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Liebhaber und Trockenhauben: Fünf skurrile Geschichten, die du nur bei Mitfahrgelegenheiten erlebst

Ein Inserat, eine Nachricht oder ein Anruf, und schon fahren sie gemeinsam durch die Republik – wer sich mit fremden Menschen für eine Mitfahrgelegenheit zusammentut, erlebt teilweise abenteuerliche Geschichten. Wir haben ein paar davon aufgeschrieben.

Bei Mitfahrgelegenheiten kann man abenteuerliche Geschichten erleben

Die Geschichten, die man bei einer Mitfahrgelegenheit erleben kann sind nicht selten ziemlich bizarr

Sie haben ein gemeinsames Ziel, treffen sich, steigen gemeinsam in ein Auto und sind sich doch völlig fremd – ein Student mit Fernbeziehung, eine alte Dame besucht ihre Enkel, ein Bühnenbauer mit drei Eidechsen auf dem Weg zu einem Festival. Durch Zufall zusammengewürfelt auf wenigen Quadratmetern Raum. Nur die Zeit, die sie in den nächsten Stunden miteinander verbringen werden, eint sie. Wer bei fremden Menschen mitfährt oder jemanden mitnimmt, lernt häufig Leute kennen, die ihm sonst im Leben nie begegnet wären. Die Gespräche, die aus diesen Begegnungen entstehen, sind häufig interessant, manchmal langweilig und nicht selten ziemlich bizarr – und niemand schreibt sie mit. Wir haben mal einige davon zusammengetragen.

Markus, 26 Jahre

Seit ich eine Freundin in München habe, nehme ich regelmäßig Mitfahrer mit. Normalerweise läuft das ziemlich unspektakulär ab. Ich werde aber nie "Mike aus Frankfurt" vergessen. Das war auf einer Rückfahrt. Besagter "Mike aus Frankfurt" rief an und fragte, ob er bei mir mitfahren könnte. Auch wenn mein Englisch jetzt nicht perfekt ist, besprachen wir die Details. Kurz darauf bekam ich eine Nachricht: "Hallo, hier ist Mike aus Frankfurt. Haben Sie noch einen Platz frei?" Ich dachte, er hätte mich vielleicht nicht richtig verstanden und versicherte ihm, dass er auf jeden Fall einen Platz bei mir hätte. Am Tag der Fahrt, ich war schon auf dem Weg zum Treffpunkt, da schrieb mir "Mike aus Frankfurt", dass er sich ein paar Minuten verspäten würde. Schließlich trafen wir uns doch, das Auto war voll und wir fuhren los. Mike war ein netter Typ aus den Staaten, der hier sein Auslandssemester machte. Wir waren ungefähr 20 Minuten unterwegs, da klingelte das Telefon. Dran war: "Mike aus Frankfurt" der wissen wollte, wo ich denn bleiben würde… Es hatten tatsächlich zwei Mikes bei mir angefragt. Der erste, hatte es in mein Auto geschafft, der zweite kam etwas zu spät und war in Frankfurt geblieben. 

Christina, 28 Jahre

Meine mit Abstand skurrilste Fahrt war kurz vor Karneval als Mitfahrerin von Ralf. Von Anfang an war er äußerst mitteilsam. Er erzählte uns, welche Karnevalskostüme zu Karneval am erfolgreichsten bei Frauen wären und wie er sich in diesem Jahr auf die närrischen Tage vorbereitet habe. Irgendwann schien ihm in den Sinn zu kommen, dass die beste Vorbereitung doch das direkte Gespräch mit dem weiblichen Geschlecht sei. Er fragte uns, ob wir Lust auf ein Hörbuch hätten. Klar. Ralf war nicht der schnellste Fahrer und es zeichnete sich ab, dass wir noch einige Stunden bis nach Köln brauchen würden. Aber was nun folgte, war nicht etwa Harry Potter oder die Känguruh-Chroniken, sondern "Der perfekte Liebhaber – Sextechniken, die Sie verrückt machen". Als Mitfahrerin war ich bis dahin beim Thema Musik und Unterhaltung immer der Ansicht: Hauptsache der Fahrer ist glücklich. Ein Fehler. Es war nämlich nicht so, dass wir in den nächsten zwei Stunden dem Hörbuch nur gelauscht hätten, nein. Ralf unterbrach ab und an die Aufnahme und wir mussten darüber diskutieren. Irgendwann habe ich mich schlafend gestellt. Ob Ralf sein theoretisches Wissen am folgenden Karnevalswochenende erfolgreich eingesetzt hat, ist unbekannt.

Julia, 24 Jahre

Bisher hatte ich eigentlich immer ganz normale Fahrten. Allerdings habe ich schon mal eine Mitfahrerin auf einem Rastplatz verloren. Ok, das klingt jetzt dramatischer, als es eigentlich war. Sie hatte eine Bekannte getroffen, mit der sie dann einfach mitgefahren ist. Was mich geärgert hat war, dass sie mir erst eine halbe Stunde später Bescheid gesagt hat, dass sie mit mir nicht mehr weiterfährt. Immerhin hat sie mir hinterher das Geld für die Teilstrecke überwiesen.

Simon, 39 Jahre

Ich hatte mal eine Fahrt, da war weniger die Fahrt, als das Drumherum ziemlich bizarr. Mich rief ein türkischer Herr an und fragte, ob noch ein Platz frei wäre – nicht für mich, sondern für sein Frau. Klar, sagte ich und dachte, damit sei die Sache geklärt. Weit gefehlt. "Gut. Wann kann ich kommen und Auto angucken? Heute Nachmittag?", fragte er mich. Ich muss zugeben, dass ich ziemlich perplex war und daher auch darauf eingegangen bin. Ich meine, letztendlich ist es ja gar nicht schlecht abzuchecken, ob so eine Mitfahrgelegenheit vertrauenswürdig ist. Ich habe mich mit dem Typen also an meinem Auto getroffen. Wir sind dann sogar Probe gefahren. Er war anscheinend mit meinem Fahrstil zufrieden. Am Abfahrtstag erschien er dann mit seiner Frau. Sie sprach kein Wort Deutsch. Er setzte sie in den Wagen, am Ende der Fahrt wurde sie von Verwandten entgegengenommen. Hat alles super geklappt, aber vergessen werde ich die Fahrt trotzdem nicht.

André, 33 Jahre

Skurril waren bei mir eher die nichtmenschlichen Mitfahrer. Ich habe schon Stühle und eine Trockenhaube mitgenommen. Das waren sehr ruhige Fahrten. Auch Mäuse, Kaninchen und eine Ratte waren schon dabei. Zum Glück wurden alle am Ende der Fahrt auch abgeholt. Eine Anfrage, ob ich auch eine Ente von Bremen nach München mitnehmen könnte, habe ich allerdings abgelehnt. Die Fahrt war einfach zu lang.

Haben Sie auch schon einmal peinliche Date-Erfahrungen gesammelt? Dann schreiben Sie uns ihre Geschichte per Mail an: leseraufruf@stern.de

So entfernen Sie Flecken aus dem Polster


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.