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NEON-Leser packen aus: "Spaß zu dritt?": Die schlimmsten Geschichten bei der Wohnungssuche

Zwei Berlinerinnen wollten ihren Balkon als WG-Zimmer vermieten. Wir haben deshalb die NEON-Leser nach ihren unverschämtesten Erlebnissen bei der Wohnungssuche gefragt. Die Schlussfolgerung: Man braucht Nerven aus Stahl.

Eine Frau steht auf dem Balkon. Vielleicht ist ja gerade auf Wohnungssuche?

Die Geschichte der Wohnungssuchen, die uns die NEON-Leser geschickt, haben es echt in sich

Ist das jetzt witzig oder einfach nur unverschämt? Zwei Frauen aus boten statt eines Zimmers ihren Balkon zum Schlafen an. Inklusive Zelt. Unter der Überschrift "Schlafplatz zu vermieten – rent a tent" suchten sie auf dem Portal "wg-gesucht.de" nach einem neuen WG-Bewohner. 260 Euro pro Monat wollten die beiden dafür haben. Wohlgemerkt: für ein Zelt auf einem Balkon.

Ob die Anzeige nur ein Scherz oder ernst gemeint war, ist nicht bekannt. Es zeigt aber, dass die Suche nach einer Bleibe durchaus abenteuerlich sein kann. Wir haben deshalb die NEON-Leser bei und Facebook nach ihren schlimmsten Erlebnissen auf dem Wohnungsmarkt gefragt. Die Geschichten lassen nur einen Schluss zu: Wer auf der Suche nach einer Bude ist, braucht Nerven aus Stahl und ein dickes Fell gegen widerwärtig sexistische Angebote.

Von Sex statt Miete oder Klo in der Küche 

Lovis Cassaris bei :
Wir waren damals auf der Suche nach einem WG-Mitbewohner. Der Typ schaute sich ständig um und hörte beim Gespräch gar nicht richtig zu, bis wir fragten, was los sei. Da fragte er zurück, ob wir bereit wären, an den Wänden ein Rohrsystem anzubringen, weil er Versuche mit Ratten macht. 

"Lustigamwandern" bei Instagram:
Auch in Berlin: Mir hat mal ein 56-jähriger Mann auf mein Gesuch geantwortet, das er mich hübsch fände und in Reinickendorf sein "Holzhaus" in seinem Garten vermiete. Das Holzhaus war 8 qm groß (wir reden hier eher von einem Schuppen) und er wollte 480 Euro dafür haben. Jetzt kommt das, wovon wahrscheinlich jede weibliche Person bei einer WG-Suche berichten kann: Er meinte, er würde mir gegen sexuelle Dienste den Schuppen auch umsonst vermieten. Ein unverschämtes Angebot. 

Lucy via Instagram:
Vor zwei Jahren habe ich eine solche Erfahrung in gemacht. Jemand bot das zweite Gästeklo in der luxussanierten 120-qm-Bude mit Hafenblick an. Sieben Quadratmeter, fensterlos, dafür ein eigenes Waschbecken und Fußbodenheizung! Dafür sollte man 290 Euro pro Monat zahlen. 

Julie bei Instagram:
Ich hab' mal eine Wohnung gefunden, die super aussah. Als ich mir aber die Fotos noch einmal angesehen habe, habe ich bemerkt, dass die Toilette direkt IN der Küche ist – nur durch einen Vorhang abgegrenzt. Hat man auf den Fotos natürlich nicht wirklich erkannt, nur wenn man sehr genau hingesehen hat. 

Claudia Saar bei Facebook:
Ich hatte einmal eine Begegnung mit einer rechtsradikalen Verschwörungstheoretikerin als (potentielle) Vermieterin. Sie wollte mir ihre Wohnung vermieten. Sie bewunderte meinen "schönen deutschen Namen", pries die "deutsche Bäckerei um die Ecke der Wohnung, die noch ordentliches Schwarzbrot backen könne", lies sich über die Obdachlosen auf der Straße aus, die "bestimmt weg wären, wenn wir da eine konsequentere Hand an der Regierung hätten", fragte mich, ob ich öfter "so Ausländer" zu Besuch hätte und als ich sagte, ja, einige meiner Freunde sind aus Italien und Israel, meinte sie, etwas aus dem Konzept gebracht: "Äh … ja, also Europäisch geht ja noch."

Als sie mir dann noch von ihrem Aura-Spray, was sie im Rahmen ihrer Heilpraktiker Tätigkeit mit u.a. "Neuer Germanischer Medizin" für "nur 80 Euro das Fläschchen" vertrieb, fast ungefragt auf den Arm sprühte, war es um mich geschehen. Leider war ich etwas feige – und kolossal perplex. Ich packte den Mietvertrag ein, da ich ihn mir nochmal durchlesen müsse, verabschiedete mich und schickte ihn zwei Tage später NICHT UNTERSCHRIEBEN zurück. 

WG-Zimmer gegen "ein bisschen Spaß zu dritt"

Sarah bei Instagram:
Ich hatte mich mal für eine Wohnung interessiert, in der es keinen Fußboden gab! Als ich fragte, ob da noch etwas verlegt wird. Sagte man mir: "Nein, da müssen Sie selbst kreativ werden. Aber an der Wohnung sollte nichts verändert werden!" Passend dazu hat der Mietvertrag dann auch noch nur EINE funktionierende Steckdose für die Wohnung garantiert und eine Staffelmiete mit 10% Mieterhöhung auf fünf Jahre. Hätte ich fast genommen, wenn es nicht diese Löcher in der Wand gegeben hätte, die stark einbruchsgefährdet aussahen. 

Maike via Instagram:
Als ich in ein Zimmer gesucht habe, wurde mir ein Zimmer gegen Sex angeboten. Und eine Jungs-WG hat mich um Fotos gebeten (auch Ganzkörper) und wollte wissen, ob ich Bock auf "ein bisschen Spaß zu dritt" habe. Nein danke! 

Laura H. bei Facebook:

Eine Wohngemeinschaft, die bisher nur aus Männern bestand, bot mir an, nur die Nebenkosten für ein Zimmer zahlen zu müssen, wenn ich im Gegenzug die komplette Wohnung (inkl. ihrer Zimmer) putzen würde. Ich habe nicht gefragt, ob ich dazu vielleicht noch spezielle Kleidung tragen sollte und bin einfach aufgestanden und gegangen. 

Christina bei Instagram:
Wohnung auf Ebay Kleinanzeigen: 100 qm in der Innenstadt von Berlin für NUR 120 Euro. Die Mieterin müsste allerdings "jung, weiblich, hübsch und den Rest der Miete durch Dienstleistungen gegenüber dem 50-jährigen Mitbewohner" erbringen. 

Kathi bei Instagram:
Eine Wohnung in Schwabing: Zwei Zimmer – 750 Euro warm. Zu schön für München. Der Vermieter vergab Einzeltermine. Als ich dort ankam, wartete schon ein Mädchen. Da ich meinen Termin hatte, ging ich schon rein. Sie folgte mir einfach und meinte: "Das stört dich doch nicht, wenn ich mich bei dir anschließe – oder?"

Sie schleuste sich dann tatsächlich bis mit in die Wohnung. Der Vermieter war auch total irritiert. Am Ende war die Wohnung zwar super, schrecklich aber die Dreistigkeit von dem Mädel. 

Greta Haasje bei Facebook:
Mir sagte ein Vermieter mal, man müsse sich ja vor der Unterzeichnung des Vertrages mehrfach treffen, um herauszufinden, ob man miteinander klar käme. Dabei ging es um eine Wohnung nur für mich, keine Untermiete – und er wohnte auch nicht im selben Haus. Ich sagte ihm dann, dass ich nur eine Wohnung suche und keinen zukünftigen Ehemann. Schade um die Wohnung, die war echt toll. Aber so etwas bringt nichts ... 

Ein anderes Mal habe ich mir ein halb renoviertes Haus angeguckt. Die Vermieter sagten, ich müsse es bei Unterzeichnung selber zu Ende renovieren. Als ich dann fragte, welche Form der Vergütung sie sich dafür vorstellten (Also zum Beispiel durch Mietfreiheit für eine gewisse Zeit oder Erstattung der Anschaffungskosten und Entschädigung für meine Arbeitskraft und –zeit), empörten sie sich über meine Frechheit und drängten mich mit einem "mit dieser Einstellung finden Sie aber keine neue Bleibe" aus der Bude raus.

Kühle Wohnung Teaserbild
rpw