Für Kinder und Jugendliche ist es längst Standard, ein Smartphone zu haben. Im Jahr 2016 besaß in Deutschland laut der KIM-Studie bereits fast jedes fünfte Kind im Grundschulalter ein Handy mit Internetzugang. Die Tochter von Radiomoderator James O'Brien gehört nicht dazu – mal ganz abgesehen davon, dass seine Tochter als Engländerin so oder so aus der Statistik fallen würde.
Allerdings besitzt die Neunjährige das alte Handy des Journalisten, wie er auf Twitter verriet: "Sie hat es, um damit zu spielen", schreibt er. "Die Spiele habe ich heruntergeladen, bevor ich den Internetzugang kappte." Anscheinend nutzte das junge Mädchen sein altes Telefon aber nicht nur fürs Spielen, wie er nun herausfand.
"Ich liebe dich, Opa"
Sie verschickte auch zwei Nachrichten an seinen vor fünf Jahren verstorbenen Vater. Die kamen deshalb zwar nie an, sorgten aber bei O'Brien für Tränen der Rührung: "Ich glaube, ich habe etwas im Auge", schreibt der zweifache Familienvater. Man kann ihn verstehen. Schließlich ist der Text, den seine Tochter verschickt hat, ziemlich herzzerreißend:
"Ich liebe dich, Opa. Habe eine schöne Zeit im Himmel. Ich hoffe, du hast Jesus schon getroffen. Und ich hoffe, du hattest ein wunderschönes Leben. Ich hab' dich ganz doll lieb und mein Leben wäre ohne dich nicht so schön gewesen.
Ich bin jetzt fast zehn und Elizabeth (ihre Schwester, Anm. d. Red. ) ist zwölf. Sie hat dein Geschenk geliebt – das Geschenk war deine Liebe zu uns."
Twitter-User berichteten von ihren Verlusten
Den Screenshot der SMS lud O'Brien bei Twitter hoch – und erhielt tonnenweise Reaktionen: über 150.000 Likes und fast 30.000 Retweets. Den meisten Usern erging es genauso wie dem Radiomoderator. "Ich bin mir sicher, dass er, wo auch immer er ist, diese Nachricht sieht und es ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubert", schreibt einer. Andere Nutzer berichteten auch von ihren eigenen Verlusten. "Mein Bruder starb bei einem Autounfall. Ich habe das Gleiche gemacht, bis wir seine Handynummer löschen mussten. Seine letzten Nachrichten habe ich aber noch immer gespeichert", schreibt ein Nutzer.Was der Tweet von James O'Brien aber auf jeden Fall zeigt: In solchen Momenten ist es gar nicht so verkehrt, dass eine Neunjährige bereits ein Handy hat.