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"Unsere Kunden brauchen Männer": Spanierin bekommt Jobabsage – weil sie kein Mann ist

Die junge Frau erhielt als Antwort auf ihre Bewerbung eine E-Mail, bei der man eigentlich nur laut schreien möchte. Und zum Glück hatte sie eine gute Antwort an den potenziellen Arbeitgeber.

Diskriminierung am Arbeitsplatz

Der Bewerbungsprozess ist bereits ohne Diskriminierung hart genug

Unsplash

Jeder kennt es: Sich auf einen neuen Job zu bewerben kann ein langwieriger, anstrengender und mitunter auch ziemlich deprimierender Prozess sein. Bei jeder Mail, die zurückkommt, fängt das Herz von Neuem an zu pumpen.

 Als sich die junge Spanierin Carla auf einen Job bei einer PR-Firma bewarb, war sie sich bestimmt auch nicht sicher, ob ihre Bewerbung von Erfolg gekrönt sein würde. Doch als sie die Antwort von "impulsa" erhielt, wurde Enttäuschung sehr schnell von Wut abgelöst. In der E-Mail, die Carla auf Twitter teilte, heißt es: "Hi Carla, danke für deine Bewerbung. Wir sind momentan im Auswahlverfahren, suchen allerdings nach einem Mann, weil in dieser Position mit Kunden wie Carglass und Coca-Cola gearbeitet werden muss. Und glaub mir, die brauchen einen Mann, um das Tagesgeschäft zu bestreiten, für Termine und Hintergrundwissen über die Produktionsabläufe, etc. Wir werden deine Bewerbung aber im Hinterkopf behalten, falls wir in der Zukunft noch einmal deine Hilfe benötigen. Danke und liebe Grüße!" Nicht. Deren. Ernst. Willkommen in 2018.

Auf Twitter machte die Spanierin ihrem Ärger Luft, schreibt: "Unglaublich, dass es immer noch Unternehmen gibt, die die Gleichstellung der Geschlechter im Arbeitsumfeld nicht unterstützen."

Inzwischen hat auch der spanische Coca-Cola-Ableger auf den Tweet reagiert und drückt seinen Unmut über die diskriminierende Antwort der PR-Firma aus: "Wir haben eine integrative, vielfältige und egalitären Rekrutierungspolitik. Wir bedauern, dass unser Name im Zusammenhang mit dieser diskriminierenden und unglücklichen Antwort steht", heißt es auf ihrem Twitter-Kanal.

Und auch die Firma Carglass brachte ihren Unmut zum Ausdruck, schreibt als Antwort auf Carlas Tweet: "Wir entschuldigen uns persönlich bei Ihnen und allen Menschen entschuldigen, die sich von dieser Nachricht beleidigt fühlen. Wir haben bereits mit impulsa gesprochen und unsere Position klar zum Ausdruck gebracht. Unser Unternehmen fördert die Gleichstellung der Geschlechter."

Der spanischen Zeitung "ABC" sagte der Leiter von "impulsa Comunicación", die Firma toleriere keinerlei Diskriminierung. "Wir entschuldigen uns für das Missverständnis. Ich habe persönlich mit der Kandidatin gesprochen", so Pere Terés zu ABC. "Wir haben sie zu uns eingeladen. In unserer Firma arbeiten wir sehr transparent in Sachen Gleichstellung. Aber diese Art von Diskriminierung ist inakzeptabel." Kein Mist.

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jgs