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Digitale Pubertät: Wenn Eltern ihr erstes Smartphone bekommen, werden sie zu Teenies

Wenn die analogen Eltern Smartphone und Whatsapp für sich entdecken, steht ihnen auf einmal die ganze Welt der 2.0-Witze und Kettenbriefe offen - sehr zum Leidwesen ihrer erwachsenen Kinder.

Das Smartphone hat meine Eltern wieder zu Teenies gemacht

Wenn die eigenen Eltern sich mit dem Smartphone ins digitale Zeitalter wagen, kann das ganz schön witzig werden

Dass meine Mutter ihr erstes Smartphone bekam, merkte ich im Urlaub. Drei Anrufe über Wahtsapp, zwei Mal per Facetime, ein paar kryptische Nachrichten und irgendwann ein Anruf vom Festnetz, indem sie mir erklärt, sie habe nun ein Smartphone. Und das war erst der Anfang.

Die Kommunikation mit seinen Eltern kann man in zwei Phasen einteilen: Vor und nach diesem Ereignis. Denn seither trage ich das Leben meiner Eltern in der Hosentasche mit mir rum, bin immer auf dem Laufenden, weiß was sie machen, was sie essen. Das erste Foto, was ich von ihr erhielt, war das eines Kohlpuddings.

Mit dem Smartphone kamen die Kettenbriefe

Und nicht nur das. Selbst wenn ich mit ihnen zusammen bin, hat sich was verändert. Auf einmal schaut meine Mutter ständig auf ihr Handy, tippt Nachrichten. Mit einem Finger. Die Tastentöne auf voller Lautstärke. "Soll ich Dir die Tastatur stumm schalten?", frage ich. "Nein, das klingt so schön. Und dann weiß ich, dass ich tippe". Na gut. Aber sie entwickelt sich weiter. Inzwischen kann sie Fotos verschicken und Dinge weiterleiten. Dinge wie "witzige" Videos, Kettenbriefe oder merkwürdige GIFS.

Whatsapp hat meine Eltern, die studiert haben und mir beibrachten, höflich zu sein und immer "bitte" und "danke" zu sagen, zurück in die digitale Pubertät geworfen. In einen smiley- und kettenbriefverseuchten Wahnsinn, den ich glaubte, mit ICQ und MSN lange hinter mir gelassen zu haben. Nun also noch einmal.

Arglos öffne ich die Nachricht meiner Mutter. Plötzlich quäkt es "Ich habe nur Pech mit Frauen. Die erste ist weggelaufen und die zweite ist geblieben." Tja. 


Zum Geburtstag gibt es eine plüschige Animation die "Happy Birthday" schmettert und stark an den Jamba-Crazy-Frog oder Sweety das Küken erinnert.

Und noch ein ganz anderes vergessen geglaubtes Genre ist seit Kurzem wieder in meinem Leben präsent. Videos, die mit "Bitte lies dies zu ende. Es kostet nichts!!!" beginnen, von rührseligen Schicksalen erzählen und mit "Schicke diese Botschaft innerhalb einer Stunde an 10 Personen, und dein Wunsch wird sich erfüllen. Wenn du es nicht tust, wird dein Wunsch das Gegenteil bewirken!!!" enden. Mit drei Ausrufezeichen. Kommt mir bekannt vor, ist aber schon lange her, dass ich solchen Briefen als ernsthafte Variable für mein Lebensglück angesehen habe. Ich war damals 15 Jahre alt, nicht 66.

Man sollte meinen, dass man mit dieser Lebenserfahrung erkennen könnte, dass man mit Kettenbriefen nicht die Welt retten kann. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Pubertät auch irgendwann vorbei geht. Wer weiß, was dann kommt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.