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Pressestimmen

Wikileaks-Gründer Julian Assange: "Ein Justiz-Thriller alla John Grisham und ein wenig beruhigendes Zeichen der Zeit"

Nach der spektakulären Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange in London steht vermutlich ein jahrelanges Tauziehen um eine Auslieferung des 47-jährigen Australiers an die USA bevor. Die Pressestimmen zu dem brisanten Fall.

Julian Assange nach seiner Verhaftung in London

Julian Assange nach seiner Verhaftung in London

Getty Images

Julian Assange sitzt vorerst in London im Gefängnis. Anfang Mai soll ein Gericht sich mit seiner möglichen Auslieferung an die USA befassen. Die Anhänger des Wikileaks-Gründers machen bereits mobil. So kommentiert die internationale Presse die Inhaftierung des 47-Jährigen.

Deutschland

"Süddeutsche Zeitung": ""Julian Assanges Verdienst ist es, als Datenlieferant ein Vorreiter des modernen Leak-Journalismus zu sein, in dem digitale Datenberge Geschichten über Machtmissbrauch, Gier und Doppelzüngigkeit liefern. Die allermeisten Journalisten entwickeln diese Spielart nun lieber ohne Assange weiter - maßvoller und verantwortungsbewusster. Assanges Gerichtsverfahren verdienen gleichwohl größte Aufmerksamkeit. Auf keinen Fall darf die Justiz enthüllendes Arbeiten von Journalisten kriminalisieren. Die Öffentlichkeit wird mit neugierigen Augen zusehen."

"Mittelbayerische Zeitung": "Die Gefahr besteht darin, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Die Trump-Regierung könnte nämlich versucht sein, Assange für etwas zu verfolgen, was Journalisten jeden Tag tun: Quellen zu pflegen, vertrauliche Informationen zu sammeln und zu veröffentlichen, auch und gerade, wenn es der Regierung nicht passt. Es geht im Fall Assange nicht darum, einen fragwürdigen Charakter zu verteidigen, sondern die Pressefreiheit. Deshalb ist der Fall komplizierter, als er sich auf den ersten Blick präsentiert."

"Reutlinger General-Anzeiger": "Wer brisante Informationen öffentlich macht, muss immer die Folgen abwägen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist die Veröffentlichung der Panama Papers. Und zwar nicht nur, weil damit ein Steuerbetrug aufgedeckt wurde, sondern weil Journalisten mit ihrem Namen für diese Entscheidung einstanden. Genau diese Verantwortung übernimmt Assange nicht. Er glaubt, über dem Gesetz zu stehen."

USA

"Washington Post": "Herr Assange ist kein Held der freien Presse. Ja, Wikileaks hat sich geheime Regierungsdokumente beschafft und diese veröffentlicht (...). Entgegen journalistischer Normen hat Herr Assange solche Dokumente aber manchmal auf unethischem Wege erlangt (...). Ebenfalls im Gegensatz zu echten Journalisten hat Wikileaks Material in der Öffentlichkeit abgeladen, ohne sich die Mühe zu machen, den Wahrheitsgehalt zu prüfen oder den darin erwähnten Personen die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern. Selbstverständlich hätte ein echter Journalist auch nicht mit dem Komplott eines Geheimdienstes eines autoritären Regimes kooperiert, um einem US-Präsidentschaftskandidaten zu schaden und einem anderen zu nützen. Nachdem es Ecuador bereits zugesichert hat, Herrn Assange nicht wegen eines Vergehens in die Vereinigten Staaten auszuliefern, auf das die Todesstrafe steht (Spionage implizit eingeschlossen), sollte Großbritannien nicht fürchten, dass ein Hacking-Prozess gegen ihn die Pressefreiheit gefährden würde."

Österreich

"Der Standard": ""Assange werden nicht seine Veröffentlichungen vorgeworfen, sondern dass er die Armeeangehörige Chelsea Manning dabei beraten habe, Passwörter zu knacken. Das mag rechtswidrig sein, es mag Indizien geben. Die jahrelange Jagd nach ihm steht zu dieser Anklage aber in keinem Verhältnis. Der Punkt ist offenbar ein Vorwand, eine juristische Ersatzhandlung. Ist Assange einmal in den USA - wer weiß, was dann passiert. Die anderen Vorwürfe gegen ihn, vor allem jene der Vergewaltigung in Schweden, sind dafür aufzuklären."

Italien

"Corriere della Serra": "Weniger als sieben Jahre brauchte es, um Julian Assange von einem Rockstar (...) in einen mutmaßlichen russischen Spion zu verwandeln, in einen Mitarbeiter des russischen Staatsfernsehens, in ein Idol der amerikanischen Rechten nach der Versenkung der Kampagne von Hillary Clinton 2016 durch Hacker-Angriffe. (...) 

Assange wurde zum immer weniger willkommenen Gast der ecuadorianischen Regierung (...), die am Ende damit droht, ihm die Internetverbindung zu kappen, wie bei bockigen Teenagern. (...) 

Der lange und erzwungene Aufenthalt in London von Julian Assange, Erfinder und Anführer von Wikileaks, auf der Flucht vor der schwedischen, britischen, amerikanischen Justiz, ist ein Spionage-Roman, wie er John le Carré gefallen würde, ein Justiz-Thriller alla John Grisham, und gleichzeitig ein wenig beruhigendes Zeichen der Zeit."

Niederlande

"NRC Handelsblad": "Assanges Anwälte sagen nun voraus, dass ihr Mandant alles in seiner Macht Stehende tun wird, um sich der Auslieferung an die USA zu widersetzen. Mit dem Argument, dass er dort kein faires Verfahren zu erwarten hat, sondern ein politisches Urteil. Assanges Angst ist nicht unbegründet. Mit seinen Enthüllungen im Jahr 2016 über die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat er sich mit dem demokratischen Establishment überworfen. Aber auch die Republikaner haben nichts Gutes von Assange zu erwarten, wenn er über Quellen im russischen Geheimdienst zu sprechen beginnt, die ihm die vertraulichen E-Mails von Clinton zugespielt haben sollen. (...)

Wikileaks hat sich in den letzten Jahren zu einem persönlichen Propaganda-Organ für Assange entwickelt. Die Auslieferung an die USA durch das Vereinigte Königreich scheint schließlich die nächste Station auf Assanges Reise zu sein. Der Gang vor einen amerikanischen Richter ist der einzig richtige Weg aus dem Labyrinth, das Assange sich selbst geschaffen hat."

Großbritannien

"Financial Times": "Wie bei allen Auslieferungsfällen haben darüber zu allererst die Gerichte zu entscheiden und nicht die öffentliche Meinung. Ungeachtet seines hohen Bekanntheitsgrades sollte Assange behandelt werden, wie jeder andere auch. Zweifellos muss er die Konsequenzen dafür tragen, dass er 2012 in London nach seiner Freilassung auf Kaution nicht zur Gerichtsverhandlung erschienen ist. (...) 

Für einige ist Assange ein Märtyrer im Namen der Redefreiheit und der Transparenz. Anderen gilt er als Staatsfeind. Und wieder andere glauben, dass er kaum mehr als ein Handlanger für Russlands Wladimir Putin ist. Dass seine Festnahme und die nun folgenden Rechtssachen große Emotionen auslösen, war unvermeidlich. Das kann den Gang traditioneller Gerichtsverfahren jedoch nicht außer Kraft setzen. Die Justiz sollte keine Ausnahmen aufgrund bestimmter politischer Präferenzen machen."

Schweiz

"Tages-Anzeiger": "Assanges Verhaftung in London nach 2487 Tagen im selbst gewählten Asyl der ecuadorianischen Botschaft ist nicht der Angriff auf die "Freiheit von Whistleblowern" und der Presse insgesamt, wie Assanges Anhänger behaupten. Sie soll und muss der Auftakt sein zu fairen Rechtsverfahren, die das bisher mindestens zwielichtige Wirken des Hackers zumindest juristisch einwandfrei klären. Der Propagandist der totalen Transparenz kann nun Transparenz schaffen über sein eigenes Tun."

"Neue Zürcher Zeitung": "Jetzt wird er wieder ertönen, der Aufschrei. Rund um den Globus werden empörte Menschen Partei ergreifen für Julian Assange, den Freiheitskämpfer, der es einst gewagt hat, sich mit Veröffentlichungen auf seiner Plattform Wikileaks gegen die dunklen Mächte des imperialen amerikanischen Staates zu stellen. Großbritannien wird angeprangert werden als Amerikas törichter Handlanger in einer von langer Hand geplanten Verschwörung. (...)

Die USA haben Antrag auf Auslieferung gestellt. Die Anklage lautet allerdings nicht auf Spionage, sondern auf Konspiration zum Hacken von Regierungscomputern und zum Entwenden von geheimen Staatsakten. Der von Assange und seinen Anhängern seit 2010 gepflegte Mythos, die USA trachteten dem Hacker nach dem Leben, findet darin keine Bestätigung. Großbritannien wird auch über das Auslieferungsgesuch nach rechtsstaatlichen Regeln befinden. Dazu gehört die Garantie der Menschenrechte. Es gibt keinen Grund, an einem korrekten Verfahren der britischen Justiz zu zweifeln."

vit / DPA
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.