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Rente: Reich in Rente? Warum keine Generation genug Geld fürs Alter hat

Eine Weltreise machen, den geliebten Sportwagen kaufen oder einfach nur entspannen. Kann man machen, wenn man erst einmal in Rente ist. Oder etwa nicht?!

Kein Spiel: Die gesetzliche Rente betrifft alle Generationen.

Kein Spiel: Die gesetzliche Rente betrifft alle Generationen.

Zumindest nicht mit der gesetzlichen . Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Ein großer Teil der Arbeitnehmer, die aktuell zwischen 55 und 64 Jahre alt sind, bekommt nicht genug Rente, um ihren Lebensstandard zu halten. "Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) wären nicht in der Lage, ihren aktuellen Konsum vollständig zu decken", erklärte Autorin Anita Tiefensee. Ganze 700 Euro fehlen im Schnitt. Oft sind vor allem Frauen, Singles und Selbständige betroffen.

Wie funktioniert die Rente

Keine guten Aussichten – auch für diejenigen, die nach 1964 geboren sind und voraussichtlich noch bis zum 67. Lebensjahr arbeiten müssen. Ohne eine politische Veränderung wird das Rentenniveau nämlich auch für zukünftige Generationen weiter sinken. Die Rente selbst ergibt sich aus unterschiedlichen Faktoren: Für jedes Jahr, in dem man arbeitet und einzahlt, gibt es sogenannte Entgeltpunkte. Auch für Elternzeit, das Pflegen von Angehörigen oder Minijobs kann man Punkte bekommen. Die Anzahl der Punkte bestimmt am Ende die Höhe der Rente. Zudem spielt eine Rolle, welche Art von Rente man in Anspruch nimmt - und natürlich auch, wann man in Rente geht.

Das Rentenniveau spiegelt dabei das Verhältnis zwischen der Standardrente und dem Standardeinkommen wieder. Zur Zeit liegt es bei 48 Prozent. Das heißt, wer 2000 Euro netto im Monat verdient, bekäme aktuell 960 Euro Rente. Im Koalitionsvertrag hat die Große Koalition vereinbart, das Niveau bis 2025 stabil zu halten. Trotzdem sollen die Beiträge in den kommenden sieben Jahren nicht über 20 Prozent steigen. Die Bundesregierung hat nun eine Rentenkommission eingesetzt, um zu beraten, wie das System in Zukunft finanziert werden soll.

Rentenniveau, Beiträge, Rentenlücke - alles ganz schön kompliziert? Im Video erfahrt ihr, wie unser Rentensystem eigentlich funktioniert:

Geld sparen für später - die Rente geht uns alle an.

Private Altersvorsorge reicht nicht

Auch eine private Altersvorsorge kann laut der Forscher das Problem nicht lösen. Selbst wenn jeder Arbeitnehmer zusätzlich zur gesetzlichen Renten Geld spart, haben die meisten am Ende nicht genug übrig, um ihren jetzigen Lebensstandard zu halten. Die Autoren der Studie empfehlen daher, das Rentensystem zu reformieren. Besonders die Menschen, die auf Mindestlohnbasis arbeiten, müssten höhere Altersbezüge bekommen.

Aktuell funktioniert die Rente nach dem sogenannten Äquivalenzprinzip: Je mehr man einzahlt, desto mehr bekommt man raus. Vor allem für Geringverdiener bedeutet das im Alter eine kleine Rente, die sich teilweise auf dem Niveau der Grundsicherung bewegt. Ohne eine Veränderung werde das Vertrauen in das Rentensystem sinken, befürchten die Forscher.

lau
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