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Wikileaks-Gründer Gericht entzieht Julian Assange ecuadorianische Staatsbürgerschaft

Julian Assange verliert ecuadorianische Staatsbürgerschaft
Julian Assange grüßt 2017 in London vom Balkon der Botschaft von Ecuador, wo ihm die ecuadorianische Staatsbürgerschaft verliehen wurde.
© Dominic Lipinski / PA Wire / DPA
Vor vier Jahren wurde Wikileaks-Gründer Julian Assange die ecuadorianische Staatsbürgerschaft verliehen – jetzt wurde sie wieder aberkannt. Grund sollen verwaltungsrechtliche Fehler sein. Assange schaltete einen Anwalt ein.

Ein Gericht hat dem Wikileaks-Gründer Julian Assange die ecuadorianische Staatsbürgerschaft entzogen. Bei der Verleihung der Staatsbürgerschaft an den gebürtigen Australier 2017 seien verwaltungsrechtliche Fehler gemacht worden, berichtete die Zeitung "El Comercio" am Dienstag unter Berufung auf ein Verwaltungsgericht in der Hauptstadt Quito. Assanges Anwalt Carlos Poveda kündigte an, Rechtsmittel gegen die erstinstanzliche Entscheidung einzulegen.

Assange wartet derzeit im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh auf eine Entscheidung über den Auslieferungsantrag der US-Regierung. Die Vereinigten Staaten werfen ihm vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und auf der Internet-Plattform Wikileaks veröffentlicht zu haben. Damit sei das Leben von Informanten in vielen Ländern in Gefahr gebracht worden. Im Falle einer Verurteilung in den USA droht ihm eine langjährige Haftstrafe.

Spannungen zwischen Assange und Ecuador

Assange war 2012 vor der Auslieferung in Ecuadors Botschaft in London geflüchtet. Dort erhielt er Asyl und 2017 auch die ecuadorianische Staatsbürgerschaft. Die Regierung des südamerikanischen Landes plante damals, Assange einen Diplomatenstatus zu verleihen und ihn so sicher aus der Botschaft bringen zu können. Später kam es allerdings zu Spannungen zwischen Quito und Assange. Die ecuadorianische Regierung kassierte 2019 den Asylstatus wieder und Assange wurde wegen des Verstoßes gegen Kautionsauflagen von der britischen Polizei festgesetzt.

Günter Wallraff kämpft für Julian Assange Freiheit – und für die Pressefreiheit

Sehen Sie im Video: Günter Wallraff setzte sich im vergangenen Jahr mit einer Kampagne für die Freilassung von Julian Assange ein. Im stern-Interview prangert der Journalist den Umgang mit dem Whistleblower an – er spricht von Folter, Politik-Versagen und Manipulation.

sve DPA

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