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Medienberichte: Nach Missbrauchsvorwürfen: Sony hat R. Kelly wohl rausgeschmissen

Die Missbrauchsvorwürfe gegen R. Kelly sind nicht neu – doch sie werden immer zahlreicher und lauter. Nun soll auch der Musikkonzern Sony Music die Reißleine gezogen und die Zusammenarbeit mit dem Sänger beendet haben.

R. Kelly

Laut Medienberichten soll Sony sich von Sänger R. Kelly getrennt haben

Picture Alliance

Spätestens seit Erscheinen der neuen sechsstündigen Dokuserie "Surviving R. Kelly", die Anfang des Monats im US-Fernsehsender Lifetime ausgestrahlt wurde, verdichten sich die Missbrauchsvorwürfe gegen R. Kelly ("I Believe I Can Fly"). Dort kommen mehrere Frauen zu Wort, die der Sänger missbraucht haben soll. Einige von ihnen sollen zum jeweiligen Zeitpunkt der Tat noch nicht einmal volljährig gewesen sein. 2017 hatte "BuzzfeedNews" zudem berichtet, dass der Sänger mindestens sechs Frauen im Rahmen eines "Sex-Kults" in seinen Häusern festhalten soll. Zahlreiche Klagen wegen sexuellen Missbrauchs wurden außergerichtlich beigelegt.

Auch der Vorwurf der Kinderpornographie in 14 Fällen stand eine Zeit lang im Raum. Hier wurde Kelly jedoch vor Gericht freigesprochen. 

Nun hat der Musikkonzern Sony Music zwei Medienberichten zufolge die Reißleine gezogen und die Zusammenarbeit mit dem US-Sänger beendet. Der Musiker und Sonys Plattenlabel RCA hätten entschieden, sich zu trennen, meldete der Branchendienst "Billboard" am Freitag unter Bezug auf anonyme Quellen. Sony Music habe den Vertrag mit R. Kelly gekündigt, berichtete die Zeitschrift "Variety". Weder der Sänger noch Sony Music äußerten sich zunächst zu den Berichten.

Erste öffentliche Anschuldigungen gegen R. Kelly gab es bereits vor knapp 20 Jahren, unter anderem als 1996 herauskam, dass er mit damals 27 Jahren die minderjährige Aaliyah geheiratet hatte. Die Ehe mit seinem Schützling, die zum Zeitpunkt der Hochzeit erst 15 Jahre alt war, wurde später annulliert.

Ex-Manager von R. Kelly hat sich der Polizei gestellt

Inzwischen hat sich in Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen auch der Ex-Manager des Sängers der Polizei gestellt. Das berichtet "CNN". James Mason soll im Mai 2018 im Raum Atlanta einen Mann bedroht haben, dessen Tochter mutmaßlich von Jelly festgehalten werde. Auch der Fall der jungen Frau namens Joycelyn Savage war in der Dokumentation thematisiert worden.

Gegen Mason war ein Haftbefehl erlassen worden, weil er dem Vater der Frau mit den Worten "Ich werde dir und deiner Familie Leid zufügen. Wenn ich dich sehe, werde ich dich kriegen. Ich werde dich verdammt nochmal töten", gedroht haben soll. 

Dies zitiert CNN aus dem Polizeibericht. Ein Richter erließ daraufhin einen Haftbefehl, dem Mason CNN zufolge nun folgte. Demnach kam er anschließend gegen eine Kaution von 10 000 Dollar (8800 Euro) vorläufig frei.

Die Familie von Joycelyn Savage beschuldigt Kelly, ihr den Kontakt zur Außenwelt zu verbieten und sie manipuliert zu haben. Savage hatte dies im Sommer 2017 in einem Video zurückgewiesen und erklärt, ihr gehe es gut. R. Kelly hat sämtliche Vorwürfe gegen ihn abgestritten.

Der Sänger R. Kelly


jgs / AFP / dpa