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Großbritannien: Von Hackney nach Oxford: Die bewegende Geschichte eines Mannes, der nur studieren will

Roy Celaire aus Großbritannien hat bereits ein bewegtes Leben hinter sich: Mit 17 Jahren flog er von zuhause raus, lebte auf der Straße. Trotzdem schaffte er es, seinen College-Abschluss zu machen. Jetzt hat er die Chance in Oxford zu studieren - doch dafür muss er kreativ werden.

Vom Tellerwäscher zum Millionär. Das ist der "American Dream", der nicht nur in den USA viele motiviert. Fast überall auf der Welt glauben viele, dass jeder Mensch die gleichen Aufstiegschancen hat – unabhängig vom familiären Hintergrund, der Hautfarbe oder der Herkunft. Das Credo: Wer hart arbeitet und ehrgeizig ist, der wird belohnt. Doch die Realität sieht anders aus.

Es spielt eine entscheidende Rolle, ob du weiß bist, aus einer reichen oder armen Familie kommst. Das belegt ein neuer Bericht der University of Oxford, der vor einigen Wochen veröffentlicht wurde. Demnach lag der Anteil schwarzer britischer Studenten, die im vergangenen Jahr an die Eliteuni in Oxford kamen bei weniger als zwei Prozent. "Die Wahrheit ist, dass Oxford immer noch eine Institution für weiße privilegierte Menschen der oberen Mittelklasse ist", sagt der Labour-Politiker David Lammy dem britischen Fernsehsender Today.

Genau aus diesem Grund bezeichnet sich Roy Celaire als "Anti-Oxford Student". Denn der 30-Jährige ist schwarz, in einem der ärmsten Stadtteile Londons aufgewachsen und seine Mutter war alleinerziehend. Roy wäre also das komplette Gegenteil von den Oxford-Studenten, die Lammy mit seiner Kritik meint. Roy ist nun tatsächlich in Oxford aufgenommen worden - doch er kann es sich nciht leisten, dort zu studieren.

Von der schlimmsten Gegend Londons nach Oxford?

Denn ein dreijähriges Studium kostet 30.000 Pfund. Geld, das der Brite nicht hat. Deshalb hat er nun eine Spendenaktion auf "gofundme.com" gestartet. Dort erklärt Roy, wieso er das Geld so dringend benötigt: Er sei in einem der schlimmsten Viertel in London in Hackney aufgewachsen. Mit 17 Jahren habe ihn seine Mutter rausgeschmissen, weswegen er zwischenzeitlich obdachlos gewesen sei. Dazu sei er wegen seiner Homosexualität angefeindet worden. Trotzdem habe er es aufs College geschafft. "Ich war der erste in meiner Familie, der eine Universität besuchte und an der University of Southampton angenommen wurde", erzählt er in seinem Video.

Anschließend habe er seinen Bachelor und seinen Master in Sozialwissenschaften gemacht. "Ich musste trotzdem 50 bis 60 Stunden die Woche arbeiten, damit ich mein Studium und meine Wohnung finanzieren konnte", so Roy. Dennoch habe er es irgendwie geschafft. Im vergangenen Jahr habe er dann die einmalige Möglichkeit bekommen, seinen Master of Science in Anthropologie an der University of Oxford zu machen.

 "Da ich aber das Geld nicht hatte, haben sie glücklicherweise zugestimmt, dass ich erst 2018 anfange zu studieren", erzählt der Engländer. 10.000 Pfund habe er bereits selbst zusammenbekommen. Jetzt fehlen ihm noch die restlichen 20.000 Pfund, damit sein Traum wahr wird, wie er auch noch einmal der englischen Online-Seite "indy100" erzählt: "Wenn jemand wie ich, der eigentlich nicht nach Oxford gehört, es schafft, kann es jeder schaffen." Sein Traum könnte nun tatsächlich Wirklichkeit werden. Es fehlen ihm nämlich nur noch wenige 100 Pfund (Stand Donnerstag, 23.08.18 – 15:30).

rpw