HOME
Aus der Community

Migration: Kindheit im Plattenbau: Warum ich über meinen schweren Weg heute froh bin

Kindheit kann schon so schwer genug sein. Aber wenn deine Eltern nicht aus dem Land kommen, in dem du aufwächst, ist sie noch schwieriger. Unsere Community-Autorin erzählt, was sie als Kind erlebt hat.

Von NEON-Community-Mitglied Daria P.

junge Frau guckt nostalgisch aus einem fenster

Rückblickend hat unsere Community-Autorin aus all den Schwierigkeiten in der Kindheit gelernt, sich selbst zu vertrauen (Symbolbild)

Ich bin froh, dass nicht immer alles einfach war.

Ich glaube, ich bin so geworden, wie ich bin, weil ich bereits sehr früh gelernt habe, dass das Leben nicht immer gut zu einem ist.

Ich denke dabei an den Geburtstag meiner Freundin aus der Grundschule: wir auf dem Teppichboden in ihrem Kinderzimmer sitzend, auf ihre Mutter wartend. Und sie sagte immer wieder: "Sie kommt noch, dann essen wir zusammen den Kuchen." Aber sie kam nie.

Ich denke dabei an das Mädchen aus meiner Klasse, die in der Zweiten anfing zu stottern und dann gar nicht mehr sprach. Und daran, dass das Leben nicht gut zu ihr war.

Ich denke dabei auch an meine andere Freundin, die an ihrem Geburtstag jährlich von ihrer Mutter daran erinnert wurde, dass ihr Zwilling es nicht geschafft hatte, wofür sie sie insgeheim hasste.   

Meine russische Mama hatte es auch nicht leicht

Ich denke dabei an Mama, die spät nach Hause kam von ihrem beschissenen Job und mir die Stirn küsste. Ihre aufgescheuerten Hände, die über meine Wange glitten.

Ich denke dabei an Mama, mit der ich im Alter von neun Jahren komplizierte Formulare ausfüllte und sie für sie übersetzte. 

Ich denke dabei an die merkwürdige Frau aus der Ausländerbehörde, die ständig zu uns kam und Fragen stellte, auf die ich keine Antwort wusste. 

Ich denke an mein einziges Jahr im deutschen Kindergarten zurück, in dem mich die Betreuerin anschrie, weil ich mit einem anderen Mädchen auf Russisch sprach. Und mich dann in eine andere Gruppe schickte, sodass ich mit niemandem mehr sprechen konnte. Ich war ein Nichtschwimmer, dem Schwimmflügel verboten wurden. Ich musste es ohne lernen.

Ein ewiger Gast in einem Land, das niemals zu mir gehören würde

Und dann wieder Mama, die alles dafür tat, dass ich in der Schule mitkam, obwohl ihr diese Sprache, dieses Land, so fremd waren. Dann das Gefühl, alles alleine bewältigen zu müssen. Keinen zu haben, der mir bei den Hausaufgaben hilft. Ausreden erfinden zu müssen, warum meine Eltern nicht zum Elternabend kommen, weil es ihnen unangenehm war, nicht am Gespräch teilnehmen zu können. Sich nichts sehnlicher zu wünschen als ein eigenes Zimmer – statt auf dem Sofa im Wohnzimmer zu schlafen wie ein ewiger Gast in einem Land, das niemals zu mir gehören würde.

Ich denke an meinen Fahrradunfall in der Grundschule, WM 2006, weswegen ich zwei Monate im Krankenhaus verbringen musste und Mama jede Nacht bei mir im Zimmer auf einem Klappbett schlief, weil sie niemandem hier wirklich vertraute. 

Dann denke ich auch manchmal an Papa, der dem Whiskey verfiel, wenn er daran dachte, dass er sein abgeschlossenes Studium umsonst weggeschmissen hatte, denn dieses Land hier gab ihm nichts, was er sich gewünscht hatte.

Mama, die sich mit meinem Klassenlehrer stritt, weil er mir keine Gymnasialempfehlung geben wollte. Und gewann. Selbst in gebrochenem Deutsch.

Migrantenkind aus dem Plattenbau

Immer wenn ich unglücklich bin und mein Leben nicht zu schätzen weiß, denke ich an diese Momente zurück und wie weit ich trotz all der Schwierigkeiten gekommen bin. Diese ganzen Fragmente fügen sich immer wieder neu zusammen, es ist, wie in ein Kaleidoskop zu schauen.

Es ist oft immer noch schwer, es ist oft immer noch verdammt anstrengend, aber ich habe so vieles geschafft, das mir damals niemand zugetraut hätte. Einem Migrantenkind aus dem Plattenbau. 

Ich denke dann an Mama, die in der Küche Dostojewksi liest und mich anlächelt, und der Wasserkocher laut brodelt und alles irgendwie friedlich ist, wenn auch nicht einfach.  

Ich bin froh, dass ich das alles erlebt habe. Ich bin froh, dass nicht immer alles einfach war. Weil es mich viele Dinge gelehrt hat, die andere möglicherweise erst sehr spät begreifen. Es hat mich eine viel tiefere Nähe zu den Menschen gelehrt. Ein Verständnis, das vielleicht nur die Wenigen besitzen, die sich schon selbst aus dem Dreck ziehen mussten. 

Ganz besonders habe ich dadurch gelernt, mir selbst zu vertrauen. Und alles in Relation zu setzen. Dafür bin ich dankbar.

Welt-Quiz: Erkennen Sie diese Länder nur an ihren Umrissen?
Themen in diesem Artikel
Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg