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Profilbild mit erlegtem Hirschen: Tinder sperrt Frau wegen Fotos mit totem Tier – wäre sie ein Mann, wäre das anscheinend anders

Weil sie mit einem erlegten Hirschen auf ihrem Profilbild posierte, wurde eine US-Amerikanerin auf Tinder gesperrt. Was sie ärgert: Viele Männer tun das auch und müssen keine Konsequenzen fürchten.

Wer sich durch die Dating-App Tinder wischt, stößt auf viele Menschen, die sich auf ihrem Profilbild mit Tieren zeigen. Hunde, Katzen, Delfine oder ähnlich süße Begleiter sollen die Chancen auf einen Like erhöhen. Das mag in manchen Fällen klappen – tote Tiere sind hingegen wohl kein besonders anziehendes Motiv. Trotzdem hat eine Frau aus den USA sich auf Tinder mit einem Bild präsentiert, das sie mit einem toten Reh zeigt. Dafür hat Tinder sie gesperrt.

Offenbar hat Nichole Magoon – so heißt die Frau – das Tier selbst erlegt. Auf Twitter berichtet sie, dass ein Mann sie bei Tinder wegen des Fotos gemeldet habe. Tinder habe daraufhin ihren Account gesperrt, da sie gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen habe. Wogegen genau, habe Tinder ihr auf Nachfrage nicht mitteilen können. Erst nachdem ein Journalist auf den Fall aufmerksam geworden sei und bei Tinder nachgefragt habe, sei ihr Account wieder freigegeben worden.

Doppelmoral bei Tinder? Männer dürfen mit erlegten Tieren posieren

Unter dem Hashtag #Doublestandards ("unterschiedliche Standards") prangert Magoon an: "Tinder, erklärt mir, wie sich das von den tausenden Fotos unterscheidet, auf denen Männer tote Fische halten?" Denn tatsächlich sind auch selbstgeangelte Fische ein beliebtes Motiv für Profilbilder – zumindest bei Männern. Magoon geht es um etwas Grundsätzliches: Sie jage schon ihr ganzes Leben lang und ständig sei sie dabei von Männern benachteiligt worden, die sie nicht ernst nahmen. "Ich bin stolz auf den Hirschen auf dem Foto, es ist der größte, den ich bisher geschossen habe", schreibt sie.

Das Foto habe sie absichtlich so zugeschnitten, dass keine Blut und keine Waffen zu sehen seien, erklärte sie dem Sender ABC7: "Meine Familie und ich sind keine Trophäenjäger, wir jagen für Nahrung. Wir respektieren das Tier und die Natur." Der Fernsehsender berichtet, dass seine Redaktion bei einem Selbstversuch mehrere Profilbilder von Männern gefunden hätte, die ebenfalls mit toten Tieren posierten – und anscheinend nicht gesperrt wurden. Magoon geht es darum, auf diese Doppelmoral aufmerksam zu machen. Sie wünsche sich, dass sich die Standards ändern. Ob sie wieder zu Tinder zurückkehrt, wisse sie noch nicht.

Quellen: Nichole Magoon auf Twitter, ABC7

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