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Cor Kromhout: NEON-Traumjob: Wie wird man eigentlich ... Pflanzeneinkäufer?

Traumjob gefunden: Der Niederländer Cor Kromhout ist Pflanzeneinkäufer bei einem Onlinehändler. Aber wie kommt man zu so einem Job? Und was macht man dort den ganzen Tag? Mit NEON hat der 35-Jährige über seine Arbeit gesprochen und erzählt, wie er auf "Pflanzenjagd" geht.

Mann vor Pflanzen

Cor Kromhout arbeitet als Pflanzeneinkäufer für einen großen Online-Pflanzenversand. Mit NEON hat er über seinen Traumjob gesprochen.

Um wen geht's?

Cor Kromhout, 35, macht das, wovon Zimmerpflanzenfans träumen – er kauft hauptberuflich Pflanzen. Denn der Niederländer ist Pflanzeneinkäufer für den Onlinestore Bergamotte. Er reist durchs Land auf der Suche nach den besten Pflanzen, trifft Züchter und bringt ab und zu in Pop-up-Stores seine Schätze auch selber an den Mann oder die Frau.

Was machst du den ganzen Tag?

Jeder Tag ist so unterschiedlich, da ist es schwierig, einen "normalen" Ablauf zu beschreiben. Ich reise durch ganz Holland, um unsere Züchter zu besuchen. Dabei kontrolliere ich die Qualität der ein- und ausgehenden Pflanzen. Das sind die Pflanzen, die unsere Kunden online bestellt haben oder an unsere Pop-up-Stores gehen. Daneben bin ich immer offen für Neues. Als ich zum Beispiel gefragt wurde, ob ich den Pop-up-Store in München machen möchte, habe ich nicht gezögert und sofort zugestimmt. Da ich die Pflanzen immer kaufe, war es inspirierend und interessant, endlich auch auf unsere Kunden zu treffen. Es war so schön zu sehen, wie glücklich sie mit ihren neuen Pflanzen sind.

Wie wird man das eigentlich?

Nachdem ich meine Ausbildung im Bereich Großhandel und Logistik gemacht habe, habe ich in verschiedenen Ländern als Verkaufsleiter bei Groß- und Exportunternehmen für Blumen und Pflanzen gearbeitet (England, Finnland und Frankreich). In meinem vorherigen Job habe ich wieder den Verkauf und zum ersten Mal auch den Einkauf gemacht. Der Einkauf war ein neuer Bereich für mich, der mir aber direkt sehr gut gefallen und mein Interesse geweckt hat. Was ich daran am liebsten mag, ist es, neue Beziehungen zu unseren Züchtern aufzubauen. Wir prüfen, ob der Züchter zu uns passt und welche Pflanzen er zur Verfügung hat. Es ist ein tolles Gefühl, gemeinsam erfolgreich mit den Züchtern zusammen zu arbeiten. 

Welchen Satz kannst du nicht mehr hören?

"Ich kann das nicht." Ich versuche immer, eine Lösung zu finden, wenn ich auf ein Problem stoße. Manchmal möchten wir zum Beispiel eine ganz besondere Pflanze anbieten, eine echte Pflanzen-Rarität wie die Monstera variegata. Diese sind extrem schwer zu bekommen, aber ich begebe mich dann sozusagen auf große Pflanzenjagd.

Wie ist die Bezahlung?

Ich habe ein gutes Gehalt, mit dem ich zufrieden bin. Wir haben einige Zusatzleistungen und obendrauf gibt’s noch einen Bonus wie die Möglichkeit, Home Office zu machen. (Anm. d. R.: Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Hochschulabsolventen im Bereich Logistik liegt bei zirka 36.000 Euro brutto im Jahr, ein Logistikkaufmann verdient zwischen 33.000 bis 44.000 Euro brutto jährlich).

Was ist das Beste an deinem Job?

Am besten gefällt mir, wie facettenreich meine Arbeit ist. Bergamotte gibt mir viel Freiheit, um mich weiterzuentwickeln und zu arbeiten. Auf diese Weise kann ich an meine Grenzen gehen und das Beste aus mir herausholen.

Was das Nervigste?

An meinem Job gibt es nichts, was mich nervt. Manchmal kann es aber etwas stressig werden. Das Wichtigste dabei ist, die richtige Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu schaffen. Ich versuche zum Beispiel, dreimal die Woche fünf bis zehn Kilometer Laufen zu gehen. Natürlich ist auch meine Familie ein toller Ausgleich und Ruhepol. Mit unserem Kind und einem weiteren auf dem Weg kommt man hier immer auf andere Gedanken.

Deine Tipps für Newcomer?

Man kann diesen Beruf zwar erlernen, aber es ist viel wichtiger, leidenschaftlich und enthusiastisch dabei zu sein. Auf diese Weise hat man den richtigen Antrieb, um seinen Job bestmöglich zu erledigen. Ich würde Newcomern empfehlen, verschiedene Teile eines Unternehmens kennenzulernen – beispielsweise Marketing und Vertrieb. So erhält man einen guten Überblick über die Bedürfnisse der Kunden und wie du den Prozess als Käufer am besten abrundest.

lau
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