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Traumjob: Bei Netflix wird man dafür bezahlt, nonstop Serien zu schauen

Die neuesten Serien anschauen und dafür von Netflix bezahlt werden? Es klingt wie ein Traum, aber man kann seine Lieblings-Feierabendbeschäftigung tatsächlich zum Beruf machen – zumindest unter den richtigen Voraussetzungen.

Eine Tasse Kaffee steht neben einem Laptop, auf dem das Streaming-Angebot von Netflix geöffnet ist.

Wer sowieso am liebsten den ganzen Tag Serien auf Netflix schaut, sollte sich überlegen, dafür vom Streaminganbieter bezahlt zu werden. Leider ist das nicht ganz so einfach ...

Getty Images

Serienschauen und dafür auch noch Geld verdienen? Was sich wie ein utopischer Traumjob anhört, existiert in der Realität: Netflix bezahlt Menschen, damit sie ihre neuesten Serien sehen. "Tagger" heißt dieser Beruf.

Netflix schauen in der 40-Stunden-Woche

Tagger haben die Aufgabe, den gesamten Inhalt des Streaminganbieters anzuschauen und ihn mit Tags, also mit Schlagworten, zu versehen. Die Tags helfen dem Netflix-Algorithmus, zu wissen, wovon die Serie oder der Film handelt. Die fertigen Kategorien werden dem Nutzer dann auf der Startseite angezeigt.

Verantwortlich für die auf uns zugeschnittene Startseite bei Netflix ist der "Director of Enhanced Content", Mike Hastings. Die Tagger arbeiten in seinem Team. Er verantwortet mit seinem Team den redaktionellen Teil der Algorithmen. 

Tagger bei Netflix: bis zu 4000 Schlagworte pro Film

Hastings erklärte auf einem Netflix-Event in Berlin, wie Taggen funktioniert. Wie die "Computer Bild" schreibt, sollten Journalisten auf dem Event Schlagworte beim Schauen der Serie "Master of None" herausfinden. Begriffe wie New York, Beziehungen, Kochen, schwierige Eltern, Liebe, Trennungen, multikulturell kamen zustande. Hastings erklärte, dass für eine einzige Serienfolge 200 bis 300 solcher Stichpunkte nötig sind. Bei einem Film auch mal bis zu 4000. Neben Stichpunkten müssten die Tagger auch Einschätzungen dazu abgeben, wie gewalttätig die Folge oder der Film beispielsweise ist.

Wie wird man Tagger?

Im Team von Mike Hastings arbeiten laut Welt 75 Menschen, von denen rund die Hälfte die Stichpunkte für alle Serien und Filme zusammensucht. Natürlich bestimmt Netflix, welche Filme und Serien geschaut werden müssen. Es kann also durchaus passieren, dass man eine ganze Staffel "Marvel's Daredevil" Binge-Watchen muss, obwohl man Superhelden generell hasst. (Aber irgendwie macht das den Job auch nicht weniger attraktiv.)

Außerdem müsste man für einen Job bei Netflix die heimischen Gefilde verlassen. Netflix hat seinen Standort in Los Gatos, Kalifornien und weitere Standorte in Washington D.C., New York, Brasilien, Taiwan, Indien, Singapor, Japan, England und den Niederlanden. (Aber auch das würden wir nur allzu gern für unseren Traumjob auf uns nehmen.)

Der Haken an der Sache ...

Aber es gibt natürlich einen viel größeren Haken: Wenig überraschend sind Jobs bei Netflix sehr begehrt. Der Streamingdienst gehört zu den weltweit größten Unterhaltungsanbietern und schreibt nonstop an seiner Erfolgsgeschichte. Und noch weniger überraschend gehört ein Job im Team von Mike Hastings eher zu den heiß begehrten Stellen im Unternehmen. 

Das heißt natürlich nicht, dass wir aufgeben: Hier könnt ihr sehen, welche Stellen bei Netflix im Moment ausgeschrieben sind. Und sobald dann doch mal eine Stelle frei wird: qualifiziert für den Job wären wir doch alle auf jeden Fall, oder?


she
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?