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CSD in München: Wegen Gay-Pride-Posting: FC Bayern kassiert Shitstorm auf Instagram

Nachdem die Allianz Arena anlässlich des CSD in München in den Pride-Farben erstrahlte, kassierte der Verein auf Instagram Hate für die Aktion. Wir fragen uns: Was ist los mit euch?

150.000 Menschen gingen in München am Samstag auf die Straße, um Diversität zu feiern und für Gleichberechtigung zu demonstrieren. Aber nicht nur die Münchner Innenstadt erstrahlte in Regenbogenfarben: Auch die Allianz Arena, Heimspielstätte des FC Bayern München, leuchtete bunt.

"Fußball ist ein verbindendes Element, und wir als weltoffener Klub wollen unseren Beitrag leisten", sagt Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef der Bayern. Bayern und Fußball – nichts, das man auf den ersten Blick mit Gay Pride in Verbindung bringt. Was für ein großes positives Zeichen also in Sachen Toleranz und Liebe! Gäbe es da nicht die Instagram-Follower des FCB.

Auf Instagram postete der Verein ein Bild der Allianz Arena vom Samstag mit den Hashtags #ChristopherStreetDay #CSD2019 und #csdmunich, dazu noch die obligatorische Armada an bunten Emoji-Herzen. Scrollt man aber durch die Kommentare, muss man nicht lange auf Hate warten: Schon der zweite Beitrag von einem privaten Account äußert sich negativ. "Benutzt mich als Dislike-Button", fordert der Autor die anderen User auf. Er will, dass die anderen seinen Kommentar liken, um ihre Abneigung auszudrücken. Und siehe da – über sechs Tausend Menschen gefällt das. Der Kommentar wird wiederum mit Dank kommentiert, überwiegend auf Englisch. Bemerkungen wie "Das ist unnatürlich?" oder "Man muss andere Religionen und Nationen respektieren, aber ich werde das niemals akzeptieren, weil es einfach krank und abnormal ist", bringen uns beim Lesen dezent zum Kotzen. Der Autor des Kommentars feiert sich und die vielen, wie er sagt, "normalen" Menschen, die seinen Post liken.

Tatsächlich sind traurigerweise solche homophoben Kommentare in der Überzahl. Nicht dass die normalen Menschen (und damit meinen wir Nicht-Homophobe) es nicht versuchen würden – User wie zum Beispiel pink.milky.princess kämpfen hart: Sie kommentiert jeden negativen Spruch mit den Pride-Herzen oder versucht es zumindest. Doch irgendwie scheint der Hass viel größer zu sein, jede Unterstützung wird im Schnitt von fünf, pardon our French, Arschlöchern bombardiert.

Ein Indiz, wie homophob die Fußball-Community immer noch ist, und warum es so selten vorkommt, dass sich ein Spieler outet. Wenn sogar schwule Verantwortliche in Führungspositionen wie Corny Littmann, ehemals Präsident des FC St. Pauli, von einem Outing abraten, weil es fatal für die Karriere sein könnte, oder die Präsidentin der französischen Bundesliga homophobe Fangesänge als "Folklore" bezeichnet, kann man erahnen, wie schwer es für LGBTQ+ -Spieler sein muss. Und es gibt sie ganz bestimmt – nur hat sich von über 800 aktiven Profifußballern in Deutschland noch nie einer geoutet.

Umso höher ist es dem FC Bayern anzurechnen, Farbe zu bekennen. Deshalb hier eine kleine Bitte: Ob Fußball-Fan, Hetero, LGBTQ+ oder nicht – bitte zeigt, dass Hass keinen Platz in dieser konservativen Domäne hat und kommentiert weiter, was das Zeug hält. #loveislove

Quellen: Instagram, "Queer.de", "LeParisien"