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Social Media: Wenn der Traum vom Nike-Influencer platzt: So erkennst du Fake-Kampagnen

Hunderttausende User fallen darauf herein: Hinter verlockenden Gewinnspielen in sozialen Netzwerken stecken oft Betrüger, die nur Follower wollen. Wir erklären, wie du die faulen Kampagnen enttarnst.

Von Johannes Zimmermann

Ein Mann steht in Nike-Schuhen auf einer Glasscheibe, die von unten beleuchtet wird

Tausende Menschen liken, teilen und feiern, wenn sie an einem krassen Gewinnspiel teilgenommen haben, weil sie bald schon ein gewinnen können. Und das sogar kostenlos. Yeee-Haaa! Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt! 

In Wirklichkeit ist alles nur ein Fake. Die Erfahrung machen in den sozialen Netzwerken Viele.

Ein aktueller Fall: Schon hunderttausende Menschen haben einen vermeintlichen Aufruf des amerikanischen Sportartikelherstellers bei Instagram in ihrer Story geteilt. Die Firma suche nach 100 neuen Influencern für ihre Produkte. Das würde bedeuten: regelmäßig kostenlose Lieferungen von Nike-Produkten. Denkste! Alles nur ein Fake. Wir erklären dir, woran du das erkennen kannst. Denn in Wirklichkeit geht es nur darum, Reichweite zu generieren.

Schalte deinen Verstand ein: Kann das sein?

Schauen wir uns das verlockende Angebot mal genauer an: Die genannten Voraussetzungen für den Job als Influencer: Like die Instagram-Page, teile den Aufruf in deiner Insta-Story und habe mindestens 200 . Wer jetzt einen Moment nachdenkt, bevor er diesem Aufruf blind folgt, wird sich fragen: 200 Follower? Ein Welt-Konzern wie Nike sucht Influencer, die gerade mal 200 Follower haben? Da muss eigentlich jeder merken: Das ist ja nun wirklich Bullshit. Für eine Marke wie Nike sind wahrscheinlich selbst 50.000 Follower noch nicht genug, um Influencer zu werden.
Daher: Checkt die Glaubwürdigkeit des Angebots. Das gilt natürlich genauso für Gewinnspiele. Keiner verschenkt einfach so iPhones bei Facebook, auch nicht, wenn sie von einer Palette gefallen sind – außer du hast gerade einen sündhaft teuren Handyvertrag abgeschlossen.

Checke den Absender: Alles echt?

Als nächstes solltest du den Absender eines Angebots überprüfen. Nur wenn du weißt, ob der Absender wirklich die Person oder das Unternehmen ist, für das es sich ausgibt, kannst du sicher sein, mit wem du es hier zutun hast. Häufig kannst du Betrüger so sehr schnell enttarnen. Sie benutzen Accounts mit Firmennamen, die es gar nicht gibt oder benennen ihre Accounts so ähnlich wie die echten. So war es auch beim vermeintlichen Nike-Influencer-Casting: Der Original-Account heißt @nike, der Fake-Account hieß @nike.influencer. Wer sich ihn mal angeschaut hat, dürfte gesehen haben, dass er keinen blauen Haken hatte. Der Account wurde von also nicht als ein offizieller Nike-Account überprüft. Und natürlich war er auch nicht von Nike. Alle offiziellen Accounts von Nike wie @nike, @nikesportswear oder @nikefootball haben den blauen Haken. Deshalb: Schau dir den Account des Absenders unbedingt an. Meist erkennt man schnell, dass hier etwas nicht stimmt.

Es geht darum, Follower zu verkaufen

Natürlich gibt es am Ende weder iPhones zu gewinnen, noch regelmäßige Influencer-Lieferungen von Nike. Aber wozu dann das Ganze? Ziel dieser Kampagnen ist es, möglichst viele Follower für einen Account zu bekommen. Deshalb gehört es immer zu den Bedingungen, dass dem Account gefolgt werden und er geteilt werden muss. Ist die Aktion beendet und die Gewinner sollen bekannt gegeben werden, wird der Account meist umbenannt und dann verkauft. Wenn ihr also in eurer Timeline bei Facebook oder Instagram irgendwann mal Accounts entdeckt, denen ihr nie gefolgt seid, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Account, der verkauft wurde. Der neue Besitzer kann ihn dann umbenennen und für seine Zwecke nutzen – und hat schon tausende Follower zusammen mit dem Account übernommen. 

So ist es auch im Fall von Nike geschehen. Als der Aufruf beendet war, wurde der Account umbenannt und ist jetzt unter seinem ursprünglichen Namen nicht mehr zu finden. Die über 400.000 Follower, die der Fake-Account mit dem falschen Incfluencer- in den letzten Tagen gesammelt hatte, werden sich vermutlich in einiger Zeit über einen unbekannten Account in ihrem Feed wundern. Vielleicht wirbt er dann für einen zwielichtigen Online-Shop oder gehört einer Poker-Website, die eine stattliche Summe für den 400.000-Follower-Account bezahlt hat – um schnell eine hohe Reichweite zu haben. Dass dieser Account mal das Nike-Casting verbreitet und sich so die Gunst der Follower erschwindelt hatte, wird keiner mehr erkennen.

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