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Offener Brief: Ich war scheiße zu dir - und du hast mich trotzdem geliebt. Danke, Mama!

Heulkrämpfe, Streitereien und "Ihhh, das ess' ich nicht" - die Mutter unserer Autorin hatte es nicht immer leicht mit ihrer Tochter. Darum ist es an der Zeit, einmal "Danke!" zu sagen. Ein offener Brief zum Muttertag.

Ein Mädchen malt eine Karte zum Muttertag

Diese Entschuldigung zum Muttertag ist längst überfällig

Getty Images

Liebe Mama,

du hattest es wirklich nicht leicht mit mir. Statt der obligatorischen Schachtel "Merci"-Schokolade (die sowieso wieder bis Weihnachten liegen bleibt, weil keiner aus unserer Familie die Sorte "Herbe Sahne" mag) bekommst du von mir heute zum Muttertag diesen Brief, der schon längst überfällig ist.

Ich war wohl das, was man eine Vorzeige-Pubertierende nennen würde: regelmäßige Heulkrämpfe, eingebildete Ungerechtigkeiten (natürlich dachte ich, dass meine kleine Schwester das Lieblingskind ist) und dramatischer Liebeskummer (und das fast durchgängig). Kurz gesagt: Zwischen 13 und 18 konnte man mich emotional in die Tonne kloppen.

Du warst immer da

Und trotzdem warst du immer da. Wenn ich mal wieder heulend in meinem verdunkelten (für die extra Portion Dramatik) Zimmer lag und die ganze Welt scheiße fand. Wenn ich aus der Dorfdisko abgeholt werden musste, weil ich zu viel getrunken hatte. Oder wenn ich dachte, mein Leben sei vorbei, weil mir (mal wieder) das Herz gebrochen wurde. 

Ich habe dir das Leben oft ganz schön schwer gemacht. Es tut mir leid für die vielen schlaflosen Nächte, weil ich zu spät nach Hause gekommen bin. Es tut mir leid für jedes Essen, das ich nicht gewürdigt habe, weil Zwiebeln, Pilze oder Thunfisch drin waren; für jedes "Ihhh, das ess’ ich nicht". Es tut mir leid für jedes unüberlegte "Ich hasse dich", das ich dir im Streit an den Kopf geworfen habe.

Wir haben uns oft angeschrien - aber immer auch wieder in den Arm genommen. Ich war manchmal echt scheiße zu dir - und du hast mich trotzdem immer geliebt. Danke, Mama!

(Natürlich geht auch an dich ein fettes "Danke", Papa. Aber heute ist nunmal Muttertag und so viel meiner geballten Pubertät wie Mama musstest du zu deinem Glück nicht ertragen.)

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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?