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Aus für Carol Bartz Yahoo feuert Konzernchefin per Telefon


Das war nicht gerade die feine Art: Per Telefonanruf hat der Internetkonzern Yahoo Vorstandschefin Carol Bartz mit sofortiger Wirkung gefeuert. Die 62-Jährige selbst verkündete den Mitarbeitern die Neuigkeit in einer E-Mail.

Die Nachricht von ihrer Entlassung erfuhr Carol Bartz übers Telefon: Yahoo hat die Frau an seiner Spitze gefeuert. Als Überangschef sei Finanzvorstand Tim Morse ernannt worden, teilte der Internetkonzern mit. Die Suche nach einem Nachfolger, der im Kampf um Online-Werbeeinnahmen und -Inhalte dauerhaft das US-Unternehmen führen soll, beginne umgehend.

"Ich bin sehr traurig darüber, mitteilen zu müssen, dass ich gerade per Telefon von Yahoos Verwaltungsratschef gefeuert worden bin", teilte Bartz in einer kurzen E-Mail den Mitarbeitern mit. Damit muss die 62-Jährige bereits nach Ablauf von nur etwas mehr als der Hälfte ihres Vierjahresvertrages gehen.

Bartz hatte Anfang 2009 den Mitgründer von Yahoo, Jerry Yang, an der Spitze des Konzerns abgelöst. Sie hatte in den folgenden Jahren die Führung ausgetauscht, die Ausgaben drastisch reduziert und das Unternehmen neu ausgerichtet.

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Die Entscheidung, sich von Bartz zu trennen, sei in der vergangenen Woche von den Board-Mitgliedern einstimmig getroffen worden, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Bartz und Yang, die dem Verwaltungsrat ebenfalls angehören, hätten an der Abstimmung nicht teilgenommen. Zum Telefonhörer griff dann Verwaltungsratschef Roy Bostock.

Die Anleger nahmen den Führungswechsel positiv auf: Im nachbörslichen Handel legten Yahoo-Papiere um sechs Prozent zu.

Yahoo ist zwar in den vergangenen Jahren deulich hinter Google und Facebook zurückgefallen, zählt aber immer noch zu den beliebtesten Adressen im Internet und ist in den USA Marktführer bei Online-Werbung. Marktforschern zufolge wird allerdings das soziale Netwerk Facebook in diesem Jahr den Pionier bei den Einnahmen für Werbebanner überholen.

Auch das Suchgeschäft bereitet mit rückläufigen Umsätzen Grund zur Sorge. Eine Allianz mit Microsoft konnte das Ruder nicht herumreißen. Konkurrent Google hat mittlerweile einen Marktwert von 170 Milliarden Dollar - zehnmal so viel wie Yahoo.

mad/Reuters/AFP Reuters

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