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Social Media : Fake-Selfies vor pinken Traumkulissen: In Düsseldorf eröffnet ein Instagram-Museum

In den Hallen von "Cali Dreams" können sich Instagrammer und alle, dies es noch werden wollen, vor pinken Traumkulissen fotografieren. Auch Powerbanks und Selfiesticks liegen zum Ausleihen im Instagram-Museum bereit.

Instagram

Schnappschuss gefällig? Solchen Szenen könnten sich auch bald in Düsseldorf abspielen: Eine Frau stellt im "Smile Safari", dem ersten belgischen Instagram-Museum, eine Boxszene nach.

Unsplash

Ob eine berühmte Straße in Paris oder Mohnfelder in Kalifornien – viele der vermeintlich schönsten Orte der Welt sind völlig überrannt, weil Menschen ein möglichst beeindruckendes Foto machen und sich anschließend auf ihrem Social-Media-Account dafür Likes einsammeln wollen. Doch wer sich die Reise nach Thailand, Kuba oder in die Arktis nicht leisten kann (oder will), für den gibt es eine Lösung: Instagram-Museum wie "Cali Dreams", das nun in Düsseldorf eröffnet hat.

Der Begriff "Museum" ist allerdings etwas irreführend, denn es wird nicht wirklich etwas ausgestellt. Auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche in Lierenfeld finden die Besucher 25 Fotokulissen, vor denen sie sich fotografieren und damit dann ihre Sozialen Netzwerke schmücken können. "Wir wollen die Leute aus dem Alltag heraus in eine Traumwelt bringen", sagte Gründer Mike Naseband gegenüber der "Rheinischen Post". Für echte Pros gibt es zudem Umkleidekabinen, denn wer will schon immer im gleichen Outfit posieren. Zudem gibt es Powerbanks und Selfie-Sticks, damit sich die 29 Euro Eintritt auch wirklich lohnen. Schließlich haben Besucher nur zwei Stunden Zeit, möglichst viel aus ihrer Visite zu machen.

Candy Colors und Graffiti

Ein wenig absurd mutet es schon an, die Online-Scheinwelt von Instagram und Co. nun in eigenes dafür angemieteten und ausgestatteten Hallen offline nachzustellen. Aber vielleicht sind die pinken Candy-Color-Bilder, die dem Traum eines jeden 13-jährigen Mädchens entsprungen sein könnten, der lang erhoffte Gegenpol zu den vielen Sonnenuntergängen und Blumenwiesen, die sich aktuell bei Instagram tummeln. Den Social-Media-Fans scheint es zu gefallen – weltweit gibt es mittlerweile diverse ähnliche "Museen" und auch andere deutsche Städte wie Berlin oder Köln locken mit dem besten Schnappschuss.

Auf die Idee zu "Cali Dreams" kamen die beiden Gründer aus Düsseldorf in einem Kalifornien-Urlaub (deshalb auch "Cali"), bei dem sie an jeder Ecke zahlreiche Fotosuchende sahen. Warum also nicht alle Kulissen an einem Ort bündeln und mit Instagram offline Geld verdienen? Vom kalifornischen Strand bis nach Chinatown können die Besucher in Düsseldorf nun für kleines Geld in jede Stadt der Welt reisen. Was das Ganze mit einem Museum zu tun hat? "Wir wollen kein Fotostudio sein, für mich ist das hier modere Kunst", sagte Mike Naseband der "Rheinischen Post".

Die Motive stammten von amerikanischen oder lokalen Künstlern wie dem Sprayer Floh Kramer, so der Gründer. Besonders zu bestaunen werden aber wohl am Ende nicht die Fotowände, sondern die Social-Media-Fans sein, die sich vor Fake-Kulissen austoben. 

Das "Cali Dreams Museum" öffnet ab dem 25. Oktober täglich von 10 bis 22 Uhr. 

lau