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Aus der Community

Psychologie: Ich gehe jetzt nach Hause, okay?

Die NEON-Leser schreiben in der Community regelmäßig selbst Texte. Wir stellen die besten davon vor.

Von Community-Mitglied Alia Lübben

Eine Frau trinkt nachdenklich ein Bier in einer Bar

Ab nach Hause!

Was mache ich hier eigentlich?

"Was denkst du?"

"Na, was denkst du denn?"

"Dass ich kein Bier mehr trinken werde. Dass ich hier jetzt nicht mehr mit dir sitzen und weiter knutschen will. Dass ich dich nicht mit nach Hause nehmen werde und ich nicht mit zu dir nach Hause kommen werde. Und dass ich mich, ehrlich gesagt, schon sehr auf mein Bett freue. Alleine."

Er ist mir nicht böse. Gar nicht. Er bringt mich zur Bahn. "Ist dir kalt, Süße?" Wie ich es hasse, Süße genannt zu werden.

Vielleicht weiß er, dass ich mich nicht noch mal mit ihm treffen werde. Wenn ja, dann kann er es gut kaschieren. Aber es ist mir ziemlich egal.

"Was mache ich hier eigentlich?"

Manchmal frage ich mich: "Was mache ich hier eigentlich?" Dann mache ich für gewöhnlich einfach weiter. Und immer öfter frage ich mich danach: "Wozu war das jetzt gut?" Weil ich einfach keinen Grund habe, kein Interesse, keine Lust. Keinen Grund, da zu sein, wo ich gerade bin. Weil ich mich eigentlich auf mein eigenes Bett freue, alleine. Weil, auch wenn die andere Person vielleicht gut aussieht, da absolut kein Funke ist. Weil ich nicht auf der Suche nach etwas Festem bin und nicht auf der Suche nach etwas Lockerem. Weil es mich nicht mehr reizt, etwas mit irgendwem zu haben. Und immer weniger Menschen mich überhaupt reizen. 

Also habe ich heute einfach gesagt: "Ich gehe jetzt nach Hause." Und jetzt bin ich zu Hause und es war gar nicht schlimm. Ich frage mich: Und, bist du jetzt glücklich? - Nein, mir ist es, ehrlich gesagt, egal. Mir geht es nicht schlecht. Und ja, es war wirklich die beste Entscheidung. Ich hab ein tolles Bett, 1,80 breit. Und das habe ich gerne für mich allein.

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