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Unterwegs mit Fremden : Mitfahrgelegenheit: Diese fünf Typen kennt jeder

Von der Quasselstrippe bis zu der verkaterten Mitfahrerin – wer regelmäßig Mitfahrgelegenheiten nutzt, um von A nach B zu kommen, wird diese Typologie an Fahrtbegleitern aus eigenen Erfahrungen wiedererkennen.

Von Fee Taube

Gruppe von Mitfahrern im Auto

Mitfahrgelegenheiten sind immer für eine Überraschung gut

Getty Images

Ob kostengetriebener Student, Fernbeziehungsgeplagter oder einfach Deutsche Bahn-Boykottierer – Mitfahrgelegenheiten sind ein deutschlandweit beliebtes Transportmittel. Dabei trifft man die verschiedensten Charaktere – mal mehr, mal weniger cool. Neben unaufgeregt sympathischen oder auch angenehm bizarren Köpfen, scheint es außerdem eine wiederkehrende Typologie an bestimmten Beifahrern zu geben. Mit mindestens einem der folgenden fünf Typen an Mitfahrern hat wohl jeder Mitfahrgelegenheiten-Nutzer schon einmal Bekanntschaft gemacht. Oder?

1. Die frisch verlassene Quasselstrippe

Bei Mitfahrgelegenheit-Erprobten gibt es meist einen Common Sense: Sowohl am Freitag- als auch am Sonntagabend ist jeder froh, im Auto die Zeit für sich zu genießen, einen Power Nap einzulegen, Musik zu hören oder bei der letzten Lieblingspodcastfolge abzuschalten. Was im Umkehrschluss heißt: Nach dem obligatorischen Begrüßungssmalltalk und der Zwischenfrage ob jemand Pipi muss oder die Klimaanlage so ok eingestellt ist, herrscht angenehme Stille! Nicht für diesen Typ – meist auch in Form der Fahrtanbieterin vertreten:

Das verfängliche Gespräch wird oft mit „Und, was treibt euch in diese Stadt?“, gefolgt von „Was macht ihr so beruflich?“ eingeleitet. Und ehe man sich versieht, wird  offen gelegt, dass der Ex ein Vollarsch ist, sie neidisch auf ihre beste Freundin ist, dass das schon die dritte Frisur dieses Jahr ist und, dass die eigens – als Symbol der neuen Single-Selbstständigkeit – auf dem Balkon angepflanzten Tomaten nicht so richtig wachsen wollen. Ach ja, ein tief sitzendes – manch einer würde sagen, sehr privates - Familienproblem wird dabei regelmäßig in Ursache-Wirkungs-Monologen eingebaut. Was du am Wochenende vor hast und was du beruflich machst, wird bis Fahrtende nicht mehr geklärt. Sofern du auf dem Beifahrerplatz vorne sitzt: Zonk! Denn mit jedem neu thematisierten Lebensabschnitt der Fahrerin schaffen es die Mitfahrer auf der Rückbank sich mehr und mehr zurück zu ziehen. Spätestens, wenn es darum geht, was der Ex noch an Sachen von ihr bei sich zu Haus hat, bist du auf dich allein gestellt.

2. Der bepackte Trödler

15 Minuten nach geplanter Abfahrtszeit und man wartet immer noch auf den letzten Mitfahrer. Das Handy klingelt: „Die Straßenbahn hat Verspätung“ – klar. Noch einmal zehn Minuten später ein weiterer Anruf: „Ach, mit Ausgang Nord, meintest du auch wirklich Ausgang Nord – ich stand jetzt zehn Minuten beim Ausgang Süd.“ Ja, doof – kann er natürlich nichts für, muss er sich auch nicht bei den Wartenden entschuldigen. Angekommen am Auto trägt dieser Typ nicht das üblicherweise kleingehaltene Mitfahrergepäck, sondern seine Ausbeute vom Flohmarkt (man munkelt, das könnte der wahre Verspätungsgrund sein): ein Kinderfahrrad (austauschbar gegen jeden beliebigen sperrigen Gegenstand). „Das bekommen wir doch locker noch in den Golf 4, oder?“ Natürlich, so viel Zeit muss sein. Ein langer Abschiedskuss von seiner Begleitung rundet die Verspätung schließlich ab.

3. Die geizige Schlemmerin

Klar, Mitfahrgelegenheiten waren auch schon einmal günstiger, trotzdem ist jeder froh über eine 20-€-Autofahrt, statt einer 90-€-Zugfahrt inklusive drei Umstiegen. Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder Mitfahrer, die den angesetzten Preis als interessantes Gesprächsthema empfinden, selbst allerdings kein Auto besitzen und daher auch keinen Bezug zu aktuellen Spritpreisen haben. Egal. Es gilt also den –  meist noch jungen – Fahrer als möglichst schlechten Menschen dastehen zu lassen, da er womöglich mit einem Plus aus dieser Aktion herausgeht. Sobald diese Anklage durch ist, werden sämtliche wohlriechenden Essensreste vom Wochenende ausgepackt – nicht fehlen dürfen dabei die lautlos essbare Kohlrabi-Karotten-Box und klar, das massiv krümelnde Leberwurstbrötchen – 500 Krümel im Sitzumkreis Minimum. Eine besondere Gabe zeigt sich jedoch erst am Ende der Fahrt: „Kannst du mich noch kurz um die nächste Ecke bringen? Ist nur ein kleines Stück weiter.“ Und ehe man sich versieht: Zehn Ecken und vier Kilometer später hält der Wagen durch nachdrückliche Anweisungen direkt vor der Haustier der trotzigen Mitfahrerin. Wie praktisch.

4. Der zwielichtige Selfmade-Unternehmer

Der ein oder andere riecht bei der beruflichen Neben- oder auch Haupttätigkeit „Mitfahrgelegenheiten“ das große Geld, was dazu verleitet, das Ganze semi-professionell aufzusetzen: Dafür braucht es einen Kleinbus, wo mindestens acht Mitfahrer Platz finden, ein ausgeklügeltes Treffpunktsystem und ein altes Nokia Handy, was am laufenden Band klingelt. Dieser Business Plan sieht auf einer Strecke von 350 Kilometern vor, dass mindestens alle 70 Kilometer ein Sitzplatz einen neuen Mitfahrer bekommt. Man darf sich also nicht wundern, wenn von der schnellsten Route abgewichen wird, um an einem Rastplatz fernab der Autobahn jemanden einzusammeln – ein leerer Sitzplatz ist nicht akzeptabel, volle Ladung ist das Leitbild. Wobei volle Ladung sich nicht nur auf kostenpflichtige menschliche Mitfahrer erstreckt: „Quiekt da etwas im Kofferraum?“ Ja, aber keine Sorge, das sind nur die Hausmäuse, die wir in 80 Kilometern beim P+R Parkplatz Oldentrup gegen zwei Winterreifen tauschen.

5. Die verkaterte Schlafmütze

Eine letzte weit verbreitete Type: Die Verkaterte, die ohne große Worte ins Auto einsteigt, demonstrativ Ohrstecker einsetzt (Best Case: in ein ausgeschaltetes Handy, da nach der verzechten Nacht keine Zeit zum Handy aufladen war – aber die Geste zählt) und bereits beim Lösen der Handbremse die Augen schließt. Durchschnittlich ist eine kurz Wach-Phase dabei, wo das Fenster einen Spalt runtergekurbelt wird –  eigenen Alkoholausdünstungen und letzten Schwindelgefühlen geschuldet. Bei Einfahrt in den Zielort wacht Dornröschen aus ihrem trunken Schlaf auf und fragt zerknautscht: „Wie lange noch? Oh, wir sind ja schon da, das ging ja schnell“. Mit schnell meint sie vier Stunden, eine abgehaltene Psychotherapie-Stunde und dubiose Mitfahrgegenstände später.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.