeigen, wer man wirklich ist", sagt Rankin in einem Statement. "Sondern mehr darum, welchen Prominenten du ähnlich sehen willst." Es entspreche dem genauen Gegenteil, was Selbstportraits einst waren.

Filter und Apps können gefährlich werden

Noch vor wenigen Jahren war Photoshop für Werbung und Magazine nicht wegzudenken. Die Bilder wurden manipuliert. Auch Rankin stand in der Kritik. Das hat sich mittlerweile verändert, auch bekannte Marken wollen wieder zurück zu mehr Natürlichkeit.

Ganz anders sieht es mit Apps und Filtern aus, betont Rankin. Sie seien kostenlos, frei zugänglich, so leicht zu handhaben, dass sie mehr einem Spiel gleichen. Genau hier aber liegt die Gefahr - wenn junge Menschen sich zu einem besseren Social-Media-Ich machen wollen. Dies kann auch psychische Probleme auslösen, ein neuartiges Phänomen: Immer mehr junge Menschen wollen so aussehen wie ihr Filter-Ich. Man spricht dabei bereits umgangssprachlich vom Begriff der "Snapchat-Dysmorphie".

Der Begriff leitet sich von einer Dysmorphobie ab. Betroffene Personen nehmen sich dabei als hässlich oder entstellt wahr. Es handelt sich um eine psychische Erkrankung, Betroffene beschäftigen sich oft stundenlang mit vermeintlichen Makeln, die objektiv nicht als solche zu erkennen sind. Weil eine körperdysmorphe Störung von Depressionen begleitet werden kann, sollte sie behandelt werden. Therapie der Wahl ist zunächst eine Verhaltenstherapie. Ob Selfies und Filter eine Dysmorphie auslösen können? Lesen Sie mehr dazu hier.  

Rankin bezeichnet sein Projekt als die Spitze des Eisbergs. Die Technik werde immer besser und auch leichter zu handhaben. Deshalb brauche es jetzt eine Diskussion darüber, wie sehr wir unsere Bilder manipulieren und auch missbrauchen. 

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dsw