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WikiLeaks-Gründer Medienbericht: Früherer CIA-Chef Mike Pompeo wollte Julian Assange ermorden lassen

Julian Assange
Julian Assange im Januar 2020
© Dominic Lipinski/PA Wire / DPA
Als CIA-Chef hatte Mike Pompeo WikiLeaks-Gründer Julian Assange öffentlich als "Betrüger" bezeichnet. Jetzt berichten US-Medien, dass der Geheimdienstchef sowie Mitarbeiter der Trump-Regierung Assange entführen oder sogar töten lassen wollten.  

Das Gezerre um Julian Assange geht mittlerweile ins zehnte Jahr. Zuletzt haben die USA Berufung gegen ein Gesundheitsgutachten über den 50-Jährigen eingelegt. Mediziner kommen darin zu der Annahme, dass Assange suizidgefährdet sei, weswegen er nicht in die USA ausgeliefert werden kann. Stattdessen bleibt er vorerst im südenglischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Jetzt meldet die Nachrichtenseite Yahoo-News, dass die US-Regierung unter Donald Trump mit dem Gedanken gespielt haben soll, den Investigativ-Journalisten zu entführen und ermorden zu lassen.

Namentlich wird dabei Mike Pompeo genannt. Laut Yahoo, das sich auf frühere Mitarbeiter beruft, soll 2017 eine entsprechende Diskussion stattgefunden haben. Kurz zuvor hatte die Enthüllungsplattform WikiLeaks unter dem Schlagwort "Vault 7" CIA-Spionage- und Hacking-Techniken veröffentlicht. Pompeo und die CIA-Führung sei "Vault 7", das größte Datenleck in der Geschichte des Geheimdienstes, sehr peinlich gewesen. "Sie wollten Blut sehen", wird der Informant zitiert.

Entwürfe zur Assange-Ermordung

Der anonymen Quelle zufolge hätten führende Mitarbeiter der CIA und der Trump-Regierung sogar schon "Entwürfe" und "Optionen" für einen Mord an Assange vorbereiten lassen. "Es sah aus, als hätten sie keine Grenzen gekannt", so der Gegenspionage-Mitarbeiter weiter. Offizielle Stellungnahmen von den US-Behörden zu dem Yahoo-Bericht gibt es derzeit noch nicht.

Julian Assange und seine Plattform WikiLeaks hatten 2010 begonnen, geheime Dokumente des US-Militärs zu veröffentlichen, darunter auch Unterlagen über mutmaßliche Folter und Kriegsverbrechen in Afghanistan und dem Irak. 2012 war der gebürtige Australier in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Grund: Die amerikanische Staatsanwaltschaft hatte ein Verfahren wegen Spionage gegen ihn angestrengt und seine Auslieferung verlangt. In Schweden wiederum liefen Ermittlungen wegen Vergewaltigung gegen ihn.

Im April 2019 musste Assange die Botschaft verlassen, er wurde festgenommen und wegen Flucht vor der Justiz von einem britischen Gericht zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt, die Ermittlungen in Schweden wegen Vergewaltigung wurden letztlich eingestellt. Die USA pochen weiterhin auf eine Auslieferung. Vor allem unter der Präsidentschaft Donald Trumps hatte sich der Ton gegenüber Julian Assange wieder verschärft. Nach der "Vault-7"-Veröffentlichung hatte der damalige CIA-Chef Pompeo Wikileaks in einer Rede als einen "feindlichen Geheimdienst" bezeichnet und Assange einen "Betrüger und Feigling" genannt.

Quellen: Yahoo News, "Guardian", DPA, AFP

nik

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