HOME

Erwachsene Puppenmütter: Lina schiebt eine Puppe im Kinderwagen vor sich her und erhält deshalb Morddrohungen

Lina Mikaelson ist eine sogenannte "reborn mom". Sie kümmert sich um eine lebensecht aussehende Puppe. NEON schildert sie, warum die Babypuppe sie glücklich macht – trotz Morddrohungen von Fremden.

Lina Mikaelson und ihre Babypuppe Emilia

Lina Mikaelson und ihre Babypuppe Emilia

Ein Baby mit dunklem Haarschopf, geschlossenen Augen und einem Schnuller im Mund liegt auf einer Decke. Es trägt einen Strampelanzug mit Herzchen und hat die kurzen Arme von sich gestreckt, als würde es schlafen. "One week ago" steht in Rosa auf dem Foto geschrieben. Lina Mikaelson, so nennt sie sich auf Instagram, hat das Bild in ihrer Instagram-Story geteilt. Da hatte sie Emilia gerade bekommen und war voller Stolz. Lina sehnte sich seit Jahren nach dem Baby. "Schon vor zwei Jahren habe ich gedacht, dass es schön wäre, ein Kind zu haben. Aber es hat irgendwie nie gepasst", sagt sie. Dann sah sie Emilia im Internet. "Es war Liebe auf den ersten Blick." Zwei weitere Monate vergingen, ehe das Baby bei ihr war. So lange dauerte die Herstellung – denn Emilia ist eine Puppe.

Das täuschend echt aussehende Baby wurde von einer sogenannten Rebornerin angefertigt. Reborner stellen die Puppen in aufwendiger Feinarbeit her. Die Haare werden einzeln in den Vinyl- oder Silikonkopf gestochen, die Hautfarbe wird im Ofen versiegelt. Je aufwendiger die Anfertigung, desto teurer die Puppe. Für Emilia hat Lina 250 Euro bezahlt, andere Puppen kosten mehrere tausend Euro. Über zu wenige Aufträge können sich die Reborner nicht beklagen. Auf Facebook und Instagram gibt es mittlerweile Communitys mit tausenden "Reborn moms", die sich nach den Puppen sehnen. Schnell stellt sich die Frage, was dahinter steckt, dass so viele Frauen zu "Reborn moms" werden. Dass es einfach nur ein Hobby sein soll, als erwachsene Frau eine wie ein Menschenbaby aussehende Puppe zu bemuttern, fällt schwer zu glauben. 

Lina Mikaelson weiß, dass ihr Lebensstil viele Menschen verstört. Sie erhält regelmäßig Hassbotschaften in den sozialen Medien, von Fremden, die ihr den Tod wünschen. "Bring dich endlich um!" oder "Spring bitte über 'ne Brücke!", steht in diesen Nachrichten. Lina sagt, sie verstehe sogar, dass viele ihr Hobby befremdlich finden. Was sie allerdings nicht verstehe, sei, dass kaum jemand versucht, sich in sie hineinzuversetzen.

"Wenn ich das Gefühl habe, dass ich mich um jemanden kümmern muss, geht es mir besser"

Seit Emilia bei Lina ist, nimmt die 22-jährige Frau sie oft mit in die Stadt. Lina hat einen Kinderwagen gekauft, in dem sie die Puppe herumkutschiert. Es ist ein gebrauchter Kinderwagen, in dem zuvor ein Menschenbaby lag. Manchmal kommen Fremde an ihren Wagen und wollen das Baby sehen. "Wie alt ist denn die Kleine?", fragen sie dann. Lina schaut sich die Menschen jedes Mal ganz genau an. Sie höre auf ihr Bauchgefühl, sagt sie. Wenn es sagt, dass die Menschen sich über sie lustig machen werden, dann lügt sie. "Sie ist drei Wochen alt", sagt sie in diesem Fall, schaut in das lächelnde fremde Gesicht und geht weiter. Niemand erkennt, dass Emilia eine Puppe ist. Wenn Lina das Gefühl hat, dass sie den Menschen vertrauen kann, lautet ihre Antwort anders. "Es ist eine Puppe", sagt sie dann und sieht in überraschte, nie aber feindselige Gesichter. Anders als im Internet.

Lina ist Teil der "Reborn Community". In Gruppen auf Facebook und Instagram tauscht sie sich mit anderen "Reborn moms" über die Puppen aus. Dort erlebt sie ein Gefühl des Zusammenhalts, das im krassen Gegensatz zu den Bedrohungen im Netz steht. 

Die 22-Jährige leidet seit Jahren unter Panikattacken. Sie kommen ohne Vorwarnung und sie kann kaum etwas dagegen tun. Lina hatte deshalb jahrelang Angst, unter Leute zu gehen. Meistens kam die Panik in öffentlichen Verkehrsmitteln. Als sie einmal mit ihrer besten Freundin und deren Baby unterwegs war, bemerkte sie etwas, das sie erstaunte. Das Baby nahm ihr die Angst.

"Es ist schwer zu verstehen", sagt Lina. "Aber wenn ich das Gefühl habe, dass ich mich um jemanden kümmern muss, um jemand anderen als mich selbst, dann geht es mir besser."

Emilia hilft Lina. Dazu, sich um ein echtes Lebewesen zu kümmern, fühlt sich die 22-Jährige, die seit Jahren mit psychischen Problemen kämpft, nicht in der Lage. Sie ist zu sehr mit ihrer eigenen Gesundheit beschäftigt und würde ein anderes Lebewesen nicht gefährden wollen. Für Emilia kann sie sorgen, ohne befürchten zu müssen, sie irgendwann zu vernachlässigen. Lina weiß, dass Emilia nicht echt ist. "Ich habe ja nicht den Bezug zur Realität verloren. Ich weiß, dass sie eine Puppe ist", sagt sie. Auch wenn sie am liebsten ein Menschenbaby hätte, gibt sie zu. Vor der Verantwortung aber schreckt sie zurück. Vielleicht, weil sie als Kind selbst erfahren hat, wie es ist, eine Mutter zu haben, die ihr Kind vernachlässigt.

Ihre Kindheit verbrachte Lina in Kinderheimen und bei Pflegefamilien

Lina erzählt von ihrer leiblichen Mutter, die sie "meine Erzeugerin" nennt und davon, was sie ihr angetan hat. Es fällt Lina schwer, darüber zu sprechen, die Details möchte sie nicht in der Öffentlichkeit verbreiten. Genauso wenig wie die Geschichte, die ihr in einem Kinderheim passiert ist. Lina war damals 16 und kam in ein Krankenhaus. Sie hat Angst, dass das Kinderheim sie auf Rufmord verklagt, wenn hier zu lesen ist, was vorgefallen ist.

View this post on Instagram

#baby #girl #cute #sweet #reborn #love #emilia #darling

A post shared by Lina Koch (@lina_mikaelson) on

Ihre Kindheit verbrachte Lina in verschiedenen Kinderheimen, bei Pflegefamilien und zwischendurch auch bei ihrer leiblichen Mutter. Diese hätte sie nie wie ihre Tochter behandelt, sei dann aber trotzdem neidisch gewesen, dass Lina eine andere Frau "Mama" nannte: die Pflegemutter, zu der sie mit elf Monaten gekommen war, bei der sie bis zu ihrem vierten Lebensjahr wohnte und zu der sie nun wieder Kontakt hat. "Das ist meine Mama", sagt Lina. "Die andere Frau, das ist meine Erzeugerin."

Linas ehemalige Pflegemutter war es auch, die ihr gemeinsam mit ihrem Mann das Geld für Emilia schenkte. "Sie will nur, dass ich glücklich bin. Sie sagt, wenn es mich glücklich macht, eine solche Puppe zu haben, dann soll ich sie haben." 

Das Gleiche sagt Linas Freund. Er akzeptiert Linas Hobby. "Ich tue damit schließlich niemandem weh", sagt Lina. "Dafür geht es mir damit psychisch besser. Wenn ich Emilia dabei habe, ist das wie ein Schutzschild, allein schon durch den Kinderwagen. Ich werde auch seltener blöd angemacht dank ihr." Sie spare gerade auf eine zweite Puppe, erzählt sie: Aaliyah Aurelia. Lina will sie nach ihrem Freund benennen, der mit Zweitnamen Aurel heißt. Wenn sie bereit dazu ist, vielleicht in fünf Jahren, will sie mit ihm Kinder bekommen. Dann, sagt Lina, hätte sie endlich ihre eigene Familie. 

Themen in diesem Artikel
18jähriger Kater und Welpe geht das?
Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich eigentlich nicht So gut auf Hunde zu sprechen also wenn ein Hund an seinem Garten vorbeigeht springt er schon hinterm Zaun ein bisschen hoch und fängt an zu fauchen. Denkt ihr nicht das Man wird vorsichtiger Eingewöhnung es schaffen könnte dass die beiden sich verstehen? LG und danke im Voraus