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Comeback nach Shitstorm : Reumütiger Youtube-Star Logan Paul will eine Million Dollar für Suizidprävention spenden

Drei Wochen nachdem er mit dem Video eines Suizid-Opfers einen Sturm der Entrüstung auslöste, meldet sich Logan Paul auf Youtube zurück. Er gibt sich geläutert und will für das Thema sensibilisieren. 

Logan Paul

Mit Spaß-Mütze im "Selbstmord-Wald": Logan Paul (r.) in einer Szene aus dem umstrittenen Video

Logan Paul gibt sich geläutert: "Ich weiß, ich habe Fehler gemacht. Ich weiß, ich habe die Menschen enttäuscht", sagt der Youtube-Star in seinem neuen Video mit dem Titel "Suicide: Be here Tomorrow". Mit dem rund sieben Minuten langen Clip meldet sich der 22-Jährige nach seiner selbstverordneten Auszeit zurück, nachdem Anfang des Jahres ein Shitstorm über ihn hereingebrochen war.

Die Vorgeschichte: Der Internet-Spaßvogel war mit seinem Team für Dreharbeiten im als "Selbstmord-Wald" berüchtigten japanischen Aokigahara-Wald unterwegs. Sie entdeckten die Leiche eines Menschen, der offenbar Suizid begangen hatte. Paul hielt mit der Kamera voll drauf und veröffentlichte das Video bei Youtube. Kurz darauf brach im Netz und darüber hinaus ein Sturm der Entrüstung los. Die japanische Polizei bezichtigte den Amerikaner diverser Gesetzesverstöße. Youtube reagierte, indem die Plattform Paul mit Hinweis auf die Coummunity-Richtlinien aus dem lukrativen "Google Preferred"-Programm warf. Logan Paul löschte das umstrittene Video, entschuldigte sich öffentlich und hielt dann erst einmal die Füße still.

Hoffentlich hat Logan Paul es tatsächlich begriffen

Mit seinem neuen Vlog-Beitrag, den er am Mittwoch online stellte, kehrt er nun auf die Online-Bühne zurück – und gibt sich zutiefst demütig. Er wolle aus dem Vergangenen lernen und als Mensch wachsen, sagt er. Sein neuer Film soll für das Thema Suizid sensibilisieren. Paul spricht mit Vertretern der Hilfseinrichtungen "National Suicide Prevention Center" und dem "Alo House Recovery Center". Außerdem kündigt er an, die Summe von einer Million Dollar an präventive Einrichtungen spenden zu wollen.

Am eindrucksvollsten in dem Film ist allerdings nicht Pauls Läuterung, sondern die Geschichte seines Interview-Partners Kevin Hines. Hines überlebte im Jahr 2000 einen Suizid-Versuch, damals sprang er von der Golden Gate Bridge in Chicago. Er beschreibt in berührenden Worten den Moment des Absprungs: "In der Milisekunde nachdem meine Hände das Geländer losgelassen haben und meine Beine darüberfolgen, habe ich es sofort bereut". Hines war damals 19 Jahre alt. Er überlebte und engagiert sich heute in der Suizid-Prävention. Logan Paul lauscht seiner Geschichte mit feuchten Augen, am Ende umarmen sich die beiden.

Es ist dem Youtube-Star zu wünschen, dass er in den vergangenen drei Wochen tatsächlich gereift ist und von Menschen wie Kevin Hines nachhaltig etwas gelernt hat. Wenn er sich dadurch seiner Verantwortung bewusst geworden ist – die er als Youtuber mit mehr als 16 Millionen Abonennten zweifellos hat -, ist das vielleicht noch mehr wert, als der beeindruckende Betrag, den er nun spenden möchte.  

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Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 11.


 

rös
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?