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Alle Jahre wieder: Sie schauen nur WM: Wieso mir U-Boot-Fans auf den Senkel gehen

Pünktlich zur Fußball-WM werden sie wieder die Biergärten verstopfen: Die U-Boot-Fans. Das Spiel interessiert sie eigentlich nicht, aber Public Viewing finden sie ganz toll. Muss man nicht verstehen, findet unsere Autorin.

Zwei Menschen in Deutschland-Trikots

Zur Fußball-WM werden sie wieder die Biergärten verstopfen: Die U-Boot-Fans (Symbolbild)

Getty Images

Die Blondine mit den perfekt geföhnten Walle-Walle-Haaren, wir werden sie Ramona taufen, sitzt im Biergarten direkt vor mir. Auf dem Bildschirm läuft Fußball. Ein Länderspiel.

Ramona ist mit ein paar Freunden hier, sie trägt ein Deutschland-Trikot, hat sich die Wangen fein säuberlich in den Landesfarben angepinselt und das Schweißband vom Sommermärchen 2006 aus der Schublade gekramt. Nun sitzt sie also hier, trinkt Rhabarberschorle (mit wenig Saft) und ein Gläschen Chardonnay (man gönnt sich ja sonst nix - aber nur das Eine!) und geht mir auf die Nerven. Denn man könnte zwar meinen, dass Ramona sich für Fußball interessiert (Aufmachung und Umgebung würden dafür sprechen), aber das ist nicht wahr: Ramona ist ein sogenannter U-Boot-Fan.

Alle zwei Jahre kommt diese ganz besondere Gattung Fußball-Fan aus der Versenkung an die Oberfläche und verstopft die Biergärten und Fußballkneipen dieser Welt. Sie sitzen für gewöhnlich in deinem Blickfeld, werfen (wenn es Frauen sind) die Haare von einer Seite auf die andere, damit du auch garantiert die besten Szenen des Spiels verpasst, und reden lautstark über alles – nur nicht über Fußball. Und am Allerbesten machen sie dann auch noch ein Selfie mit dem Bildschirm, auf das sie #GOGERMANY schreiben. 

Wenn du Ramona zu jedem anderen Zeitpunkt fragen würdest, ob sie mit dir Bundesliga oder ähnliches schauen geht, guckt sie dich verständnislos an. Es ist Samstag, sagt sie dann. Ja, antwortest du, deswegen ist ja Bundesliga. Aber Ramona will nicht. Fußball ist nicht so ihr Ding. Aber WENN, dann wäre sie Fan von Bayern München. Das macht es nicht besser, Ramona. 

Fußball-WM mit Ramona, René und Pascal

Man verstehe mich nicht falsch, ich freue mich über jeden Ballsport-Jüngling, der sich in die fremde Welt der Altherrenkneipen wagt, um Seite an Seite zu zittern und zu bangen und am hellichten Tag Bier zu trinken. Wirklich. Und es ist auch nicht so, als könnte ich dir sämtliche Spieler aller Bundesligavereine seit 1963 aufzählen. Aber bitte lass die Pfoten vom Trikot, wenn du 90 Prozent der Zeit KEI-NER-LEI Interesse am Sport zeigst. 

Ich habe mal mit einer jungen Dame gesprochen, die sich im Fußballdress bei einem EM-Schönheitswettbewerb meines damaligen Arbeitgebers beworben hatte. "Und?", fragte ich. "Was glaubst du, wer das entscheidende Tor schießt?" Ihre Antwort: "Ääähhmm, Manuel Neuer?!?" Ja, wenn es irgendeinen Torwart in der Bundesliga gibt, dem man das zutrauen würde, dann Manuel "Ich verbringe mehr Zeit an der Mittellinie als in meinem Kasten" Neuer. Aber ich bezweifle stark, dass sie das meinte.

Wieso also bestehen die Ramonas dieser Welt darauf, sich alle 24 Monate ins Ganzkörper-Deutschlanddress zu werfen und kleine Stoffflaggen über ihre Rückspiegel zu ziehen?

Das männliche Equivalent gibt es übrigens selbstverständlich auch. Es heißt für gewöhnlich René oder Pascal und verbringt 80 Prozent jedes Spiels am Handy, nur um seinen Kumpels immer wieder ein "Sorry, muss kurz antworten, die Arbeit, du weißt schon." zuzuraunen. Wir sehen, dass du auf Tinder bist, Pascal. Wahrscheinlich schreibst du grad mit Ramona, 28,5 Meter entfernt. Und nachher werdet ihr euch in der Kiste gegenseitig die Deutschland-Schminke verschmieren und von der tollen Stimmung beim Public Viewing schwärmen. Schön für euch. 

Ich hab hinter eurem Gezüngel das entscheidende Tor verpasst – aber wer interessiert sich schon für Fußball?

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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
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