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Die schlimmsten Silvestergeschichten: "Ich wollte nichts sehnlicher, als dass dieses Kack-Geballer aufhört"

Schon Wochen vorher wirst du in 1000 WhatsApp Gruppen eingeladen – aber der Abend des Jahres wird es eigentlich nie. Die Redaktion erzählt von ihren schlimmsten Silvesterpartys.

Silvester Party Geschichten

Es soll die Party des Jahres werden – aber meist liegt Silvester irgendwo zwischen langweilig und grauenhaft

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Alle Jahre wieder – nein nicht Weihnachten, Silvesterstress. Jedes Jahr machen wir uns aufs Neue verrückt und planen schon Monate im voraus die perfekte Sause. Richtig geil wird es nur in den seltensten Fällen. Auch unsere Redakteure können ein Lied davon singen – aber immerhin bleibt am Ende einer schiefgelaufenen Silvesterparty noch eine (mehr oder eher weniger) lustige Geschichte.

Jule: Die Mische macht's

Meine zwei Freundinnen und ich hatten sturmfrei. Wir, minderjährig aber mordsenthusiastisch, hatten uns mit ein bisschen Schummelei eine Flasche Vodka mit Himbeergeschmack, jede Menge Sprite und ordentlich Prosecco besorgt und glühten nun vor. Später sollte es noch auf eine Hausparty um die Ecke gehen. 

Als der Alkohol alle war, kam kurz Panik auf. Immerhin sollte das die BESTE PARTY DES JAHRES werden. Meine Eltern tranken zwar nicht, hatten aber trotzdem jede Menge hartes Zeug da – für Gäste. Damit niemand etwas bemerkte, nahmen wir aus jeder Flasche, von Likör bis Korn, nur einen Schluck. Ein Fehler, wie sich knapp eine halbe Stunde später herausstellte, als ich über der Toilette hing und mir sowohl Seele als auch Abendessen aus dem Leib kotzte. Auf der Gästetoilette hing meine Freundin und machte genau das gleiche. Als wir schließlich völlig ausgelaugt ins Bett fielen, war es 21.30 Uhr. Von wegen beste Party des Jahres.

Marco: Das Fondue-Feuerwerk

Silvester 2002. Ich MUSSTE mit zum Freund meiner Mutter nach Aschaffenburg. Durchschnittsalter, meine 23 eingerechnet, etwa 60, und alles Unterfranken. Einziges Highlight: Das Fonduefett fing Feuer. Die Male der Stichflamme sind heute noch an der Decke zu bewundern.

Mareike: Das Strumpfhosen-Desaster

Jedes Jahr an Silvester ist er vorprogrammiert: der Streit mit meinem Mann. Er will nicht im Voraus planen, ich mag seine spontanen Ideen nicht. Aber getrennt feiern ist ja auch doof. Und da kam es vor einigen Jahren, dass wir uns schlecht gelaunt und frierend am trostlosen Dortmunder Hauptbahnhof das Feuerwerk ansahen — und mir die Funken einer Rakete die Strumpfhose zerfetzten. Ein traumhafter Abend. Also sind wir prompt wieder nach Hause. Der Abend war dann am Ende aber — wie jedes Jahr — doch noch ganz schön: mit Zweisamkeit, Sekt und Pizza auf dem heimischen Sofa. 

Katharina: Der Rollatoren-Horror

Mein Traum: Den Jahreswechsel mal ganz still und beschaulich verbringen. Im Harz, zwischen verschneiten Tannen und schneebedeckten Bergen. Ein bisschen Langlauf und heiße Schokolade vorm Kamin. Besinnlichkeit zu zweit, ein bezauberndes Idyll.

Meine Realität: Es regnete, pausenlos. Tagelang. Bei acht Grad. Die Wanderwege waren Schlammschluchten, der Himmel war grau. Im Hotel waren wir die jüngsten Gäste, alle anderen hatten ihre Pensionierung längst hinter sich. Der Nachtisch wurde mit Wunderkerzen verziert und mit einer Parade mit Marschmusik serviert. In der Hotellobby parkten unzählige Rollatoren.

Kai: Die Knaller-Kapuze

Bei meinem ersten Silvester im coolen Hamburg lief ich gegen 21:00 Uhr ein wenig zu nah an einer Hauswand in St. Pauli vorbei und aus einem oberen Fenster des Wohnhauses flog mir ein Böller der Größe Kanonenschlag in die Kapuze. Ergebnis: Kapuze zerrissen und zwei Tage lang Fiepen im Ohr. Seitdem bin ich etwas knallgeräuschempfindlich.

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Ivy: Schöne Träume

Silvester in New York City. Ein Traum. So viel kann ich sagen, geträumt habe ich viel. Nachdem ich mit meiner Familie am 31.12 durch die Stadt der Städte geschlendert bin und wir feststellen mussten, dass am Times Square seit 11 Uhr morgens 1000 Menschen anstehen, haben wir und etwas zu essen geholt und sind alle bei einer unlustigen Romcom auf der Couch eingeschlafen. Ein Traum.

Henry: Frostiges Millenium 

Silvester 2000: Schon die Zahl ist ja magisch aufgeladen. Seit den Sechzigern klingt 2000 wie ein Synonym für wahr gewordene Science Fiction, wie die Verheißung unbegrenzter Möglichkeiten. Marsbesiedelung, Pillen gegen Krebs, vielleicht sogar ein flächendeckendes Mobilfunknetz in Deutschland! Schon zwei Jahre zuvor dachte ich, in dieses neue Jahrtausend darf man nur angemessen reiten. Auf einer fetten Mega-Party etwa, auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik oder in Berlin in einem irren Privatclub knöcheltief tanzend in Absinth mit 2000 Nudisten. So in dieser Größenordnung sollte es schon sein. Wurde es aber nicht. Stattdessen hatte ich nichts vor und zog mit einer Frau, von der ich mich wenige Wochen später trennen sollte, um die saukalte Außenalster. Was war das für ein Scheiß. Zumindest passt es zum neuen Jahrtausend mit seinen Kriegen, Terroranschlägen, Bankenpleiten und Wirtschaftskrisen.

Malte: Das Ende

An meinem schlimmsten Silvester hat meine damalige Freundin unsere zweieinhalbjährige Beziehung beendet. Um zehn vor zwölf. Als wir alleine in unserer gemeinsamen Wohnung feierten – weil wir dachten, dass ein schöner gemeinsamer Abend unserer etwas gelittenen Beziehung hilft. Ich habe dann um zwölf alleine ein Glas Sekt getrunken und bin ins Bett gegangen. Ich wollte nichts sehnlicher, als dass dieses Kack-Geballer aufhört, damit ich endlich schlafen kann.


ivy