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Kolumne

Technikpessimismus: Ständig erreichbar? Warum ich mir Wlan-Zugang im Flugzeug leistete - und es bereute

Immer erreichbar, überall Wlan und bloß keine E-Mails verpassen. Für eine lange Zeit war unser Autor Verfechter jedes technischen Fortschritts. Bis es auch ihn erwischt: Technikpessimismus im Anfangsstadium. Wer gönnt ihm jetzt noch eine Pause?

Von Lars Weisbrod

Frau mit Handy in Flugzeug

Wir sind immer und überall erreichbar – inzwischen sogar auch im Flugzeug (Symbolbild)

Getty Images

Noch vor fünf, sechs Jahren war ich Extremist. Ein radikaler Verfechter jedes technischen Fortschritts. Ununterbrochene Erreichbarkeit? Steckt mir das Kabel ins Gehirn! Genmanipuliertes Superfood? Ich stehe schon am Büfett an! Egal worum es ging, solange es blinkte, sendete oder halbleiterte, ich war dafür. Heute, na ja. Ich gebe mir Mühe. Aber als ich vor Kurzem in einem Passagierflugzeug den Atlantik überquerte, ist es mir passiert: Technikpessimismus im Anfangsstadium.

Das schwarze Loch der Unerreichbarkeit

Als die Reiseflughöhe erreicht, die Anschnallzeichen erloschen und der Kampf um die Armlehne ausgetragen war, las ich Folgendes auf meinem Telefon: "Erinnern Sie sich an diese langen Flüge, die endlosen Stunden ohne Kontakt zu Freunden und Kollegen? Als Sie keinen Zugang zu den wichtigen Mails hatten, die umgehend hätten beantwortet werden müssen?" Ich erinnerte mich nicht daran. Das war dem Bildschirmtext aber egal, denn: "Damit ist jetzt Schluss. Auch im Flugzeug gibt’s inzwischen Wlan."

Und wie bedrohlich mir das kleine Wlan-Zeichen plötzlich vorkam. War an diesem bescheuerten Ferntransport im Bauch von fliegenden Kerosintanks nicht noch das Beste gewesen, dass man eben nicht erreichbar war? Sondern abgetaucht, ausgefallen. Der verwunschene Gesprächspartner ist zurzeit nicht erreichbar. Keine zwei Häkchen bei Whatsapp, kein "gelesen". Man reiste durch ein schwarzes Loch, man konnte auf der anderen Seite aufwachen und wäre vielleicht ein neuer Mensch weil man sich für ein paar Stunden mal nicht seines alten Menschseins beständig über Whatsapp rückversichert hatte ("Geht’s dir gut?"). Alles war möglich. Oder zumindest schien es so.

Wlan im Flugzeug – wer kann da schon nein sagen?!

Natürlich habe ich sofort 14 Euro bezahlt, um das Wlan zu benutzen. Ich musste. Wlan im Flugzeug, das war ein mafiöses Angebot, das man nicht ablehnen konnte. Es ging ja nie um die tolle Möglichkeit, sich aus 10 000 Metern Höhe durch Twitter-Insider-Witze zu klicken und neue Newsletter zu löschen. Es ging um eine heilige Pflicht! Online sein, online bleiben!

Was Lufthansa und T-Online, was Markt und Welt von mir wollen, war ziemlich klar: Kontakt zu Kollegen! Wichtige Mails, die umgehend beantwortet werden müssen! Also geh jetzt ins Internet, damit du endlich deine Scheißanfragen beantworten kannst und die Präsentation fertig machst, du asoziales, faules Schwein! Das schwarze Loch auf Flugreisen ist gestopft. Und ich bin traurig deswegen. Wer gönnt mir jetzt noch eine Pause? Für diese Haltung hätte ich mich vor fünf, sechs Jahren geohrfeigt.

Mit Glück findet man in New Yorks U-Bahn-Tunneln noch ein wenig Ruhe

Der Flug ging übrigens nach New York, einer Stadt, der nachgesagt wird, sie sei besonders neoliberal, Leistungsdruck hoch, alle sind immer im Dienst. Allerdings hat es in New York noch kein Ingenieur geschafft, Handyempfang oder Wlan runter in die alten U-Bahn-Tunnel zu bringen. Solange man in der U-Bahn sitzt und nicht das Pech hat, noch eines der schwachen Wlan-Signale aus den Subway-Stationen zu empfangen, ist es wie früher im Flugzeug. Hoffentlich bleibt das noch eine Weile so.

Dieser Artikel ist erstmals in der NEON-Ausgabe 10/2017 erschienen.

Themen in diesem Artikel
Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg