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Kommentar

Eine Abrechnung: Schluss damit! Warum Anrufen Freiheitsberaubung vom Feinsten ist

Die Sinfonie der Telefonie ist vorbei, aufgelegt, tuut, findet unser Autor. Anrufen ist Freiheitsberaubung und hat in einem selbstbestimmten Leben keinen Platz mehr. Man geht ja auch nicht in Unterhose an die Tür, wenn es klingelt.

Von Nils Ketterer

Mann mit Telefon in der Hand

Anrufen ist im Jahr 2018 einfach nicht mehr zeitgemäß, findet unser Autor

Ich möchte diesen Text in versöhnlichem Pianissimo beginnen. Ganz vorsichtig möchte ich anklopfen, ob ihr vielleicht auch in den letzten Monaten Probleme bemerkt habt, wenn ihr versucht, jemanden anzurufen. Dass man weniger oft jemanden zu erreichen scheint und man selbst öfter abgelehnt wird als früher, und vielleicht dass euch etwas flau im Bauch wird, wenn euch jemand eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlässt. Vielleicht? Ein bisschen?

So und jetzt Forte: Ruhe in Frieden, lieber Anrufer. Es ist vorbei, wir wissen es doch beide. Und nein, wir können auch keine Anrufbeantworter-Freunde bleiben. Es ist aus. Aufgelegt. Tuut. Früher waren wir mal gut zusammen. Mein Finger in deiner Telefonschnur. Dein kühler Hörer an meinem heißen Ohr. Wir hatten Spaß und gute Gespräche und alles, ja. Aber ich möchte mein Leben jetzt wieder selbst in die Hand nehmen, weißt du. Es liegt an dir, nicht an mir. Wir schreiben nämlich 2018.

Anrufe platzen in mein sorgfältig geordnetes Leben

Ich kann alles entscheiden, mein ganzes geordnetes Leben gehört mir. Ich entscheide, welche Avocado ich mir diesmal aufs Brot schmiere und wie dick, ich entscheide, ob ihr seht, dass ich online bin, und dass meine Füße genau fünf Zentimeter vor der Bettkante liegen müssen. Ich entscheide, wie viele Croissantkrümel in meinem Bett sein dürfen, bevor es eklig wird. Alles kann ich entscheiden, nur was ich nicht entscheiden kann, ist, wer mich anruft und wann. Anrufe platzen in mein sorgfältig geordnetes und selbstbestimmtes Leben hinein wie kreischende Meteoriten, und tausend Fragen rauben mir meine süße Freiheit.

Will ich jetzt mit dieser Person reden? Ohne zu wissen, was sie will? Sie will doch was, oder? Bestimmt will sie wieder was. Habe ich jetzt den Nerv für meine Eltern? Ist meine Stimme stark genug für Jobgespräche oder den Wohnungsvermieter? Riecht man meine Fahne durch den Hörer? Wird das das letzte Telefonat mit Oma? Habe ich gerade zehn Minuten? Muss ich nicht arbeiten? Schlafe ich nicht noch? Reißt mich das aus meinem Liebesgespräch? Meinem Schreibflow? Möchte ich meine halbe Stunde in der Sonne mit dieser angezeigten Nummer aus dem Segelkurs verbringen? 

Ich will euer Leben nicht, ich will meins

Crescendo. WILL. ICH. NICHT. Trotzdem habe ich nur zwei Möglichkeiten. Rangehen und Stress oder Nichtrangehen und schlechtes Gewissen. Das ist, wie wenn jemand an meiner Tür klingelt samstags um halb-fucking-zehn und ich sitze, wenn es gut läuft, in Unterhose vor "Harry Potter 3". Da mache ich doch auch nicht auf. Leute, schreibt mir vorher eine Whatsapp – sonst wird das unangenehm für alle Beteiligten. Ruft mich nicht an, ohne vorher Bescheid zu geben. Es ist 2018 und ich weiß, wenn ich ein Paket erwarte oder meine Frischebox oder Besuch (oder wie das heißt, wenn man Menschen trifft).

Schreibt mir irgendwas, twittert mir, instagrammt mir, klebt mir einen Zettel an die Tür, meinetwegen schickt mir eine SMS, wenn ihr es nicht besser könnt. Aber ruft-mich-nicht-an!

Fortissimo. Ich will euer Leben nicht, ich will meins. Hörer fliegt neben Telefon. Tuuuuuuuuu–  

Gin-Cocktails


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.